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Der Steuerzahler war sein Rechnungsprüfer

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Bei Daniel Berset lassen sich die Veränderungen in seinem Arbeitsumfeld am besten in Zahlen ausdrücken. 1990, als er zum ersten Mal für den Kanton Freiburg ein Staatsbudget ausarbeitete, betrug dieses eine Milliarde Franken. 2014, im Jahr, in dem er in den Ruhestand tritt, sind es 3,2 Milliarden Franken. Während sich das Budget verdreifachte, sind die Preise um 21 Prozent gestiegen, und die Freiburger Wohnbevölkerung ist um 45 Prozent gewachsen.

Für den Ende Monat zurücktretenden Staatsschatzverwalter sind die öffentlichen Finanzen ein Spiegelbild der Gesellschaft und der Politik: «Die Bevölkerung will immer mehr vom Staat, und der Staat muss entsprechende Lösungen anbieten. Aber es ist nicht immer einfach: Der Staat kann nicht alle Probleme lösen.»

Diese gestiegenen Ansprüche haben sich im Verlauf der Jahre auf seine Arbeit und die der gesamten Finanzdirektion niedergeschlagen, so Berset. Nirgendwo in der Staatsverwaltung bestünden so viele Abhängigkeiten mit allen anderen Direktionen. «Die Finanzverwaltung ist heute schon beim Beginn von Projekten mit dabei», sagt der 63-Jährige. Dies gelte sowohl für grosse Bauvorhaben wie auch für Gesetzesprojekte. Dadurch werde von den Mitarbeitern der Finanzdirektion immer mehr Wissen über verschiedenste Fachgebiete verlangt.

Daniel Berset ist schon früh mit Zahlen eng in Kontakt gekommen. Sein Vater führte ein kleines Postbüro im Glanebezirk, und da durfte der Schulbub jeweils mithelfen, am Abend die Abrechnung zu machen.

Von seinem Vater habe er auch die Verbundenheit zum Service publique mit auf den Lebensweg bekommen. Nicht zuletzt aus diesem Grund habe er in den 1990er-Jahre ein finanziell lukratives Stellenangebot eines multinationalen Unternehmens ausgeschlagen.

Zielsetzung ist heute klar

Der Verfechter des Service publique spricht auch aus Berset, wenn er sagt: «Ich hatte immer den Steuerzahler im Kopf. Dieser will, dass sein Geld effizient verwendet wird.» Diese Maxime habe ihm geholfen, die Verantwortung über ein Drei-Milliarden-Budget zu tragen. «Bei jedem einzelnen Steuerfranken habe ich immer die Frage gestellt: Was gibt es dafür? Denn wenn man sich um den einzelnen Franken kümmert, dann gibt es auch keine bösen Überraschungen in Millionenhöhe», so Berset.

Daniel Berset hat die Freiburger Staatskasse unter vier verschiedenen Finanzdirektoren geführt: Félicien Morel (SP, dann PSD), Urs Schwaller (CVP), Claude Lässer (FDP) und Georges Godel (CVP). Bei Bersets Eintritt in die Finanzdirektion war noch Staatsrat Arnold Waeber (konservativ, dann CVP) sein Chef.

«Sie alle hatten den Willen, tragfähige öffentliche Finanzen zu gewährleisten», so Berset. «Die Parteizugehörigkeit spielte da gar keine Rolle.» Von seinen Chefs habe er Ausdauer und Pragmatismus gelernt. Berset musste erkennen, dass nicht alles sofort machbar ist. Die Finanzdirektoren ihrerseits hätten von ihm lernen können, Prioritäten zu setzen und sich nicht in Details zu verlieren. Berset sagt, dass er selber nicht jedes Detail des Staatsbudgets kenne. Dafür seien die Mitarbeiter der einzelnen Abteilungen zuständig.

In Bersets Amtszeit fiel ein für die Staatsfinanzen entscheidender Systemwechsel. Früher setzte sich der Staatsrat die Vorgabe, ein Budget mit maximal drei Prozent Defizit zu präsentieren. Mit der neuen Kantonsverfassung lautet–aussergewöhnliche Umstände vorbehalten–die Zielsetzung neu ein ausgeglichenes Budget. Der Staatsschatzverwalter findet die jetzt geltende Regelung angenehmer: «Sie ist klarer; man weiss genau, was das Ziel ist.»

Über die vergangenen 24 Jahre durchlebte der Finanzspezialist Höhen und Tiefen im Staatshaushalt. Er mag sich an manches finanziell erfolgreiches Jahr, insbesondere unter Staatsrat Lässer, erinnern. 2005 sei ein aussergewöhnliches Jahr gewesen, als die Nationalbank Freiburg 757 Millionen Franken aus den Goldreserven auszahlte. Mit Stolz betont Berset, dass dieser Segen aus Bern noch heute in Form von Reserven vorhanden ist. Dieses aussergewöhnliche Ereignis hat damals auch Teile der Bevölkerung bewegt: «Ein Bürger ist damals zur Finanzdirektion gekommen: Er wollte sehen, wie die 757 Millionen in Gold mit einem Lastwagen angeliefert würden.»

Derzeit sehen die Freiburger Finanzen weniger rosig aus. Wenn in einem Struktur- und Sparmassnahmenprogramm Postenstellen gekürzt werden müssen, so sei das nicht angenehm. Berset relativiert aber, dass es in der Privatwirtschaft oft zu noch grösseren Einschnitten komme und dass er in seiner Amtszeit vier bis fünf Sparübungen durchgemacht habe. Am schlechtesten habe er im Oktober 1993 geschlafen, nachdem das Freiburger Stimmvolk eine Steuererhöhung abgelehnt hatte.

Seither hat Berset sich eine gewisse Gelassenheit angeeignet. Ganz im Wissen, dass die Freiburger Staatsfinanzen heute auf gesunden Strukturen stehen.

«Der Staat kann nicht alle Probleme

lösen.»

Daniel Berset

Staatsschatzverwalter

«Der Steuerzahler will, dass sein Geld effizient verwendet wird.»

Daniel Berset

Staatsschatzverwalter

Zur Person

Immer im Dienste des Kantons

Das Amt als Freiburger Staatsschatzverwalter hat Daniel Berset im Mai 1990 angetreten. Der 1951 geborene Finanzfachmann war aber bereits unmittelbar nach seinem Lizentiat der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Universität Freiburg in den Staatsdienst eingetreten. 1974 wurde er wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Statistischen Abteilung des Kantons Freiburg, 1979 trat er als Wirtschaftswissenschaftler in die Finanzdirektion ein, und zwei Jahre später wurde er Chef der Abteilung Finanzplanung und Budgetkontrolle. In seiner Funktion als Staatsschatzverwalter hat Berset über die Staatsfinanzen gewacht und die Grundlagen der kantonalen Finanzpolitik erarbeitet. Immer mehr Gewicht widmete er den Verbindungen mit dem Bund und der Nationalbank. Berset tritt seine Pension vorzeitig an.uh

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