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Der Ruhestand ist sein Schadenersatz

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: URS HAENNI

Eigentlich sollte die Aufgabe für Albert Lauper eine einfache sein: Eine Schadenskizze anfertigen über seine Verabschiedung als Verwaltungsratspräsident der Mobiliar am Donnerstag dieser Woche. Doch Lauper lehnt ab. Erstens: «Ich kann nicht zeichnen.» Zweitens: «Es gibt keinen Schaden. Weder für die Mobiliar noch für mich.» 54 Jahre war der in Villars-sur-Glâne wohnhafte Lauper im Versicherungswesen tätig, davon 44 Jahre bei der Mobiliar, doch nun tritt er ruhigen Gewissens in den Ruhestand. Der bisherige Generaldirektor Urs Berger wird Laupers Nachfolger als Verwaltungsratspräsident, und mit Markus Hongler kommt ein neuer CEO, der schon seine Lehre bei der Mobiliar gemacht hatte. «Die Zukunft ist gesichert», so Lauper.

Dennoch hat der 69-Jährige seine helle Freude an den bekannten Mobiliar-Schadenskizzen: «Es ist eine echte Erfolgsgeschichte in Sachen Werbung. Erst dachten wir, es wäre zwei oder drei Jahre unterhaltsam, nun ist es nach mehr als zehn Jahren immer noch populär.»

«Immer noch der Gleiche»

Der Fokus bei der Mobiliar sei auf folgende Werte ausgerichtet: Kundennutzen, Verlässlichkeit, Stabilität, Solvenz und Optimierung, nicht aber Maximierung des Gewinns, so Lauper. Er unterscheidet sich dabei wesentlich von anderen Vertretern der Schweizer Manager-Gilde. Wohl verkehrte Lauper im Umfeld von Top-Shots wie Marcel Ospel oder Daniel Vasella, und er sagt über sie, das seien grundsätzlich interessante Persönlichkeiten mit schwierigen Jobs. Aber: «Ich habe mich nie als Bestandteil dieser Kaste gefühlt. Ich war stolz, eine hohe Verantwortung zu tragen, doch ich bin immer noch der gleiche Albert Lauper wie vor 25 Jahren mit dem gleichen Beziehungsnetz in Freiburg.»

Einige Male habe man ihn abwerben wollen mit interessanten Angeboten, materiell wie auch statusmässig, sagt Lauper. «Ich antwortete immer, ich habe eine interessante Aufgabe bei der Mobiliar, und dachte gar nicht daran, zu wechseln.»

Reputationsschäden, wie sie Manager anderer Grossunternehmen erlebten, nahm Lauper nur in abgeschwächter Form wahr: «Die Bezüge des Top-Managements der Mobiliar sind nie unter den ersten Schweizer Firmen erschienen. Zudem hat die Mobiliar eine genossenschaftliche Kultur. Überschüsse verteilen wir an die Kunden. Bei einer AG müsste man es den Aktionären geben.»

Auch hat Albert Lauper stets an eine dezentrale Kundenbetreuung geglaubt: «Beispielsweise in Freiburg haben wir fünf Generalagenturen mit rund 150 Leuten. Die erledigen 90 Prozent aller Fälle selbständig.» Der abgetretene Verwaltungsratspräsident macht bei sich selbst keine Ausnahme: «Ich habe eine Person bei der Generalagentur in Freiburg, die mir ab und zu mein Versicherungsportefeuille prüft. So bin ich richtig und nicht überversichert.»

Einblick in die Politik

Als Verbandspräsident der Schweizer Versicherer hat der perfekt zweisprachige Lauper noch eine neue Ebene kennengelernt: die politische. In diesem Amt musste er sich starkmachen für Themen wie Rahmenbedingungen, Regulierung, Gestaltung der Finanzmarktaufsicht, berufliche Vorsorge, Konsumentenfragen oder die Abgrenzung zwischen obligatorischen und Privatversicherern. Plötzlich bewegte sich Lauper auf der Ebene von Parteispitzen, Bankiervereinigung und Bundesräten. Und er fand Gefallen daran.

