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«Der Staatsrat zählt auf jeden Freiburger»

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Ab sofort gilt im Kanton Freiburg wegen der Covid-Pandemie die ausserordentliche Lage. Das hat der Staatsrat gestern an einer Medienkonferenz in den Räumlichkeiten der Kantonspolizei in Granges-Paccot bekannt gegeben. «Die ausserordentliche Lage ist bis am 30. November in Kraft. Sie kann bei Bedarf verlängert werden», sagte Anne- Claude Demierre (SP), Gesundheitsdirektorin und Präsidentin des Staatsrats. «Mit der ausserordentlichen Lage soll eine ernsthafte und unmittelbare Gefahr abgewehrt werden», sagte Sicherheits- und Justizdirektor Maurice Ropraz (FDP). Der Staatsrat kann nun aus seiner Sicht notwendige Massnahmen ohne vorherige Zustimmung des Grossen Rats anordnen.

Anne-Claude Demierre richtete einen Appell an die Bevölkerung: «Der Staatsrat zählt auf jede Freiburgerin und jeden Freiburger.» Es sei ihr bewusst, dass die Massnahmen mühsam seien. Doch sei es absolut notwendig, die Kontakte zu reduzieren und die Schutzmassnahmen einzuhalten, um die Verbreitung des Virus zu verhindern. «Jeder trägt hier die Verantwortung.»

30 Zivilschützer im Einsatz

Nun setzt der Staatsrat das Kantonale Führungsorgan (KFO), das bereits im Frühling aktiv war, wieder ein. Es hat unter anderem die Aufgabe, Massnahmen zu ergreifen, die erforderlich sind, um die Situation unter Kontrolle zu bringen, dem Staatsrat das Ergreifen von ausserordentlichen Massnahmen und Ausnahmemassnahmen vorzuschlagen und spezifische Präventions- und Vorsorgemassnahmen zu bestimmen und anzuordnen.

Mitglied des Kantonalen Führungsorgans sind unter anderem der Kantonsarzt, Vertreter des Freiburger Spitals HFR, der Kantonspolizei, der Oberämter, des Zivilschutzes, der Direktion für Gesundheit und Soziales sowie der Sicherheits- und Justizdirektion. Geleitet wird das KFO erneut von Christophe Bifrare, Vorsteher des Amts für Bevölkerungsschutz und Militär. «Das KFO steht unter der Verantwortung des Staatsrats», informierte Maurice Ropraz. Mit seiner Aktivierung solle das Krisenmanagement verstärkt werden.

Weiter werde der Freiburger Zivilschutz zur Unterstützung des Spitalpersonals und der Pflegekräfte eingesetzt, sagte der Sicherheits- und Justizdirektor. Der Zivilschutz sei verstärkt worden mit einem Detachement des Waadtländer Zivilschutzes und Zivildienstleistenden. Derzeit seien etwa 15 Zivildienstleistende und etwa 30 Angehörige des Zivilschutzes im Einsatz. In der kommenden Woche solle diese Zahl auf 50 Zivildienstleistende und 70 Zivilschützer steigen.

Antwort der Armee steht aus

Noch unbeantwortet ist laut Maurice Ropraz das Freiburger Gesuch um Unterstützung durch die Armee. Die Militärangehörigen sollen wie schon im Frühjahr die Mitarbeiter des HFR entlasten. Denn die Betreuung von Corona-Patienten bedeute für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Spitals mehr Aufwand, sagte HFR-Generaldirektor Marc Devaud an der Pressekonferenz. Er hoffe, dass die Antwort auf das Freiburger Gesuch in der kommenden Woche eintreffen werde, so Staatsrat Maurice Ropraz. In seinem Gesuch habe der Staatsrat dargelegt, dass es derzeit nicht möglich sei, Hilfe aus anderen Kantonen zu erhalten.

