Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Der Schweizer Exot unter den Centern

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Starke Center oder Power Forwards mit Schweizer Pass sind in der NLA Mangelware. Einer, der sich gegen die in der Regel amerikanischen Gegenspieler durchsetzen kann, ist der 203 Zentimeter grosse Arnaud Cotture. Der Walliser aus Fully erzielte bei Olympic rasant Fortschritte und entwickelte sich so zu einem Nationalspieler. Im Vorfeld des heute beginnenden Playoff-Halbfinals gegen die Lugano Tigers sprach Cotture mit den FN über seinen Werdegang, das lockende Ausland und die Serie gegen die Tessiner.

 

 Arnaud Cotture, bereits im Alter von 14 Jahren verliessen Sie das Wallis, um in Freiburg Basketball zu spielen. Was waren Ihre Beweggründe?

Das Spielniveau hier ist bedeutend höher. Mit Martigny spielte ich im Wallis nur kantonal. Wir gewannen jedes Spiel mit 100 Punkten, so machte es irgendwann keinen Spass mehr. Der damalige Coach von Olympics Akademie hat mich dann kontaktiert, und ich entschloss mich für den Wechsel, zumal die Schule hier in Freiburg ein gutes Niveau aufweist.

 

 In so jungen Jahren bereits von der Familie getrennt zu sein, war sicherlich nicht einfach…

Ja, zumal ich ein Familienmensch bin. Es war schon hart, die Eltern bis zu zwei Wochen nicht zu sehen. Auch jetzt noch vermisse ich den Kontakt manchmal. Ich war seit eineinhalb Monaten nicht mehr im Wallis. Das ist zwar nicht schlimm, aber doch störend.

 

 Obwohl, Ablenkung hatten Sie mit dem Basketball und der Schule ja genug.

Das stimmt. Besonders letztes Jahr war es schon sehr viel. Ich habe die Berufsmatura abgeschlossen. Körperlich und mental war es ein hartes Jahr. Deshalb habe ich es in dieser Saison ruhiger angehen lassen und mich nur auf den Sport konzentriert, um im Basketball weitere Fortschritte zu erzielen.

 

 Ihre Entwicklung ist eindrücklich. Bereits mit 16 Jahren kamen Sie zu ersten NLA-Einsätzen. Waren Sie selbst überrascht?

Ja und nein. Ich wusste, dass ich die Fähigkeiten dafür mitbringe. Aber dass es so schnell gehen würde? Teilweise stand ich im Training auf dem Parkett und wusste nicht, wie mir geschah. Teilweise wurde ich hart rangenommen. Aber das war eine gute Lehre. Ich bin wirklich sehr zufrieden mit meiner Entwicklung.

 

 Heute sind Sie einer der Leistungsträger bei Olympic und übernehmen viel Verantwortung. Ist das etwas, was Ihnen entspricht?

Ich bin sicherlich kein Wortführer. Ich ergreife das Wort in der Kabine sehr selten, weil ich es schlicht nicht der Typ dafür bin. Ich bin da sehr feinfühlig. Ich gehe eher durch die Tat voran. Mit 20 Jahren schon so viel Verantwortung zu haben, ist sicher aussergewöhnlich. Zu wissen, dass meine Kollegen auf mich zählen, bereitet mir Freude. Grundsätzlich bin ich ein defensiver Spieler und erfülle diesbezüglich eine zentrale Rolle im Team.

 

 Ihr grösster Förderer ist Trainer Petar Aleksic. Wie kommen Sie als junger Spieler mit seiner zuweilen sehr impulsiven Art zurecht?

Mental ist es schon nicht immer einfach, damit umzugehen. Petar ist nun seit drei Jahren mein Trainer, und du sagst dir, dass du dich irgendwann daran gewöhnen wirst. Aber dem ist nicht so. Seine Reaktionen sind manchmal schon ein wenig überzogen. Und wenn du Kontra gibst, wird es nur noch schlimmer. Das ändert jedoch nichts daran, dass seine Qualitäten als Ausbildner exzellent sind. Am Ende des Tages habe ich lieber einen Coach, der was sagt, als einer, der sich nie über etwas aufregt.

 

 Sollten Sie weiter derartige Fortschritte erzielen, wird sich früher oder später die Frage nach dem Ausland stellen…

Zuerst habe ich mir erhofft, ein Spieler mit Einfluss in der NLA zu werden. Das habe ich erreicht. Aber bringe ich damit auch die Qualitäten für das Ausland mit? Ich weiss es nicht. Es gab Phasen, in denen ich mir sagte, dass ich unbedingt gehen will. Jetzt frage ich mich manchmal, ob es nicht härter werden würde als gedacht. Oft wird ja das Beispiel Stefan Petkovic erwähnt (Red.: Der ehemalige Olympic-Spieler kehrte desillusioniert aus Minsk zurück). Trotzdem wäre es dumm, es nicht zu versuchen, auch wenn die Angst vor dem Scheitern vorhanden ist. Gleichzeitig bin ich nicht der Meinung, dass eine Karriere in der Schweiz der einfachere Weg sei. Hier erfolgreich zu sein, ist nicht nichts.

 

 Gab es denn schon Kontakte mit Clubs aus dem Ausland?

Nicht wirklich. Bisher wurde ich nur einmal angefragt, aber das war nichts Konkretes. Anders sieht es mit den Angeboten aus der NLA aus…

 

 In der Schweizer Meisterschaft hatte Olympic zuletzt in den Viertelfinals mit den Starwings praktisch ein Freilos. Wäre mehr Gegenwehr für den weiteren Verlauf der Playoffs nicht besser gewesen?