Dennoch spielt Albert Lauper kein Golf. Er ist schon seit rund dreissig Jahren ein passionierter Läufer. 1982 lief er den New-York-Marathon, rund zehn weitere Marathons folgten. Für ihn ist der Ausgleich wichtig: «Ich finde es wichtig, dass jemand eine vernünftige Lebensweise pflegt und nicht einseitig ‘chrampft’.»

Diese Woche hat er sein Büro in Bern geräumt. Ein Projekt für den Ruhestand hat Albert Lauper nicht: «Ich bin als 15-Jähriger eingestiegen und habe mich überdurchschnittlich eingesetzt. Jetzt beanspruche ich das Recht auf Nichtstun.» Allerdings kann sich der Pensionär vorstellen, auch in Zukunft einen Marathon zu laufen.

Lebenslauf: Vom KV-Stift zum CEO der Mobiliar

Studieren war für den Stadtfreiburger Schreinersohn Albert Lauper nie ein Thema gewesen. Mit 15 Jahren sagte man ihm noch: «Wenn Du ein KV machst, dann nur bei einer Bank oder einer Versicherung.» Albert Lauper wählte den Gang zur Vita-Versicherung. Zunächst musste er jene Kunden aus der Kartei fischen, die Geburtstag hatten, damit der Generalagent mit einer Gratulationskarte punkten konnte.

In zehn Jahren bei der Vita lernte Albert Lauper, Lebensversicherungen zu verkaufen. Er entwickelte ein Talent, bei wichtigen Leuten Termine zu kriegen. 1967 wechselte Lauper den Arbeitsplatz um eine Haustüre und begann bei der Schweizerischen Mobiliarversicherung.

Bald schon wechselte der Freiburger an den Hauptsitz nach Bern und erhielt immer mehr Verantwortung: Er betreute die Generalagenturen in der Romandie, die Grosskunden, Betriebsunterbrechungs-Versicherungen, das Breitengeschäft Sachversicherungen und 1992 das Gesamtgeschäft Versicherungen.

1996 wurde Albert Lauper CEO der Mobiliar. Sieben Jahre später gab er die Direktion ab und wurde Präsident des Verwaltungsrats. Zwischen 2003 und 2007 amtierte der Freiburger zudem als Präsident des Schweizerischen Versicherungsverbandes. uh

Mit einer Hermes-Schreibmaschine hat Albert Lauper im Versicherungsgeschäft begonnen, zuletzt liess er jährlich 100 Millionen Franken in die Informationstechnologie der Mobiliar investieren.Bild Alain Wicht

Versicherungen: Komfortabel, aber mit Lücken

Zu Beginn der Berufskarriere von Albert Lauper waren Versicherungsgesellschaften vielfach spezialisiert: auf Unfall, Feuer, Lebensversicherung … Die Mobiliar war, wie der Name sagt, eine reine Sachversicherung. Ab Ende der 60er-Jahre setzte ein neuer Trend ein: Bei einer Gesellschaft konnte man nun alles versichern.

Dass deswegen viele Schweizer den Überblick verloren hätten und überversichert sind, glaubt der Freiburger nicht: «Es hat mit dem Wohlstand in der Schweiz zun tun. Wenn man Eigentum besitzt, hat man auch das Bedürfnis, sich zu schützen.»

Die Schweizer seien allgemein komfortabel versichert, in Franken gerechnet sind sie darin sogar Weltmeister. Und doch, so Lauper, gebe es oft Lücken. Die Bedeutung der Haftpflicht werde häufig vergessen. «Man versichert einen neuen Fotoapparat, aber gerade junge Leute im Studium haben oft keine Invaliditätsversicherung.» Die Philosophie des Fachmanns: «Wenn’s ums finanzielle Gleichgewicht geht, muss man unbedingt versichern.»uh

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