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Dialekt verstehen leicht gemacht

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: Regula Saner

«Chunsch druus?» Das sind ein Buch im Reiseführerformat, vier Audio-CDs, eine DVD und ein ergänzendes Onlineangebot. Und es ist eine Einladung zum besseren Verstehen der schweizerdeutschen Dialekte, wie Peter Uhr, Verlagsleiter des Berner Schulverlags BLMV, am Donnerstag vor den Medien feststellte. «Vor zwanzig Jahren ist in unserem Verlag «Los emol» erschienen. Dieser Titel hatte den Charakter einer Anweisung, heute sind wir schon viel weiter.»

Überlebenshilfe

Das Hörverstehens-Programm kommt wirklich attraktiv daher und ist weit weg vom altbackenen Vokabeln-Lernen. «Wir haben kein künstliches Unterrichtsmaterial kreiert, sondern wollten die Realität abbilden», erklärte Martin Müller, Lehrbeauftragter für Deutsch als Fremdsprache an der Uni Freiburg und Projektleitungsmitglied. Die Übungen bestehen aus authentischen Sendungen von Radio und Fernsehen DRS, Mundart-Songs, literarischen Texten und Informationen zur Deutschschweiz. Behandelt werden aber auch typische Alltagssituationen, «damit man in der Deutschschweiz überleben kann», schmunzelte Müller.

Dialekte verstehen …

Abgeholt wird der Lernwillige in der Standardsprache «Hochdeutsch». Die einführenden Texte zu den einzelnen Kapiteln sind daher in der Schriftsprache verfasst und Dialekttexte sind immer auch ins Hochdeutsche transkribiert. Dabei geht es laut Müller um vergleichendes Verstehen. Das Aha-Erlebnis besteht darin zu realisieren, was im Schriftdeutschen so geschrieben wird oder klingt, tönt im Dialekt so: «Gekocht» ist eben «gchoch(e)t» und «gehabt» ist «gha».

«Was wir an unserem Online-Programm schlichtweg genial finden, ist der klingende Wortschatz in vier Dialekten», freut sich Müller weiter. Gewählt werden kann zwischen Basel-, Bern-, St. Galler- und Zürichdeutsch.

Das multimedial aufbereitete Material soll vor allem Spass machen. «Wir wollen Leute erreichen, die motiviert sind», meinte Lukas Wertenschlag, Lektor für Deutsch als Fremdsprache an der Uni Freiburg und Projektleitungsmitglied.

… nicht unbedingt reden

Denn «Chunsch druus?» will eines sicher nicht, wie Raphael Berthele, Professor für Mehrsprachigkeitsforschung und -didaktik und ebenfalls Projektleitungsmitglied, betonte: «Wir wollen niemanden dazu zwingen, Schweizerdeutsch zu lernen oder zu sprechen.» «Chunsch druus?» wolle vielmehr einen Beitrag zur Integration in der deutschen Schweiz leisten. Zwar nehme die Wichtigkeit des Hochdeutschen in Zeiten des Hochdeutschkindergartens und der Pisa-Hysterie zu, doch berge es gleichzeitig die Gefahr, dass die Dialekte zu einer Art Geheimcode der «Indigenen» würden, welcher die Anderssprachigen ausgrenze. Berthele kennt das aus eigener Erfahrung: «Wenn Deutschschweizer mit Romands einen Abend verbringen, dann wird zuerst Französisch, vielleicht auch Hochdeutsch gesprochen. Spätestens nach dem vierten Glas Wein wird aber nur noch Schweizerdeutsch geredet, die Romands stehen aussen vor.»

Beitrag zur Integration

Das Hörverstehens-Programm kommt somit all jenen Jugendlichen und Erwachsenen entgegen, die mit Deutschschweizern zu tun haben und Hochdeutsch sprechen oder gelernt haben, mit dem Dialekt aber nicht klarkommen. Es ist sowohl fürs Klassenzimmer als auch fürs Selbststudium geeignet. «Chunsch druus?» ist aber nicht als Lehrmittel für die Volksschule (obligatorische Schulzeit) konzipiert.

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