Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Der Siegläufer, den niemand kennt

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Der Äthiopier Tolossa Chengere geht als Favorit an den 73. Murtenlauf

Autor: Von GUIDO BIELMANN

Kenianer kommen via Touristenvisum für drei Monate nach Europa, um dann eine Serie Läufe zu bestreiten. Dieser Kategorie begegnet man jedes Frühjahr am Kerzerslauf. Äthiopier wie Tolossa Chengere (23) weilen auf Grund der politischen Situation in ihrem Land in der Regel als Asylbewerber in die Schweiz. Tolossa Chengere ist im Jahr 2002 als Asylant in die Schweiz gekommen. Er lebt heute in der Region Lausanne in einem Asylantenheim und spricht mittlerweile ziemlich gut Französisch: «Es war schwierig, aus Äthiopien auszureisen.» Er sei wegen der politischen Situation weggegangen, erklärt er.Er hat im Süden Äthiopiens gelebt, in einem 250-Seelen-Dorf auf 3000 m über Meer. Sie seien zehn Kinder, vier davon seien gute Läufer. Sein Bruder Lemmi lebe in Kanada; er laufe den Marathon in 2:13 Stunden.

Nummer 12 in Äthiopien

Kontakt in seine Heimat hat Tolossa Chengere nur sehr wenig. Telefonieren sei sehr schwierig. Ab und zu schreibe er einen Brief. Die Situation sei oft nicht leicht für die Moral.In der gleichen Region ist auch Weltklasseläufer Kenenisa Bekele aufgewachsen. Chengere kennt ihn. In seinem Land schätzt sich Chengere etwa als der Zwölftbeste ein, was heisst, dass er nie eine Chance bekommen wird, eine Selektion ins Nationalkader zu bekommen. An den Landesmeisterschaften im Jahr 2000 war er über 10 000 m Siebter – als 17-Jähriger. Seit seinem 16. Lebensjahr ist er Laufprofi.Da Chengere weiss, dass Höhentraining für Ausdauerathleten gut ist, geht er auch in der Schweiz in die Höhe, wenn er die Möglichkeit hat. Vergangene Woche weilte er in St. Moritz, zusammen mit einigen anderen Afrikanern. Eine kostspielige Angelegenheit. Läufer wie er würden von Weltklasseathleten, die gut verdienen, unterstützt, erklärt Chengere.Zwei bis drei Rennen läuft Tolossa Chengere pro Monat. Voriges Wochenende hat er den Waldlauf von Romont gewonnen. Am Sonntag am Murtenlauf trifft er auf u. a. auf seinen Landsmann Urguessa Weyessa, der ihn im Vorjahr um acht Sekunden auf den zweiten Rang verwiesen hat. Vor zwei Jahren war Chengere hinter dem Neuseeländer Jonathan Wyatt auch Zweiter gewesen.Der Murtenlaufsieg war Chengere im Jahr 2003 vergönnt, als er seinen Landsmann Eticha Tesfaye um zwei Sekunden schlug. Tesfaye hatte am Ende der Alpenstrasse den Lindenzweig erhalten, und Chengere spurtete an ihm vorbei.

Mehr zum Thema