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«Der Tourismus ist unsere einzige Möglichkeit, die Wirtschaft zu beleben»

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Autor: Pascale Hofmeier

Jauns Ammann Jean-Claude Schuwey ist seit 15 Jahren im Amt. Und während er auf die bald ablaufende Legislatur zurückschaut, landet er immer mal wieder weiter in der Vergangenheit als 2006. «Fünf Jahre sind hier ein zu kurzer Zeitraum. Man muss mehr Geduld haben.»

Das Geld, das überall fehlt

Ein Thema, das den Gemeinderat aber in den letzten fünf Jahren sehr beschäftigt habe, seien die Finanzen. Die Berggemeinde kämpft seit Jahren um gesunde Finanzen. Die Rechnung fiel in den letzten Jahren immer negativ aus, mit der Ausnahme von 2009, als höhere Steuereinnahmen zu schwarzen Zahlen führten. Zum ersten Mal seit langer Zeit. Der Unterhalt der Infrastruktur sei sehr teuer. «Wir haben ein riesiges Strassennetz», sagt Schuwey. Schon 1996 hat der Grossrat beschlossen, Jaun bei der Sanierung der Dorfdurchfahrt unter die Arme zu greifen. Doch die Gemeinde war nicht in der Lage, ihren Teil des Geldes aufzubringen – 1,2 Millionen Franken. 2012 soll nun mit dem Projekt begonnen werden.

Hinzu kam in den letzten Jahren die Sanierung des Trinkwassernetzes und der Unterhalt der Lawinen-, Steinschlag- und Wildbachverbauungen. «Wir sind dafür auf das Geld von Stiftungen und Patengemeinden angewiesen.» Gehe es um Sicherheit oder um Naturgefahren, finde sich fast immer ein Pate. «Für den Sessellift sieht es ganz anders aus.» Dieser wird die Gemeinde 420 000 Franken kosten. «Das ist für uns sehr viel Geld. Eigentlich zu viel Geld», sagt Schuwey. Und doch gebe es keinen anderen Weg: «Der Tourismus ist unsere einzige Möglichkeit, die Wirtschaft zu beleben.» Durch den Tourismus bleibe die Arbeit im Dienstleistungssektor erhalten. Jedoch müsse sich niemand Illusionen machen: «Leute mit guter Ausbildung finden bei uns keine entsprechend entlöhnte Arbeit.»

Grosse Investitionen

«Finanziell ging es in den letzten fünf Jahren leicht besser», sagt Jakob Schuwey, Präsident der Finanzkommission. Höhere Steuereinnahmen und zusätzliche Gelder aus dem neuen Finanzausgleich hätten die Situation verbessert. «Das Budget wurde sehr gut eingehalten. Wir befürworten sehr, was der Gemeinderat gemacht hat.» Die Exekutive habe gute Arbeit geleistet. Allerdings müsse die gute Ausgabendisziplin weitergeführt werden. Vor allem auch mit Blick auf die Grossinvestition für die Sesselbahn, die der Präsident der Finanzkommission «das grosse Ungewisse» nennt. Schwarzmalen wolle er nicht, aber: «Die Investition in den Sessellift ist ein Risiko.»

Denn wieder mit den Steuern raufgehen – diese betragen nach der letzten Senkung 2007 noch immer 100 Prozent pro Staatsfranken – das wolle wirklich niemand. Auch für den Ammann Jean-Claude Schuwey ist das keine Option. «Das wollen wir möglichst vermeiden.» Ein Weg, den Jaun in den letzten Jahren ging, war der Verkauf von vier Alpliegenschaften. Das Geld wird für Investitionen verwendet. Alle Alpliegenschaften will Jaun aber nicht verkaufen.

Es wird weitergehen

Möglichkeiten, die finanzielle Lage langfristig zu sichern, gibt es nur wenige. Die Wichtigste: der Tourismus. «Die Gemeinde muss die Grundlagen für den Tourismus schaffen. Die Tourismusorganisation muss dafür sorgen, dass die Gäste kommen.» Das gelte auch für den Sommerbetrieb. Man müsse versuchen, die «natürlichen Trümpfe» auszuspielen.

Denn andere Wege zu gehen, zum Beispiel eine Fusion anzustreben, das sei nicht sehr wahrscheinlich. «Wir hätten ein Sprachproblem, würden wir zum Beispiel mit Charmey fusionieren.» Und das Deutsch, das will die einzige deutschsprachige Gemeinde des Greyerzbezirks unbedingt behalten. Doch Jean-Claude Schuwey ist überzeugt, dass die Zukunft gut sein wird. «Ich bin ein unverbesserlicher Optimist in dieser Hinsicht.»

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