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Deutschfreiburger übernimmt Schalthebel einer wichtigen Bildungsinstitution

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Autor: Fahrettin Calislar

Anfang nächsten Jahres tritt der Sensler Jean-Nicolas Aebischer sein neues Amt an. Er übernimmt die Direktion der Hochschule für Technik und Architektur von Michel Rast.

Jean-Nicolas Aebischer, wie einfach ist es, den Hut zu tauschen und vom Kollegen zum Direktor zu werden?

Ich habe das Gesamtwohl dieser Schule und die Realisation der Grundidee der Fachhochschulen im Fokus. Das kann mit den individuellen partikulären Interessen von Kollegen kollidieren. Dann müssen wir einen Dialog suchen und immer die globale Zielsetzung vor Augen behalten. So kommen wir zusammen zu einem Resultat, das für diese Person im Idealfall mittragbar ist. Ich sehe mich nicht als Autoritätsperson, sondern als Vermittler und Realisator einer grösseren Idee.

Es hat im Vorfeld viele, vor allem interne Bewerbungen gegeben. Warum das?

Der Identifikationsgrad der Leute mit ihren Aufgaben hier ist hoch und die Ambiance gut. Es hat mich auch beruhigt, dass einige meiner Kollegen sich ebenfalls beworben haben. Ich stand immer mit ihnen im Kontakt, wir haben voneinander gewusst. Ich hoffe, dass jene internen Bewerber, die nicht berücksichtigt wurden, sich nun engagieren. Sie wollen sich ja auch einbringen.

Was hat Sie konkret dazu bewwogen, sich für diesen Posten zu interessieren?

Im Vorfeld – ich habe mich am zweitletzten Tag beworben – habe ich meine Fühler ausgestreckt, wie die Befindlichkeiten sind. Ich will im Dienst dieser Institution stehen, ich will nicht einfach Leute befehlen, das liegt mir nicht. Wenn es mir gelingt, die Leute so weit zu führen, dass sie sich entfalten können, habe ich etwas erreicht. Ich habe gespürt, dass ich im Team Rückhalt habe. Sonst hätte ich das nicht gemacht. Jetzt müssen wir schauen, was die Zukunft bringt. Ich hoffe, dass ich das Vertrauen, das man mir entgegengebracht hat, honorieren kann.

Am zweitletzten Tag beworben – klingt für mich aber nicht besonders euphorisch…

Diese Entscheidung war ein Reifungsprozess. Die Chemie liegt mir sehr am Herzen und ich setze mich gerne mit den Fragen meiner Disziplin auseinander. Aber ich habe mich gefragt: Wo kann ich einen bessere Wirkung haben? Wenn es mir gelingt, die Idee der Fachhochschulen, der Berufsbildung und die Perspektiven für die jungen Leute weiter zu entwickeln, bringt mir das am meisten Befriedigung.

Haben Sie sich schon überlegt, auf welche Punkte Sie den Finger legen werden?

Ich habe mich als Dozent von dieser Direktion immer getragen gefühlt, sie hat uns immer viel Freiheit gelassen. Die Philosophie, mit welcher Michel Rast diese Schule geführt hat, kann man getrost weiterführen. Das Sprichwort sagt aber: «Es muss sich sehr viel ändern, damit alles beim Alten bleibt.» Unser Umfeld ändert sich, unsere Positionierung muss immer überdacht werden. Es werden genug Herausforderungen auf uns zukommen. Wir werden auch in Zukunft begabte Studierende haben. Wenn wir ihr Potenzial freisetzen können – durch eine adäquate Lehre und eine angewandte Forschung –, werden wir eine gute Zukunft haben.

Die HTA – so hört man oft – sei eine «welsche» Schule. Wie gehen Sie damit um?

Wir haben tatsächlich gewisse Altlasten aus der Ära François Hemmer zu bewältigen. Er hat Titanisches geleistet für diese Schule. Ich zolle ihm einen enormen Respekt. Aber im Bereich der Zweisprachigkeit lief nicht alles ideal, das ist eine Hypothek. Unter der Ära Rast wurde die Zweisprachigkeit so weit als möglich und professionell ausgebaut, und das stereotype Bild, dass die HTA eine welsche Schule ist, gilt es nun rasch zu demontieren.

Wie stehen Sie persönlich zur Zweisprachigkeit?

Ich bin ein absoluter Verfechter der Beidsprachigkeit. Den deutschsprachigen Studierenden garantieren wir zudem ein Minimum der Ausbildung auf Deutsch. Dann haben wir hier zweisprachige Klassen. Diese sind gemischt mit Deutschschweizern und Frankophonen, die Deutsch lernen möchten. Für Sensler und Seebezirkler ist es klar, dass sie Französisch können müssen. Das ist eine hervorragende Gelegenheit. Denn es ist für Studierende, die Mühe haben, eine zusätzliche Schwierigkeit, Fächer in einer anderen Sprache zu besuchen. Die Absolventinnen und Absolventen deutscher Sprache gehören zu den Besten. Es sind sie, die am besten Schwierigkeiten überwinden können, weil sie sich zuvor in einer anderen Sprache zurechtfinden mussten. Das schätze ich. Wir können hier aus der Not eine Tugend machen.

Vor einiger Zeit gab es Unruhe in der Architekturabteilung bis hin zu Studentenstreiks. Hat sich der Sturm wieder gelegt?

In einer Schule, wo sich Menschen ausbilden lassen, die auch lernen, was Handeln in einem Kontext bedeutet, wäre es ja seltsam, wenn alles ganz ruhig ginge. Ich habe das aus der Distanz betrachtet und kenne nicht alle Details der Geschichte, aber diese Sachen sind erklärbar.

Die aktuelle Direktion hat die Unruhe von früher konstruktiv aufgenommen. Sie hat die Studiengangleitung frisch besetzen können mit einer kompetenten Person. Sie hat den Dialog mit allen beteiligten Gruppen eingeleitet. Wir können mit Zuversicht einer positiven Entwicklung dieses Studiengangs entgegenschauen.

Jean-Nicolas Aebischer erwarten viele Herausforderungen in seiner neuen Aufgabe.Bild Aldo Ellena

Zur Person

Seit 1993 an der HTA im Unterricht tätig

Jean-Nicolas Aebischer (Jg. 1963), Tafers, hat in Freiburg Chemie studiert. 1992 erlangte er den Doktortitel. 1993 wurde er Dozent an der HTA, 2004 wurde er Verantwortlicher eines Studiengangs.fca

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