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Der zeichnende Unterhalter

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Der zeichnende Unterhalter

Autor: Regula Saner

Ja klar, komm nur vorbei. Ich wohne im fünften Stock, es hat keinen Lift, nur, dass du vorgewarnt bist.» Ein paar Tage später sitze ich bei Martin Zak in der kleinen Küche seiner Kölner Stadtwohnung. An der Wand hängen die Fotos. «Das sind die Kinder meines Bruders. Seine Lebenssituation ist eine völlig andere als meine. Er ist Bundespolizist, verheiratet und Vater. Aber wir haben den gleichen Humor und mittlerweile arbeiten wir auch zusammen. Und ich denke, seine Kinder haben mich gern. Bei ihnen bin ich zuständig für die Karies und das schlechte Benehmen», sagt der quirlige Mitdreissiger mit einem Augenzwinkern und gibt freimütig Auskunft. Er erfüllt das Klischee des Kölschen Frohsinns bestens.

Polnische Wurzeln

Dabei ist Martin Zak ursprünglich Pole. 1972 in Beuthen geboren, flüchteten seine Eltern – beide Lehrer – in den den Achtzigerjahren nach Deutschland. Martin Zak bekam 1990 als Letzter der Familie das Visum für die Einreise. «Das war schon bitter, sogar unsere Katze war vor mir in Deutschland», witzelt er. Die Goldschmiedlehre musste Martin Zak infolge der plötzlich möglich gewordenen Ausreise abbrechen. In Deutschland ging es dann zuerst ins Internat, bevor er an der Fachhochschule in Bielefeld Visuelle Kommunikation mit Schwerpunkt Illustration studierte.

«Ich habe schon als Kind viel gezeichnet. Als ich 13 war, wollte ich ins Karate. Mein Vater hat gesagt: ok. Zuvor musst du aber 2000 Cartoons zeichnen.» Das hat Martin Zak dann auch gemacht. Während jedoch die Kampfsportart nach zwei Jahren ihren Reiz verloren hatte, ist das Zeichnen geblieben. Heute arbeitet Martin Zak als freischaffender Cartoonist für deutsche Magazine, aber auch für die Schweizer Schülerzeitung Spick, für den Nebelspalter und die FN (siehe Kasten).

Ordnungsliebend

«Ich muss mindestens 200 Cartoons pro Jahr zeichnen, sonst bin ich unzufrieden», erzählt Martin Zak und zeigt auf seine Sammlung. Über 1700 Cartoons hat er fein säuberlich in A5-Ordnern abgelegt. «In jedem Ordner sind hundert.» Wer sowas wie ein kreatives Chaos erwartet hat, der hat sich getäuscht. Martin Zak ist vielmehr schon fast pedantisch darauf bedacht, Ordnung zu halten. «Vielleicht habe ich zu viel Chaos im Kopf, so dass ich umso mehr Kontrolle um mich herum brauche.»

Dieses Bedürfnis drückt sich auch im Format der Zeichnungen aus, welches 9 mal 14 cm misst. «Ich bin gerne Herr des Formates.» Anfangs waren die kleinen Formate auch eine Frage des Geldes. «Während meiner Studienzeit konnte ich mir die teuren Filzstifte kaum leisten. Bei kleinen Cartoons gibt es weniger auszumalen.»

Einmal Ordnung geschafft, setzt sich Martin Zak mit dem kleinen Skizzenbüchlein in seinen Ledersessel und zeichnet, was ihm in den Sinn kommt. «An guten Tagen fertige ich zehn bis zwanzig Cartoons an. Es gibt manchmal aber auch eine Woche, in der ich gar nichts produziere.» Ziel sei es, mit möglichst wenig Strichen eine Geschichte auf das Wesentliche zu reduzieren. Mit den Jahren gelinge ihm das auch immer besser. Auf älteren Cartoons habe er zum Teil noch Details gezeichnet, die für die Aussage des Cartoons völlig unnötig gewesen seien, meint Martin Zak selbstkritisch. Sein Anspruch auf maximale Reduktion oder Zuspitzung findet auch im Motto des Künstlers «auf Zak» Ausdruck. «Ich mag die Frische des Cartoons, das Schnelle, das Spontane. Es ist die Kurzfassung des Comics.» Lange Geschichten wären nichts für ihn.

Schwarzer Humor

Und die Ideen, woher hat Martin Zak die? Er lasse sich vom Alltag sowie von anderen Cartoon- und Comiczeichnern inspirieren. Eine politische Mission, wie das Karikaturisten eigen ist, habe er nicht. «Aber mir ist nichts heilig.» Er sei katholisch aufgewachsen und dürfe über den Papst lachen. Dennoch, unter die Gürtellinie gehe er nie.

«Freunde sagen, ich sei sarkastisch. Ich würde meinen Humor als schwarzen Humor bezeichnen.» Natürlich habe ihn die Zeit im kommunistischen Polen geprägt, wo die Satire häufig das einzige Mittel war, zwischen den Zeilen Regimekritik zu üben, bestätigt Zak. Aber das sei bei seiner Arbeit nicht das Ziel. «Ich will einfach unterhalten.» Ihm ist dabei aber auch klar: «Entweder man mag mich – oder nicht.»

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