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«Der wahre Beweggrund einer Handlung bleibt meistens verborgen»

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: Irmgard lehmann

«Oft wird einem nur die halbe Wahrheit serviert», sagt Otto Pürro auf die Frage, warum er denn so fleissig Leserbriefe schreibe. «Hinter jeder Handlung und jeder Aussage steckt eine Absicht. Doch der wahre Beweggrund bleibt oft verborgen.» Die Sparte Leserbrief biete die Möglichkeit, eine andere Sicht der Dinge zu zeigen.

So kann ihn schon ab und zu ein Zeitungsartikel ärgern. Vor allem dann, wenn seiner Meinung nach Absurdes behauptet wird. Pürro: «Als Rentner kann man sich erlauben, die Wahrheit zu sagen.»

Anders als geplant

Doch die grösste Leidenschaft des Rentners ist der Radsport. In der Garage stehen Rennrad, Bike und ein VW-Bus. «Als ich vor 17 Jahren in Pension ging, habe ich den Bus – mit dem ich die Welt bereisen wollte – gekauft», erzählt Pürro und lacht verschmitzt. Doch sei alles anders geworden. Aufgrund eines Hüftleidens musste er das Reisen auf Velowochen – in Spanien, Italien und Frankreich – beschränken. Radfahren bleibt das einzige sportliche Vergnügen.

Doch es gibt wenige, die in seinem Alter noch auf das Rennrad sitzen. Darum auch das kleine Handicap: «Mich mag es sehr, wenn andere auf mich warten müssen», gibt er ungefragt zu. Doch damit muss sich der 75- jährige Schmittner wohl abfinden, denn seine Kompagnons werden immer jünger.

Unermüdlich im Üben

Seine sportliche Fitness ist nicht von ungefähr. Im Sommer steigt Pürro zwei bis drei Mal aufs Rad und im Winter dreht er seine täglichen Bikerunden (30 Minuten) oder sitzt bei schlechtem Wetter auf dem Hometrainer. Das tägliche Training sei ein Bedürfnis. «Ich bin überzeugt, dass Körper und Geist mit regelmässigem Sport viel besser funktionieren.» Seine Devise: «Häufig, aber nie allzu lang.» Und so hält er es auch mit dem Saxophon, das er bereits als Jungmann spielte. Jeden Tag bläst er rund 20 Minuten. In der fünfköpfigen Band «Spinning Group» – auf gut Deutsch Spinnergruppe, wie Pürro übersetzt – spielt er mit und probt wöchentlich.

Anders als gedacht

Der diplomierte Banker, Prokurist und ehemalige Chef der Kreditabteilung beim Bankverein ging mit 59 Jahren in Frühpension. Pürro sagt es so: «Meine Arbeit war nur noch Routine und keine Herausforderung mehr.» So wollte er 1992 als Immobilienmakler neu anfangen. Doch just in diesem Jahr ist der ganze Immobilienmarkt zusammengebrochen. «Das war eine herbe Enttäuschung», erinnert er sich.

Freizeit ohne Zauber

Doch wie hat der Bankfachmann und dreifache Familienvater die frühe Pension erlebt? «Zuerst freut man sich riesig auf die Zeit, über die man jetzt voll und ganz verfügen kann. Doch nach sechs Monaten ist auch dieser Zauber vorbei.»

Der Alltag holt einem ein und bringt wohl viel freie Zeit, die aber gefüllt sein will: «Die Unterbeschäftigung macht einem schon hie und da zu schaffen.»

Delegierter

Bereits während der Berufszeit hat der Frührentner die Liebe zur klassischen Musik entdeckt. Nun hat er Zeit, von Konzert zu Konzert zu reisen.

Auch die Computer- und Videotechnik weckt sein Interesse. Heute noch ist er Abonnent der Zeitschrift «Home electronic». In seinem Bekanntenkreis weiss man das. Immer wieder wird er um Rat gefragt. Der 75-Jährige stellte sich früher auch dem Fahrdienst «Passe-Partout» zur Verfügung.

Heute ist er noch Delegierter der Rentnervereinigung, deren politisches Engagement er als wichtig erachtet: Dazu sagt er: «Die Interessen der älteren Menschen müssen wahrgenommen, doch sollen die Forderungen an den Staat nicht übertrieben werden.»

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