Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Der Sensler, der mit Nordmazedonien sein persönliches Märchen weiterschreibt

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Vor acht Jahren wurde er bei YB für Super-League-untauglich befunden und musste aufs RAV. Mittlerweile spielt er in der Premier League und kommt am Sonntag mit Nordmazedonien zu seinem EM-Debüt. Die unglaubliche Geschichte des Flamatter Fussballers Ezgjan Alioski.

Nordmazedonien hat zwar nur zwei Millionen Einwohner, doch die Hoffnungen von zwei Millionen Menschen auf den Schultern zu tragen, kann ebenfalls bereits hemmend wirken. Der kleine Balkanstaat hat sich zum ersten Mal für eine EM-Endrunde qualifiziert, auch der Präsident war schon da, um den Spielern zu gratulieren.

Da kommt ein Spieler wie Ezgjan Alioski, den sie bei Leeds United «mischief maker in chief» nennen, gerade recht. Denn das Wort Unruhestifter ist im Zusammenhang mit dem 29-jährigen Publikumsliebling durchaus positiv gemeint. Alioski ist ein Lausbub, der frisch von der Leber spielt. Er will sich denn auch nicht zu sehr mit der historischen Dimension der Qualifikation auseinandersetzen. «Jetzt solche Gedanken zu haben, macht wenig Sinn. Wir konzentrieren uns darauf, dass wir bei der Euro etwas erreichen können», sagte er diese Woche gegenüber dem TV-Sender Sky. «Darüber nachdenken kann man dann, wenn man im Urlaub ist – oder in einigen Jahren.»

Wichtige Stütze bei Leeds United …

In einigen Jahren wird Alioski die Saison 2020/21 sicher auch als diejenige bezeichnen, in der er sich in neue Dimensionen katapultiert hat. Seine erste Saison in der Premier League war ein voller Erfolg. Er ist in der besten Liga der Welt Stammspieler, stand in 36 von 38 Meisterschaftsspielen auf dem Platz, insgesamt 2640 Minuten – und damit sogar mehr als in der Saison zuvor, als er eine Liga tiefer mit Leeds den Aufstieg schaffte.

Als Linksverteidiger sah er sich den besten Rechtsaussen der Welt gegenüber, von Manchesters Kevin De Bruyne bis Liverpools Mohamed Salah. Alioski trat auch hier ohne Komplexe auf, mit zwei Toren und drei Torvorlagen stellte der Sensler, in seiner Zeit in der Schweiz meist im linken Mittelfeld eingesetzt, auch seinen Offensivdrang unter Beweis. Alioski steuerte seinen Teil dazu bei, dass Leeds die Saison auf dem starken neunten Rang abschloss.

… und in der Nationalmannschaft

Es passt zu seiner Saison, dass er nicht nur auf Clubebene, sondern auch mit der Nationalmannschaft von Erfolg zu Erfolg rennt. Mit Nordmazedonien nutzte er die Gunst der Stunde und die neue Möglichkeit, sich über die Nations League für die Euro zu qualifizieren. Dazu reichten in den Playoffs Siege gegen den Kosovo und Georgien. Sicher nicht der schwierigste Weg an eine Endrunde.

Dass die Qualifikation mehr als ein Zufallsprodukt ist, zeigte die Mannschaft allerdings im Nachhinein. Im März besiegte Nordmazedonien in der WM-Qualifikation in Duisburg sensationell Deutschland mit 2:1. Alioski verschuldete zwar mit einer ungestümen Aktion den Elfmeter, der zum zwischenzeitlichen Ausgleich führte, gehörte aber mit seiner unermüdlichen Art und seinem starken linken Fuss auch im positiven Sinn zu den auffälligsten Spielern der Partie.

