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«Dialekt-Songs zu machen war befreiend»

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Der Freiburger Musiker Gustav über seine neue CD, die Charts und seine Zukunft

Autor: Mit PASCAL VONLANTHEN sprach UELI STRASSER

Wo liegen die Unterschiede zwischen der letzten Platte und «Les jardins de mon coeur»?

Es gibt einen gewaltigen Unterschied zwischen den bisherigen vier Platten und «Les Jardins», was die Aufnahme angeht, die Produktion – einfach alles. Ich habe mir von Beginn weg Zeit gelassen, wollte das Album in Ruhe machen und nicht so schnell aus dem Ärmel schütteln. Es sollte eine klanglich ausgereiftere CD werden, die man reinschieben und geniessen kann. Und natürlich, dass ich jetzt in Mundart singe.

Im letzten Interview, vor zwei Jahren, hast du auf die Frage nach Mundartliedern gesagt: «Eher nicht, es gibt schon genug zweitklassige Mundartinterpreten» – was hat dich umgestimmt?

Da muss ich etwas ausholen: 1998 habe ich im Greenwood-Studio mein erstes Album gemacht, dort wo alle Schweizer Musiker hin sind. Da hat mir der Typ von einem neuen Mundart-Rocker erzählt mit so «Büezer»-Songs und dass das abgehe wie blöd. Und dann kam Gölä und hat eine Welle losgetreten, so dass viele Bands plötzlich nur wegen der Mundart Erfolg hatten. Ich habe mir geschworen, dass ich nie Mundart singen werde, weil ich gegen den Strom schwimmen will. Das ist mit der Zeit etwas verebbt. Nach dem Erfolg von «Häppörischnitta» hat Andi Hug gefragt, ob ich nicht mehr Lieder im Dialekt machen will. Ich habe dann ein paar Songs geschrieben, die zu Beginn ziemlich schlecht waren. Langsam bin ich dann in Schwung gekommen, und das Material wurde besser.Wir hatten dann französische, deutsche und Mundart-Songs, haben aber gemerkt, dass die hochdeutsche Sprache nicht zu den anderen passt. Mittlerweile ist das Schreiben im Dialekt in mir drin. Es ist auch die Chance, mit einer Sprache zu spielen, mit der nur wenige etwas machen – es gibt Rään, Eggippa Fifauter und mich. Es hat riesig Spass gemacht und war richtig befreiend – und ich bin auch extrem stolz darauf.

Hast du keine Angst, dass niemand den Dialekt hören will?

Ich hatte schon das Gefühl, Senslerdeutsch zu singen wird schwierig sein. Bei Rään beispielsweise gibt es Songs, die rund tönen, und andere, wo du die Härte der Sprache merkst. Ich habe versucht, ein abgeschwächtes Senslerdeutsch zu brauchen, wobei meine Mutter Baslerin ist, und ich deshalb automatisch keinen waschechten Dialekt habe. Die Musik und die Melodie stehen im Vordergrund. Ich wollte kein Album machen für Sensler, sondern eines für Schweizer.

Die erste Single, «Di Wäg», hat es national immerhin bis auf Platz 57 der Hitparade geschafft…

…und das ohne Downloads. All diese Leute haben sich die Single im Geschäft gekauft. Weiter vorne sind nur noch Downloads. Für «Gustav» ist das ein Hammererfolg!

Wie wichtig ist dir denn die Hitparade?

Die Hitparade ist mir an sich scheissegal – ich weiss auch nicht, was dort läuft. Aber die Hitparade gibt natürlich schon eine objektive Statistik zur meistverkauften Musik. Die Platzierung zeigt mir, dass die Leute gerne Gustav hören und dass ich auf einem guten Weg bin. Und das ist natürlich auch Motivation, um weiterzumachen.

Du hast ja prominente Schweizer Kollegen in den Charts, was hältst Du von ihnen?

Wen gibt es denn so?

Baschi zum Beispiel…

Mit dem kann ich nichts anfangen. Da ist einfach die «Music Star»-Industrie dahinter, auch wenn er es noch am ehesten verdient hat. Er wird jetzt einfach ausgesogen und vermutlich in ein paar Jahren den Bettel hinwerfen. Du merkst es den Jungen an, denen fehlt das Handwerk und das Kämpfen für den Erfolg.

Dann hätten wir Gotthard…

Gotthard ist auch nicht so mein Ding, Hardrock halt, aber die sind schon lange dabei, denen mag ich es gönnen.

Stephan Eicher dagegen ist musikalisch nicht so weit von dir entfernt…

Der ist ein ganz schräger Typ, den habe ich mal hinter der Bühne kennengelernt. Ich weiss nicht, ob ich mit dem auskommen würde. Aber klar, er macht auch deutsche und französische Musik und ist natürlich ein Star.

Dann gibts da noch den Rapper Stress.

Mein Gitarrist hat lange für ihn den Mix gemacht. Der macht natürlich Supermusik, ist aber mittlerweile voll in der Boulevard-Ecke angekommen, was ich nicht so gerne habe.

Du hörst also auch Hip Hop – welche Musik hast du denn im Moment in deinem Player?

Meine eigene… (lacht). Ich habe in letzter Zeit nichts Neues gekauft (überlegt). Zuletzt habe ich einen obskuren Italiener gehört… Aber sonst mag ich zum Beispiel Johnny Cash. Ich höre gerne sanfteren Sound, als wir ihn zum Teil auf der Bühne machen.

Vor den Konzerten erlebe ich dich meist relativ nervös, und auf der Bühne bist du dann plötzlich der Entertainer – wie machst du den Wechsel?

Vor den Konzerten habe ich extremes Lampenfieber, aber es ist schon viel besser als früher, und ich brauche eine gewisse Spannung. Es ist schon seltsam, da geht der Vorhang auf, und du machst dein Programm. Ich weiss, dass die Leute es gerne haben, wenn ich etwas erzähle, aber ich brauche am Anfang zuerst einen Song oder zwei, um mich wohl zu fühlen.

Mit Deutsch und Französisch könntest du zwischen Stuhl und Bank fallen, aber beide Sprachgruppen hören dir gleichermassen zu – weshalb?

Es gibt halt nur wenige, die das machen, und in Freiburg bin ich mittlerweile eine Art Maskottchen, das Deutsch und Welsch zusammenbringt. Heute mache ich das bewusst, und ich will auf der CD die Hälfte der Songs in französischer Sprache. Es ist schön, dass ich ein gemeinsamer Nenner sein kann.

Wie gut ist denn dein Französisch wirklich?

Ich kann es schon, aber auf der Bühne spiele ich etwas den «Suisse Toto» mit dem Akzent. Ich glaube, das wirkt auch humorvoll und herzig.

Gegenwärtig hast du eine neue CD. Wo bist du in zehn Jahren?

Auf dem ersten Platz… (lacht). Nein, ich werde in zehn Jahren immer noch Musik machen und hoffentlich zwei oder drei Alben mehr gemacht haben. Aber ich werde Musik machen, bis ich die Schnauze voll habe.Das Album «Les jardins de mon coeur» ist ab dem 17. August im Handel erhältlich. Weitere Infos: www.gustav.ch.

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