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Der Traum einer gerechteren Welt

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Mentona Moser – diesen Namen schon gehört? Es ist das ausserordentliche Verdienst von Eveline Hasler, mit ihrem neuesten Roman dieser Frau ein Denkmal gesetzt zu haben.

Mentona Moser war eine Schweizer Schriftstellerin und Gründungsmitglied der Kommunistischen Partei der Schweiz. Ihr Vater war der in der Ostschweiz sehr berühmte und geschätzte Uhrenfabrikant Heinrich Moser aus Schaffhausen, der unmittelbar nach Mentonas Geburt gestorben war. Ihre herrschsüchtige, gefühlskalte Mutter galt – nach dem Tode ihres Ehemanns Heinrich – als eine der reichsten bürgerlichen Frauen in Europa, litt aber an Depres­sionen und «zunehmendem Armutswahn».

Vom kranken Mädchen …

Dieser Umstand hatte für die beiden Töchter Mentona und Fanny im Erwachsenenalter ein Leben an der Armutsgrenze zur Folge. Dank ihres unbändigen Willens und Tatendrangs und ihrer herausragenden Intelligenz hatten beide herausragende berufliche Erfolge. Zu dieser Zeit war dies die absolute Ausnahme bei der in fast allen Bereichen herrschenden Männerdominanz.

… zur starken Frau

Eigentlich deutete nichts daraufhin, dass Mentona eine grossartige Laufbahn einschlagen würde. Vaterlos und einer herzlosen Mutter ausgeliefert, verbrachte Mentona eine einsame Kindheit in einem Schloss auf der Halbinsel Au in Wädenswil am Zürichsee. Hinzu kam, dass Mentona ein ziemlich kränkliches Kind war. Und ausgerechnet dieses gesundheitlich schwächelnde Mädchen sollte eine bedeutende Sozialrevolutionärin und Feministin werden. Mentonas beruflicher Werdegang kurz und bruchstückhaft skizziert: Als 17-Jährige begann sie ein Zoologiestudium in Zürich, setzte es in London fort; am Frauen-College der Universität Cambridge liess sie sich als Sozialhelferin ausbilden. Zurück in Zürich war sie in den verschiedensten sozialen Bereichen tätig. Absoluten Vorrang hatten bei ihr stets die Besserstellung und die Rechte der Frauen, Fragen rund um die Gesundheit und die Hilfe für benachteiligte Familien und deren notleidende Kinder. Es versteht sich von selbst, dass sie mithalf, den Landesstreik von 1918 zu organisieren.

1929 verliess sie die Schweiz und nahm Wohnsitz in der ­brodelnden Reichshauptstadt Berlin.

Vergessen Frauenfiguren

Eveline Hasler ist es in dieser anschaulichen Romanbiografie meisterhaft gelungen – wie übrigens schon in ihrem viel beachteten historischen Roman «Anna Göldin – Letzte ­Hexe» – zu Unrecht vergessene Frauenfiguren in Erinnerung zu rufen.

Man muss nicht Geschichte studiert haben, um Gefallen an diesem Roman zu finden, der mit viel Detailkenntnis und Feingefühl brilliert.

Eine rebellische Pionierin

Es ist nicht übertrieben zu sagen, dass man nach der Lektüre dieses Romans eines Lebens sich eines guten Überblicks über die wichtigsten ­historischen Ereignisse des vorigen Jahrhunderts rühmen darf. In einem Interview sagte Eveline Hasler, sie fühle sich von visionären, historischen Figuren angezogen. Angesprochen auf ihr neues Buch gab die Autorin zu verstehen: «Die Heldin meines neuen Buchs ist auch eine rebellische Pionierin, die Bedeutendes geleistet hat und trotzdem vergessen ging.»

Eveline Hasler zeichnet hier ein eindringliches und spannendes Porträt einer unbeugsamen Frau.

Eveline Hasler: «Tochter des Geldes – Mentona Moser, die reichste Revolutionärin Europas. Roman eines Lebens». 287 Seiten. Nagel & Kimche, Hamburg 2019.

Aldo Fasel ist Leiter der Volksbibliothek Plaffeien-Oberschrot-Zumholz.

Zur Person

Stoffe der Schweizer Geschichte

Eveline Hasler ist 1933 in Glarus geboren und lebt heute im Tessin. Sie studierte Psychologie und Geschichte an der Universität Freiburg und in Paris. In den 1960er- und 1970er-Jahren verfasste sie Kinder- und Jugendbücher, danach auch zunehmend Lyrik und erzählerische Werke für Erwachsene. Ihre Romane behandeln meist Stoffe aus der Schweizer Geschichte. Mit ihren dokumentarischen Romanen über historische Persönlichkeiten wie etwa Anna Göldin wurde sie weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Haslers Werk wurde vielfach ausgezeichnet – unter anderem wurde das Werk «Komm wieder, Pepino» auf der Ehrenliste des Hans-Christian-Andersen-Preises aufgeführt. Ihre Bücher sind bisher in zwölf Sprachen übersetzt.

af/im

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