Mit 21 noch arbeitslos

Dass er regelmässig gegen die Besten der Welt spielt, ist ein Fussballmärchen. Erst acht Jahre ist es her, da war Alioski gut zwei Monate arbeitslos, weil ihn kein Club unter Vertrag nehmen wollte. Als Knirps wurde sein Talent zwar früh erkannt. Mit vier Jahren – drei Jahre nachdem er mit seiner Familie von Nordmazedonien in die Schweiz gezogen war – begann der kleine Gjanni, wie ihn alle nennen, in Flamatt mit dem Fussballspielen. Bereits sechs Jahre später wurde er bei einem Hallenturnier entdeckt und wechselte zu den Young Boys. Nachdem er dort sämtliche Juniorenstufen durchlaufen hatte, fanden die Berner jedoch keine Verwendung mehr für ihn. Es reiche maximal für die 1. Liga, befand der damalige YB-Sportchef.

2013 wurde Alioski im Verlauf der Saison nach Schaffhausen ausgeliehen und stieg mit dem Team immerhin von der Promotion League in die Challenge League auf. Einen Vertrag für die darauffolgende Saison erhielt er trotzdem nicht; Schaffhausen mochte keine Ausbildungsentschädigung bezahlen. So stand Alioski als 21-Jähriger ohne Club und ohne Perspektive da. Er ging aufs RAV, trainierte mit seinem Vater und seinem älteren Bruder alleine in Flamatt und hoffte auf bessere Zeiten.

Und die kamen. Nach gut zwei Monaten ohne Club meldete sich der FC Schaffhausen doch noch. Unter Trainer und Förderer Maurizio Jacobacci wurde Alioski besser und besser. Von da an ging es nur noch bergauf. 2016 wechselte er zum FC Lugano in die Super League, spielte auch dort gross auf und wagte 2017 den Schritt nach England zu Leeds United, dem Club, mit dem er 2020 in die Premier League aufstieg.

Gerne in der Rolle des Underdogs

Dass Doppelbürger Alioski für Nordmazedonien aufläuft und nicht für die Schweiz, ist übrigens nichts als logisch. Als er im Oktober 2013 sein Debüt in der A-Nationalmannschaft gab, wäre in der Schweiz noch niemand auf die Idee gekommen, dass er je das Zeugs zum Nationalspieler haben würde. In Nordmazedonien waren die Ansprüche tiefer. Das Land war damals ein klassischer Fussballzwerg, neun seiner ersten zehn Länderspiele verlor Alioski – nur gegen Luxemburg schaute ein Sieg heraus.

Nordmazedoniens Märchen ist deshalb durchaus mit demjenigen von Alioski zu vergleichen. Am Sonntag soll es im Spiel gegen Österreich weitergeschrieben werden. Weitere Gruppengegner sind die Ukraine und die Niederlande. «Ich denke, Holland ist sicher der grosse Favorit in der Gruppe. Wir sind der Underdog – aber diese Rolle gefällt uns. Im Fussball gibt es immer Überraschungen; wir wollen zeigen, dass wir für eine Überraschung gut sind», so Alioski gegenüber Sky.

Wo spielt Alioski nächste Saison?

Die EM dient Ezgjan Alioski auch als Schaufenster. Er ist dieser Tage nicht nur in den nordmazedonischen, sondern auch in den englischen Medien regelmässig Thema. Sein Vertrag in Leeds läuft aus, bisher hat er ihn noch nicht verlängert, obwohl ihm laut englischen Medien der Club zuletzt ein aufgebessertes Angebot (in dieser Saison lag sein Salär bei gut 1,2 Millionen Pfund) unterbreitet hat. Doch Alioski ist vielerorts begehrt – und könnte mit einer starken EM noch begehrter werden. In England wird er unter anderem mit Galatasaray Istanbul in Verbindung gebracht.

Alioski ist auf der Weltbühne angekommen, seine Schweizer Heimat hat er aber nie vergessen. Oder wie er letztes Jahr im Interview mit dem Blick sagte: «Flamatt bleibt immer meine Heimat. Meine Familie wohnt noch immer da. Irgendwann nach meiner Karriere würde ich gerne zurückkehren.» Zunächst einmal schreibt Gjanni nun allerdings sein persönliches Fussballmärchen weiter.

Kommentar (0)

Schreiben Sie einen Kommentar. Stornieren.

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Die Pflichtfelder sind mit * markiert.

Meistgelesen

Mehr zum Thema