Da gibt es zwei Sichtweisen. Die einen sagen, im Rhythmus zu sein sei besser. Die anderen sagen, ein schnelles Ende–um eine möglichst lange Pause zu haben–sei wichtiger. Ich persönlich ziehe eine längere Regeneration vor. Letztlich ist es aber nicht wichtig.

 

 Dennoch wird das Umschalten auf den deutlichen stärkeren Halbfinal-Gegner aus Lugano eine mentale Herausforderung darstellen.

Die NLA ist eine Zweiklassengesellschaft, das macht es nicht einfach. Im Halbfinal wird nicht immer alles funktionieren wie noch gegen die Basler. Es wird eine Frage der Konzentration sein.

 

 Olympic verlor in dieser Saison nur ein Heimspiel, dies auf dumme Art und Weise ausgerechnet gegen Lugano. Wie wichtig ist in dieser Serie der Heimvorteil?

Ich weiss nicht, warum wir zu Hause besser sind. Wir wissen einfach, dass wir im St. Leonhard nur sehr schwer zu schlagen sind. Und zu wissen, dass wir den Titel holen, wenn wir die Heimspiele gewinnen, ist eine gute Ausgangslage.

 

 Wie wichtig war es, die lange Durststrecke ohne Titel seit 2010 mit dem kürzlichen Sieg im Cup endlich beendet zu haben?

Dadurch fiel eine Menge Druck von uns ab. Zuvor hatten alle von den acht in Serie verlorenen Finals gesprochen. Jetzt wissen wir, dass wir gewinnen können. Aber naja, die Statistik ist mit einem Sieg aus neun Finals noch immer nicht wirklich glorreich… (lacht)

 

 Lugano konnte die Serie gegen Monthey trotz eines 0:2-Rückstandes für sich entscheiden, spielte aber am Donnerstagabend noch im Wallis. Ein Vorteil?

Ein kleiner Vorteil ist es gewiss. Lugano ist müde und muss ja sozusagen hin- und zurückreisen. Körperlich sind wir also sicher frischer. Auf der anderen Seite sind die Tessiner in einer positiven Dynamik und dürften vor Selbstvertrauen strotzen.

 

 Was sind die Stärken der Tessiner?

Lugano spielt sehr hart, besonders unter dem Korb. Aber wir haben die Waffen, um in den Final einzuziehen.

 

«Trotzdem wäre es dumm, es nicht zu versuchen, auch wenn die Angst vor dem Scheitern vorhanden ist.»

«Ich bin sicherlich kein Wortführer.»

«Zu wissen, dass wir den Titel holen, wenn wir die Heimspiele gewinnen, ist eine gute Ausgangslage.»

NLA. Männer. Playoff-Halbfinals (best of 5). Heute, 1. Runde:Olympic – Lugano 17.30. Genf – Neuenburg 17.30.Dienstag, 2. Runde:Olympic – Lugano 19.30. Genf – Neuenburg 19.30.Samstag 7. Mai, 3. Runde:Lugano Olympic 17.30. Neuenburg – Genf 19.00.Ev. Dienstag 10 Mai, 4. Runde:Lugano – Olympic 19.30. Neuenburg – Genf 19.30.Ev. Donnerstag 12. Mai, 5. Runde:Olympic Lugano 19.30. Genf – Neuenburg 19.30.

Playoff-Halbfinal: Lugano fordert ab heute Olympic

D erweil sich Qualifikationssieger Olympic in seiner Viertelfinalserie gegen die Starwings im Eilzugtempo (3:0) durchsetzen konnte, musste das fünftplatzierte Lugano im Duell mit dem BBC Monthey über die volle Distanz gehen (3:2). Heute Samstag (17.30 Uhr) kommt es im St. Leonhard zum ersten Spiel der Halbfinalserie (best of 5).

Im Saisonvergleich liegen die Freiburger gegen die Tigers mit 2:1 Siegen vorne. Vor Monatsfrist konnte sich das Team von Petar Aleksic mit dem klaren 96:74-Heimerfolg für die einzige Saisonniederlage im St. Leonhard revanchieren, die Olympic wegen eines unterirdischen Schlussviertels gegen Lugano kassiert hatte. Trotz Rang 5 in der Qualifikation ist die Equipe von Trainer Jean-Marc Jaumin als brandgefährlich einzuschätzen. Spieler wie der unverwüstliche Derek Stockalper, Andrej Stimac oder Dominique Rambo können einer Partie jederzeit den Stempel aufdrücken.

In den Playoffs trafen die beiden Teams letztmals 2014 im Final aufeinander. Damals holte sich das klar favorisierte Lugano in sieben Spielen den Titel. fs

NLA. Männer. Playoff-Halbfinals (best of 5). Heute, 1. Runde: Olympic – Lugano 17.30. Genf – Neuenburg 17.30. Dienstag, 2. Runde: Olympic – Lugano 19.30. Genf – Neuenburg 19.30. Samstag 7. Mai, 3. Runde: Lugano Olympic 17.30. Neuenburg – Genf 19.00. Ev. Dienstag 10 Mai, 4. Runde: Lugano – Olympic 19.30. Neuenburg – Genf 19.30. Ev. Donnerstag 12. Mai, 5. Runde: Olympic Lugano 19.30. Genf – Neuenburg 19.30.

Mehr zum Thema