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Der Reiz des bestehenden Know-hows

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Vor zweieinhalb Woche trat der Präsident der ETH Lausanne, der Freiburger Patrick Aebischer, als Redner beim Apéro der Freiburger Wirtschaft auf. Gestern hatte er die Aufmerksamkeit der wissenschaftlichen Gemeinschaft aus der Schweiz und dem Ausland, als die ETH Lausanne das neue SwissTech Convention Center eröffnete. Gegenüber den FN äusserte sich Aebischer über die neue Ausrichtung seiner Hochschule.

 

 Das SwissTech Convention Center (STCC) an der ETH Lausanne hat gestern seine Pforten geöffnet. Welchen Schritt stellt dieses Projekt in der Entwicklung der ETH Lausanne dar?

Die Schaffung eines Kongresszentrums entspricht den aktuellen Bedürfnissen der wissenschaftlichen Forschung. Diese stützt sich immer mehr auf die Zusammenarbeit zwischen Forschern ab. Kongresse sind deshalb notwendig für den Informationsaustausch. Unsere Wissenschaftler hatten bisher keine geeignete Infrastruktur, um Begegnungen im grossen Rahmen zu organisieren. Dieses Manko ist nun behoben.

 

 Was ist das Einmalige an diesem Projekt?

Das STCC ragt durch seine Einrichtung auf höchstem Niveau und durch sein aussergewöhnliches Baukastensystem heraus. Der grosse Saal kann automatisch von einem Auditorium mit 3000 Plätzen in einen Bankettsaal umgewandelt werden. Der Saal lässt sich auch in mehrere unabhängige Räume unterteilen. Zudem befindet sich das STCC im Herzen des Nord-Quartiers unserer Schule. Dieses Quartier umfasst auch Wohnraum, Geschäfte und verschiedenste Dienstleistungen. All dies trägt dazu bei, unseren Campus Tag und Nacht mit Leben zu erfüllen.

 

 Welche Ausstrahlung hat das STCC auf die Westschweiz?

Das Convention Center ist ein neuer Hauptakteur in der Westschweizer Kongresslandschaft. Es spezialisiert sich auf wissenschaftliche Begegnungen und ergänzt so das Angebot von anderen Kongresszentren in Genf, Lausanne oder Montreux.

 

 Wie kann ein Kanton wie Freiburg von der geografischen Nähe zum STCC profitieren?

Die Nähe dieses Zentrums gibt den Freiburgern eine zusätzliche Auswahl, wenn sie Infrastrukturen dieses Typs benötigen. Seine ihm eigenen Charakteristiken machen das STCC besonders attraktiv.

 

 Waren auch Freiburger an der Realisierung des Projekts beteiligt?

Da ist in erster Linie die Greyerzer Firma Etablissement Techniques Fragnières zu erwähnen. Sie hat ihre Kenntnisse eingebracht für die mobilen Böden «Gala», welche die schnelle Umwandlung des grossen Saals erlauben.

 

 Wie hilft das STCC, die ETH Lausanne in der Schweizer Bildungslandschaft zu positionieren?

Es wird zu einem Ort des Austausches für viele Wissenschaftler anlässlich von grossen Kongressen. So werden diese auch die ETHL entdecken und somit die gesamte Bildungslandschaft Schweiz.

 

 Auch das Rolex Learning Center ist ein Symbol für die neue ETH Lausanne. Welche Rolle nimmt es ein?

Das Rolex Learning Center erfüllt perfekt seine Rolle als Begegnungs- und Arbeitsort für Studenten. Darüber hinaus gibt es unserer Schule eine Beachtung auf internationaler Ebene.

 

 Die ETH Lausanne hat begonnen, Ableger in anderen Westschweizer Kantonen zu eröffnen. Welche Strategie steckt dahinter?

Unsere Strategie ist es, die höchsten Kompetenzen, welche man in gewissen Städten findet, hervorzuheben und sie zu vernetzen. Dies gelingt dank den Verbindungen, welche unser Campus in Lausanne aufgebaut hat. Diese Synergien ergänzen unsere besonderen Bemühungen im Bereich des Technologietransfers. Sie werden zur Gründung neuer Unternehmen in der Nähe unserer spezialisierten Standorte führen. Diese Strategie ist auch im Lichte unseres kürzlich eingegebenen Vorschlags für einen Schweizer Innovationspark zu sehen.

