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Der vermeintliche Pakt mit dem Teufel

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: Hannes Währer

Das Schild mit dem Hinweis auf die aktuelle Ausstellung im Museum Murten steht auf einem Scheiterhaufen – und deutet damit auch schon an, wo 98 Prozent aller je der Hexerei angeklagten Personen im Kanton Freiburg landeten: im Feuer.

Der Weg ins Feuer

Dort endet auch der historische Teil der Ausstellung «Hexen – Hexenvorstellungen und Hexenverfolgungen im Kanton Freiburg» im Museum Murten, nachdem man zuvor den Schicksalsweg einer der Hexerei angeklagten Person nachvollzogen hat.

In einem Raum mit spiralförmig angeordneten Stationen wird die «Spirale der Gewalt», der sich die Opfer der Hexenjustiz ausgesetzt sahen, durchlaufen. Durch historische Objekte, Bilder, Hörstationen und Texte erfährt man, wie sich aus dörflichen, nachbarschaftlichen oder familiären Konflikten eine Anklage zusammenbraute.

Verhör, Folter, Geständnis

Weitere Stationen waren die Verhaftung und Verhöre, zunehmend unter gesteigerter Folter. Ein so erpresstes Geständnis, mag es aus unserer Sicht noch so absurd scheinen, wie beispielsweise der Abschluss eines Paktes mit dem Teufel, wurde als Beweismaterial gewichtet. Schliesslich folgte das Urteil, die Demütigung der Person am Pranger und letztlich die Hinrichtung.

Im ersten Raum der Ausstellung werden die Besucher in die zeitgenössische wirtschaftliche, politische und soziale Situation während der Hexenprozesse eingeführt. Danach wird ein Überblick über den damaligen Hexenglauben verschafft und ein ganzes Instrumentarium zur Abwehr oder Erkennung von Hexen präsentiert.

Zurück in die Gegenwart

Zum Schluss öffnet die Ausstellung ein Fenster in die Gegenwart. Hier wird die moderne Variante der Suche nach «Sündenböcken» thematisiert, aber auch moderne Formen des Hexenglaubens oder des Aberglaubens, beispielsweise im Spitzensport, aufgezeigt.

Insgesamt präsentiert die Ausstellung damit eine interessante Reise in ein düsteres Kapitel der Freiburger und Schweizer Geschichte. Mit der letzten Ausstellungsstation werden Besucher jedoch wieder in die Aktualität zurückgeworfen – und mit der unterschwellig gestellten Frage, wie aufgeklärt unsere Gesellschaft denn wirklich ist, in die Gegenwart entlassen. Die Ausstellung ist in enger Zusammenarbeit mit der wissenschaftlichen Mitarbeiterin des Freiburger Staatsarchivs, Kathrin Utz Tremp, entstanden, welche für die Ausstellung «Catillon, eine Freiburger Hexe» verantwortlich ist (FN vom 25. März). Diese thematisiert die Geschichte des letzten Freiburger Hexenprozesses.

Auch Thema für Politiker

Dass die beiden Ausstellungen fast zeitgleich mit der Behandlung einer Motion der Grossräte Jean-Pierre Dorand und Daniel de Roche zur Rehabilitierung von Catherine Repond, genannt Catillon, zusammenfällt, ist laut Susanne Ritter-Lutz, Leiterin des Museums Murten, «ein glücklicher Zufall».

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