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Der SCB war bissiger als Gottéron

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Ein volles Stadion, Emotionen und eine für ein Derby ordentliche Schlägerei mit drei Restausschlüssen. Der SC Bern betrieb am Samstag Frustbewältigung, nachdem er am Vorabend in Zug noch sang- und klanglos eingegangen war. Irgendwie wird man als neutraler Zuschauer den Eindruck nicht los, dass Siege für den SCB gegen Gottéron bei den Fans mehr als Titelgewinne zählen, dabei ergeben diese auch nur drei Punkte wie jeder andere Sieg.

Gottéron-Trainer Gerd Zenhäusern nahm die vierte Saisonniederlage trotz hitzigen Schlussminuten ziemlich gelassen hin. Man habe dem starken SCB zu viele Geschenke gemacht, um gewinnen zu können. Dabei dachte er vor allem an eine Szene kurz vor Mitte der Spielhälfte, als Marc-Antoine Pouliot von der Strafbank zurückkehrte und allein vor SCB-Keeper Marco Bührer die Nerven nicht hatte, um zum 1:1 auszugleichen. Praktisch im Gegenzug erhöhte Berns Captain Martin Plüss auf 2:0, und ab diesem Zeitpunkt lief der Match grösstenteils für die viel konsequenter zur Sache gehenden Gastgeber. Mit dem 3:0 durch Derek Roy (30.) nahm der SCB den Freiburgern endgültig den Wind aus den Segeln. Das Anschlusstor von Yannick Rathgeb war nur ein kurzes Strohfeuer des Tabellenführers. Besonders heftig feierte man im SCB-Lager dann den Shorthander von Thomas Rüfenacht, der diesmal schwache Powerplayblock um Andrei Bykow liess den Aggressiv-Leader alleine aufs Tor ziehen. Rüfenacht überwand im Nachschuss den bis dahin sehr starken Benjamin Conz. Der Drei-Tore-Rückstand nach 40 Minuten war für Gottéron zu gross, obwohl man laut Verteidiger Luca Camperchioli bis zum Schluss nie aufgab, aber diesmal eben an einem besseren Gegner scheiterte.

Strafen spielten Bern in die Karten

War das Kräfteverhältnis bei fünf gegen fünf praktisch ausgeglichen, entschieden einmal mehr die Spezialsituationen. In diesem Bereich war der am Ende verdiente Sieger eben besser. «Wir hatten auch unsere Möglichkeiten im Powerplay, aber unser Visier war diesmal schlecht eingestellt», bilanzierte Zenhäusern. Der SCB sei diesbezüglich viel effizienter und präziser gewesen. Und immer, wenn der Sturm um Bykow nicht in Schwung kommt–der Finne Sakari Salminen zog ein schlechtes Wochenende ein–, ist bei den Saanestädtern im Sturmspiel in fremden Stadien eben guter Rat teuer. Insgesamt kassierte Freiburg (zu) viele Strafen, um den ambitionierten und starken SCB mit vier ausgeglichenen Linien wirklich bis zum Schluss zu fordern. Der Grossteil der Berner Tore ging trotz starken Söldnern im Sturm auf das Konto von Schweizern: Simon Bodenmanns 1:0 war der erste Treffer des Ex-Kloteners im SCB-Dress, und Tore wie jene von Rüfenacht und Verteidiger Flurin Randegger gehören beim Titelkandidaten auch nicht zur Normalität. Dem hatte der Gast in diesem ruppigen, aber nur selten unfairen Match nichts Gleichwertiges entgegenzustellen.

Trotzdem weiterhin Leader

Für Trainer Zenhäusern und Verteidiger Camperchioli ging die Welt trotz Niederlage nicht unter. «Wenn du in Bern einmal mit drei Toren hinten liegst, ist es ohnehin schwer zurückzukommen», sagte der Ex-Davoser, der seine Sache wiederum gut machte. Allerdings fehlte gegen das offensiv starke Bern ein kreativer Verteidiger wie Jérémie Kamerzins (Hirnerschütterung) schon etwas. Eigentlich konnte nur gerade Torschütze Rathgeb für etwas Druck nach vorne sorgen. Für Bodenmann war die gute Mannschaftsleistung der Hauptgrund für den Sieg. Endlich habe man nun auch mal ein Spiel gegen ein Spitzenteam gewinnen können, das gebe Selbstvertrauen für die kommende Woche. Dort treffen die Berner im Schweizer Cup auf Angstgegner Zug, während Gottéron nach Lausanne reisen muss. Im Lager der Freiburger blickte man trotz Cup bereits dem nächsten Meisterschaftsspiel am Freitag gegen Ambri entgegen, wo eine Reaktion erfolgen soll. Die Chancen dafür stehen nicht schlecht, denn das Team von Zenhäusern hat in dieser Saison noch nie zweimal hintereinander verloren. Die Niederlage in Bern möglichst schnell vergessen und nach vorne schauen, lautete der allgemeine Tenor. Denn eines ändert diese Niederlage nicht: Gottéron bleibt weiterhin Leader vor den starken ZSC Lions und Zug.

Telegramm

Bern – Gottéron 5:1 (1:0, 3:1, 1:0)

16974 Zuschauer.–SR Mollard/Wiegand, Kohler/Tscherrig.Tore:15. Bodenmann (Bergenheim) 1:0. 24. Martin Plüss (Moser, Helbling/Ausschluss Benny Plüss) 2:0. 30. Roy (Rüfenacht, Conacher) 3:0. 36. Rathgeb (Mauldin) 3:1. 38. Rüfenacht (Blum/Ausschluss Moser!) 4:1. 47. Flurin Randegger (Moser) 5:1.Strafen:4-mal 2 plus 5 Minuten (Gian-Andrea Randegger) plus Spieldauer (Gian-Andrea Randegger) gegen Bern, 6-mal 2 plus 5 (Fritsche) plus 2-mal 10 Minuten (Rivera, Conz) plus 2-mal Spieldauer (Fritsche, Rivera) gegen Gottéron.

SC Bern:Bührer; Gerber, Helbling; Blum, Untersander; Flurin Randegger, Jobin; Gian-Andrea Randegger; Moser, Rüfenacht, Scherwey; Alain Berger, Bergenheim, Conacher; Smith, Roy, Bodenmann; Pascal Berger, Martin Plüss, Hischier; Müller.

Gottéron:Conz; Camperchioli, Ngoy; Rathgeb, Picard; Maret, Schilt; Neukom, Gardner, Benny Plüss; Mauldin, Pouliot, Mottet; Sprunger, Bykow, Salminen; Fritsche, Schmutz, Rivera; Vauclair.

Bemerkungen:Bern ohne Ebbett, Kobasew, Kreis, Krueger (alle verletzt), Reichert (überzählig), Gottéron ohne Abplanalp, Loichat, Kamerzin (alle verletzt) und Pivron (Partnerteam Martigny). 22. Timeout SCB.

Die FN-Besten:Conacher, Rathgeb.

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