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Der Wind weht in zwei Richtungen

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: karin aebischer

«Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die einen Schutzmauern, die anderen Windmühlen.» Mit diesem leicht provokativen chinesischen Sprichwort eröffnete Moderator Karl Ehrler, Co-Direktor von Radio Freiburg, am Donnerstagabend in Tafers die Podiumsdiskussion «Windpark Schwyberg: Ausweg oder Unsinn?». Dass diese Frage die Bevölkerung beschäftigt, war am berstend vollen Saal des Hotels Taverna zu erkennen.

Zum Gespräch geladen hatte der im August gegründete Verein «Rettet den Schwyberg» unter dem Präsidium von Bernhard Aebischer. Für den Schmittner steht die Quantität der Stromproduktion der Windanlagen in keinem Verhältnis zum Eingriff in die Landschaft. «Wollen wir den Schwyberg für 0,05 Prozent der Gesamtstromproduktion der Schweiz wirklich so verunstalten?», fragte er die rund 200 Anwesenden. Für ihn handelt es sich bei diesem Projekt klar um Unsinn. «Windkraft wird in der Schweiz auch nie ansatzweise die Atomkraftwerke ersetzen können», hielt Aebischer fest. Um Mühleberg ausser Kraft setzen zu können, wären 600 Windmühlen nötig. «Und was nützt uns der Windpark Schwyberg, wenn es nachts windet und tagsüber nicht? Müssen die Bewohner des Sense-Oberlandes dann um drei Uhr morgens kochen?», fragte er weiter.

Ergänzend zu Mühleberg

Jean-Michel Bonvin von der Greenwatt AG konnte die im Saal der Taverna anwesenden Sense-Oberländer beruhigen. Sie müssen ihre Essgewohnheiten auch mit den Windturbinen auf dem Schwyberg nicht umstellen. «Mit den Windanlagen machen wir Bandenergie. Fällt diese aus, kommen die Speicherkraftwerke zum Zug, das ist seit 100 Jahren so», meinte der Direktor der Tochtergesellschaft der Groupe E.

Zudem sei die Windenergie Ergänzung und nicht Ersatz für das Kernkraftwerk Mühleberg. Für Bonvin ist wichtig, dass mit diesem Projekt die Energieautonomie des Sense-Oberlandes gewährleistet werden kann.

Auf Windräder verzichten

Für erneuerbare Energien, jedoch ohne Windräder, sprach sich Peter Burkhardt, ehemaliger Sektionschef des Bundesamtes für Energie, aus. «Wir sollten möglichst schnell das Zeitalter der erneuerbaren Energien erreichen. Jedoch ohne Windräder. Sie sind die Altlasten von morgen», betonte er. Stattdessen brauche es noch eine Generation Atomkraftwerke. «Danach sollten wir so weit sein, die Stromversorgung mit Wasserkraft und Fotovoltaik sicherstellen zu können.» Die Installation der Windräder sei in diesem Sinne eine Fehlinvestition.

Für Manfred Riedo, Präsident von Schwarzsee Tourismus, gibt es keinen Grund, nicht schon jetzt mit der Produktion von «grünem Strom» zu beginnen. «Wieso sollten wir warten?», fragte er aus dem Publikum, welches zu einem grossen Teil Sympathien für das Projekt hegte und auch schon mal applaudierte. Zum Beispiel als Albert Studer, grünliberaler Grossrat, den Mut der Ammänner und Diskussionsteilnehmer Otto Lötscher (Plaffeien) und Hervé Brügger (Plasselb) lobte, ein Projekt zu unterstützen, welches in der Bevölkerung nicht per se auf Zustimmung stosse.

In einer Woche abgebaut

Dass Windanlagen womöglich nur eine Zwischenlösung sind, leugnete Jean-Michel Bonvin nicht. «Wenn es in 25 Jahren andere Möglichkeiten gibt, sind die Mühlen in einer Woche weg», erklärte er und wollte damit aufzeigen, dass die Veränderung des Landschaftsbildes, das der Verein «Rettet den Schwyberg» als unverhältnismässig bezeichnet, nicht für immer sein muss. «Windanlagen kann man recyceln, Atommüll nicht», betonte Hervé Brügger.

Vor zwei Jahren aktuell

Charles Folly, ehemaliger Co-Präsident des Heimatkundevereins, gab als Gast zu verstehen, er bedaure es, dass diese Diskussion nicht schon vor zwei Jahren geführt worden sei. «Dies alles kommt relativ spät, um das Projekt am Schwyberg noch verhindern zu können.»

Jean-Michel Bonvin leitet von einem Bundesgerichtsentscheid zum bestehenden Windpark auf dem Mont Crosin (JU) ab, dass ein Verhindern des Projektes eher noch auf politischem als auf juristischem Wege möglich wäre, wie er im Anschluss an die Veranstaltung erklärte. Er gab aber auch zu verstehen, dass man das Projekt zu einem früheren Zeitpunkt gar nicht weiterverfolgt hätte, wenn die Bevölkerung von Plaffeien und Plasselb nicht hinter dem Projekt gestanden wäre.

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