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Der rote Teppich in der nigerianischen Provinz

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Autor: URS HAENNI

Der rote Teppich ist ausgerollt vor dem Civic Center der nigerianischen Provinzstadt Yenagoa. Man wirft sich in Schale, sonnt sich im Glanz der Filmstars, und am Schluss geht es um den besten Film, die beste Regie, den besten Hauptdarsteller, die beste Nebenrolle, die tollsten Special-Effects. Nicht der Oscar steht im Mittelpunkt, sondern eine Art Metallzylinder ganz in Schwarz. Für die alljährliche Verleihung der African Movies Academy Awards.

Vieles wirkt improvisiert: Die Präsentatorin im grellen Scheinwerferstrahl, künstliche chinesische Palmen, die vorderen Reihen auf billigen Plastikstühlen, fortwährendes Handyplaudern. 6000 Euro für die beste Schauspielerin. Doch genau diese Preisverleihung vereint alle Elemente, die Filmemacherin Dorothee Wenner im Film «Peace Mission» über die nigerianische Filmindustrie Nollywood festhält.

Nollywood soll nicht Hollywood sein, und genau deshalb ist das Improvisierte bei den Academy Awards Programm. Bewusst findet die Zeremonie im politisch instabilen Nigerdelta statt, mit der Ölindustrie als Sponsor.

Dialoge als Basis

Die Film-Awards werden verliehen durch Peace Aniyam-Fiberesima. Bei der stattlichen Frau mit Hang zum Pomp laufen in Wenners Film alle Fäden zusammen. Ein Handyanruf von Peace genügt, und schon öffnen sich der deutschen Dokumentarfilmerin die Türen von Nigerias Filmmetropole, das vibrierende Lagos. Schauspieler, Produzent, Regisseur, Stuntkoordinator, Computeranimatorin, Verleiher und Verkäufer: Sie alle können in «Peace Mission» ihre Sicht über das nigerianische Filmwunder kundtun.

Afrika will seine eigene Geschichte erzählen, das ist die Hauptbotschaft von «Peace Mission». Dass jedes Bild eine Geschichte erzähle, gelte als Grundprinzip im europäischen oder US-Kino, sagt ein Filmemacher. Doch im nigerianischen Film sei dies anders: «Wir haben unsere eigene Erzähltechnik: Unsere Filme basieren auf Dialogen.»

Die Themen sind oft banal, Herzschmerz, Intrigen, Eifersucht, Gewalt, dann wieder typisch afrikanisch, Hexerei, religiöse Riten, und oft gewagt, Beschneidung, Vergewaltigung, Krebs. Es sei eine neue Dimension der Unterhaltung, sagt Peace. Nollywood sei genau dann aufgekommen, als die Leute in Nigeria genug von ihren Militärdiktaturen hatten.

«Peace» ist ein Versprechen

Sich selber und Nollywood sieht sie als «Werkzeug des Friedens»: «Mein Vater hat mich ?Peace? genannt, weil ich im nigerianischen Biafra-Krieg zur Welt kam. ?Peace? soll ein Versprechen sein.»

Filmvorführung «Peace Mission»: So., 15. März, 13.30 Uhr, und Mi., 18. März, 19 Uhr (Cap’Ciné 6). Runder Tisch über Nollywood mit Dorothee Wenner: Mi., 18. März, 14.30 Uhr (Alter Bahnhof).

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