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«Der Sport fördert die geistige und soziale Kompetenz»

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: irmgard lehmann

Der Sportanlass im Stadion St. Leonhard ist dem Freiburger Michel Delley gewidmet. Er hat ihn vor über 30 Jahren zusammen mit Freunden ins Leben gerufen. Und darum heisst der Wettkampf auch Michel-Delley-Meeting. Delley ist 1975 verstorben. Seit 33 Jahren findet der Wettkampf in Freiburg statt. Zirka 100 behinderte Sportler aus der ganzen Schweiz nehmen dieses Jahr daran teil. Ausgetragen werden u. a. Leichtathletik mit 60-, 100- und 400-Meter-Lauf, 4x100m Staffellauf, Speerwerfen und Ballwurf. Ein Wettkampf mit Behinderten setzt eine grosse Vorbereitung voraus. Niemand weiss das besser als Hans Zurkinden, Präsident von Sport Handicap Fribourg SHF.

Hans Zurkinden, was setzt ein Wettkampf unter Behinderten voraus?

Vorab ein aktives Training das ganze Jahr hindurch. Und hiefür brauchen wir qualifizierte Leiter. Wir sind in einer guten Situation und haben genügend Freiwillige, die sich als Leiter ausbilden lassen. Darunter auch viele junge Leute.

Sie sind als Projektleiter bei der Schweizerischen Post beruflich stark engagiert und investieren quasi Ihre gesamte Freizeit im SHF. Was motiviert Sie dazu?

Mein eigener Sohn. David ist 22 Jahre alt und hat Trisomie. Mit ihm habe ich erfahren, wie wichtig Sport ist. Mit Leidenschaft macht er seit acht Jahren im Unihockey mit und besucht jede Woche in der Sporthalle des ‹Les Busissonnets› das Training. Stets kommt er zufrieden nach Hause, und das erfreut auch uns Eltern. Im Training ist er mit 12 Jugendlichen zusammen, auch mit französischsprachigen. Dieser Sport macht sein Leben einfach lebenswerter und bringt Freude und Abwechslung in seinen Alltag.

Inwiefern?

Behinderte Menschen bewegen sich meist in einem kleinen Umfeld mit den immer gleichen Bezugspersonen. Sport bringt sie aber mit anderen Menschen in Kontakt. Sie müssen Rücksicht nehmen, lernen, aufeinander einzugehen, teamfähig zu werden und Freude am Sich-Bewegen zu haben. Sport fördert ganz einfach die geistige und soziale Kompetenz und ist für Behinderte eine Herausforderung.

Ein Beispiel?

Am Besten sieht man das beim Basketball. Eine Menge Regeln müssen eingehalten werden. Der Behinderte muss sie im Kopf haben und erst noch agieren. Auch die Stabübergabe beim Staffellauf verlangt höchste Konzentration. Der Triathlon mit Ballwurf, Weitsprung und der 60-Meter-Lauf sind ebenfalls eine ziemlich Herausforderung. Der Gruppenwettkampf wiederum fördert das soziale Engagement. Auch Schwache dürfen da mitmachen. Damit das Gruppenresultat nicht geschwächt wird, werden die Einzelresultate von Schwachen im Endresultat nur teilweise einbezogen. Diese Konzession müssen wir machen. Denn Behinderten-Breitensport ist nicht in erster Linie leistungsorientiert, sondern es geht ums Mitmachen.

Und trotzdem steht der Behindertensport isoliert da?

Leider. Darum ist die Integration dem SHF ein grosses Anliegen. Unihockey wäre hiefür eine ideale Disziplin. Mit Unterstützung wäre das in einem Dorf-Klub sicher möglich. Der SHF wäre bereit zu unterstützen. Ansatzweise gibt es das schon. Etwa beim Altstadtlauf Freiburg oder auch an den Unihockeyturnieren in Schmitten und Granges-Paccot. Dort machen unsere Sportler bei normalen Turnieren oder Anlässen mit. Zurzeit klären wir mit dem Schwimmklub Murten ab, ob er allenfalls bereit wäre, gute behinderte Schwimmer in den Trainings zu integrieren. Weitere Höhepunkte sind zudem die Teilnahmen am jährlichen Plusport Tag in Magglingen oder neu am nächsten Eidgenössischen Turnfest 2013 in Biel.

Im Vergleich zu früher wird heute doch für Behinderte eine Menge getan?

Das sehe ich auch so. Ich bin aber überzeugt, dass man ein Leben lang fördern muss und dass Sport einen wichtigen Beitrag leisten kann.

Was beschäftigt Sie sonst noch als Präsident?

Die Finanzierung. Um die Sportangebote sicher zu stellen, ist ein Budget von rund 230000 Franken nötig. Infrastruktur, Hallennutzung, Schwimmbäder und Ausbildung müssen bezahlt werden. Durch einen Unterleistungsvertrag mit dem schweizerischen Dachverband Plusport – er verteilt die IV-Subventionen – sind rund 50 Prozent der Kosten gedeckt. 130000 Franken jedoch müssen wir selber zusammenbringen. So bleibt uns nichts anderes übrig, als jedes Jahr zusätzlich zu den Mitgliederbeiträgen und Spenden erneut Anlässe und Sportveranstaltungen zu organisieren und auf Betteltour zu gehen.

SHF-Präsident Hans Zurkinden mit seinem behinderten Sohn David.Bild Charles Ellena

SHF:18 Sportgruppen für körperlich und geistig Behinderte

Die Vereinigung Sport Handicap Fribourg SHF wurde im Jahr 1959 gegründet. Das hauptsächliche Ziel ist körperlich und geistig behinderte Jugendliche und Erwachsene zum Sport zu animieren.

250 Behinderte im Alter zwischen 18 und 60 Jahren nutzen als aktive Mitglieder das Angebot. Rund 18 Sportgruppen stehen zur Auswahl, die von rund 40 Leiterinnen und Leiter geführt werden: Basketball, Schwimmen, Tanz, Gymnastik, Fitness Unihockey, Rafroball.

300 Passivmitglieder

Die kantonale zweisprachige Vereinigung ist auf Spenden angewiesen. 300 Passivmitglieder unterstützen sie. Seit vier Jahren präsidiert Hans Zurkinden aus Düdingen das sechsköpfige Komitee.il

Weitere Infos unterwww.sh-fr.chSpendenkonto 17-9263-3Telefon 026 401 02 20

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