 

 Ist die ETH Lausanne auf dem Weg zu einer ETH Westschweiz?

Nein. Die Identität unserer Schule bleibt in Lausanne verankert. Aber die ETH Lausanne beabsichtigt durchaus, die spezialisierten Kompetenzen da zu befruchten, wo sie sich befinden. Auch in anderen Regionen der Westschweiz.

 

 Mit dem Smart Living Lab (SLL) wird auch Freiburg zum ETH-Standort. Ist das für Sie als Freiburger die Realisierung einer persönlichen Vision?

Das Projekt ist natürlich mit einem legitimen Stolz verbunden, aber das ist nicht der Grund für die Schaffung dieses spezialisierten Standorts. Auch da wollen wir die lokalen Kompetenzen befruchten, sowohl aus der Sicht der Unternehmer der Region als auch der Hochschule für Technik und Architektur.

 

 Was kann Freiburg der ETH Lausanne bringen?

Kompetenzen, vor allem auf dem Gebiet des Bauwesens.

 

 Wäre die ETH Lausanne auch ohne die Blue Factory nach Freiburg gekommen?

Die Möglichkeit, welche die ehemalige Brauerei darstellt, ist natürlich ein Pluspunkt. Aber diese spezialisierten Standorte entwickeln wir in erster Linie aufgrund der vorhandenen Kompetenzen und der akademischen Zweckmässigkeit.

 

 In Freiburg herrscht gegenüber dem ETH-Standort immer noch Skepsis: Der Kanton investiert Millionen in das Projekt, gleichzeitig führt er ein rigoroses Sparprogramm durch. Verstehen Sie diese Skepsis?

Man kann sie natürlich verstehen. Aber man darf nicht aus den Augen verlieren, dass das Projekt auf einer langfristigen Vision beruht, welche zu Wertschöpfung und zusätzlichen Arbeitsplätzen im Kanton führt.

 

 Beim Wirtschafts-Apéro in Freiburg sprachen Sie vom Solar-Decathlon-Preis. Wie konkret ist diese Idee für das SLL?

Der Solar Decathlon ist ein internationaler Wettbewerb, welcher 20 universitäre Projekte umfasst. Die Initiative muss mehrheitlich von Studenten kommen, welche kleine Häuser ausdenken und bauen, die energetisch vollkommen autonom sind. Aufgrund ihrer bescheidenen Dimensionen können diese Pavillons als Labors dienen, um auf grosser Ebene alle Arten von innovativen Lösungen zu testen, und zwar nicht nur im Bereich der Materialien oder der Energie. Beleuchtung, Informatik, Haus-Robotik, Innendesign: Alles ist offen für Innovation.

Der Preis ist ein wunderbares Mittel, damit junge Forscher ihrer Fantasie freien Lauf lassen können und so auf Lösungen stossen, welche auf grösserer Ebene angewandt werden können.

Freiburg kommt nun mit dem Intelligenten Wohnen zum Zug. Was prädestiniert Freiburg für diesen Innovationsbereich?

Es sind die in der Region Freiburg beobachteten Kompetenzen im Bauwesen. Diese können nützlich sein bei der Verfolgung unserer Ziele im Bereich Energieeffizienz und Intelligentes Wohnen. Es handelt sich dabei aber um eine langfristige Vision: Wir sprechen vom Jahr 2050. Das SLL wird zum Labor, um diese Innovationen zu testen, bevor sie in die Gesellschaft einfliessen.

 

 Freiburg hat eine grosse Tradition in Food Technology–dem Bereich Lebensmittel. Will die ETH Lausanne nicht auch auf diesem Gebiet vom Freiburger Potenzial profitieren?

Das ist nicht Teil unserer aktuellen Partnerschaft. Aber selbstverständlich sind alle Arten von Zusammenarbeit mit unserem Haupt-Campus möglich und denkbar. Eine solche Zusammenarbeit entspringt oft aus geografischen und zwischenmenschlichen Begebenheiten. Manchmal genügt es, dass sich zwei Forscher über ein konkretes Thema austauschen und so eine Zusammenarbeit entsteht.

 

 Das Interview wurde schriftlich geführt und die Antworten ins Deutsche übersetzt.

 

 

 

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