Volkswirtschaftsdirektor Olivier Curty (CVP) sprach an der Pressekonferenz über die wirtschaftlichen Aspekte der Covid-Pandemie. «Die Herausforderung besteht darin, ein Gleichgewicht zu finden zwischen dem Schutz der Gesundheit der Bevölkerung und der Begrenzung des Schadens für unsere Wirtschaft.» Vorhersagen zu machen, sei schwierig. Olivier Curty präsentierte die aktuelle Lage der Freiburger Wirtschaft und des Arbeitsmarkts: Die Arbeitslosenquote gehe leicht zurück. Es gebe momentan keine namhafte Zunahme der Firmenkonkurse. So etwas könne sich aber sehr schnell ändern, so Curty. Bei der Kurzarbeit gebe es 1400 Verlängerungsgesuche. Die öffentliche Ausgleichskasse habe über 200 Millionen Franken an Kurzarbeitsentschädigungen überwiesen und 60 Millionen Franken für den Erwerbsausfall.

Der Staatsrat wies auf den Wiederankurbelungsplan für die Freiburger Wirtschaft hin, der vor kurzem im Grossen Rat behandelt wurde (siehe FN vom 14. Oktober). Schon bald sollen die Gelder fliessen. «Wir wollen schnell handeln, um unsere Unternehmen, die in Schwierigkeiten sind, zu unterstützen.»

Schulen

Die Maskenpflicht gilt jetzt auch im Sportunterricht

Der Freiburger Staatsrat weitet die Maskenpflicht aus: Neu müssen Schülerinnen und Schüler ab der OS-Stufe Masken tragen sowie das gesamte Lehr-, Verwaltungs- und technische Personal aller obligatorischen Schulen. «Die Pflicht gilt auf dem gesamten Schulareal, während des Unterrichts und während der Pausen», sagte Erziehungsdirektor Jean-Pierre Siggen (CVP). Schüler ab der Stufe 9H müssen während des Sportunterrichts in einer Halle Masken tragen und auch Abstand zueinander halten. Beim Sport im Freien sei entweder eine Maske zu tragen oder Abstand zu halten. Die Maskenpflicht könne die Zahl der Neuinfektionen verringern. Der Staatsrat nannte als Beispiel die OS in Romont, wo Mitte September während zweier Wochen eine Maskenpflicht galt. Mit der neuen Massnahme solle der Präsenzunterricht an den Schulen weiterhin möglich sein. Denn es würden zunehmend mehr Lehrkräfte und Schüler wegen Virusinfektionen oder Quarantäne fehlen. Derzeit seien rund hundert Lehrer betroffen. «Wir sind immer noch in der Lage, unsere Mission zu erfüllen. Je nach Schule ist es aber etwas angespannt.»

jmw

Zahlen und Fakten

801 neue Infizierte, 133 Personen im Spital

«Die Lage ist ernst und verschlechtert sich», sagte gestern Gesundheitsdirektorin Anne-Claude Demierre (SP). Gestern betreute das Freiburger Spital HFR 133 infizierte Personen. Das ist eine Verzehnfachung seit Mitte Oktober. Am 12. Oktober waren es laut dem HFR noch 13 Patienten gewesen. Gegenwärtig liegen 16 infizierte Personen auf der Intensivstation, davon werden 11 künstlich beatmet. Vor 18 Tagen sei es erst ein Patient gewesen. In den vergangenen 14 Tagen gab es im Kanton Freiburg 1435 Infektionen pro 100 000 Einwohner, sagte Anne-Claude Demierre. Die Positivitätsrate der Corona-Tests liegt bei über 40 Prozent. Die Reproduktionsrate beträgt 2,2. Das bedeutet: Ein Infizierter steckt im Durchschnitt 2,2 weitere Personen an. Gestern Abend meldete der Kanton Freiburger 801 neue Infektionen. In den Tagen zuvor waren es jeweils zwischen 500 und 600. Steigend ist auch die Zahl der infizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des HFR. Aktuell seien es 69 Personen. Das Spital spricht von einem Mangel an Ärzten und Pflegepersonal.

jmw

Spital

Weniger ambulante Konsultationen

Nach der Ankündigung, nicht dringende Operationen ab jetzt auszusetzen (siehe FN von gestern), reduziert das Freiburger Spital HFR ab Montag auch die ambulanten Konsultationen. «Die verfügbaren Fachärzte und Pflegekräfte werden die Bereiche der Inneren Medizin unterstützen», schrieb das Spital gestern in einer Mitteilung. Ein angepasster Bettenorganisationsplan soll zudem die Kapazität in der Inneren Medizin von 220 auf mehr als 330 Betten erhöhen.

jmw

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