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Diät-Wahn unter Kontrolle der Regierung

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Erinnern Sie sich noch an «1984» von George Orwell? Der Autor beschreibt darin die Zerstörung des Menschen durch eine perfekte Staatsmaschinerie, die längst zu einer Metapher für totalitäre Verhältnisse geworden ist und wohl wegen des Bezugs zur Wirklichkeit so erfolgreich war.

«Epidemie» von Åsa Ericsdotter ist ein Politthriller mit vergleichbarer Sprengkraft. Dem Bezug zur realen Situation kann sich auch hier der Leser nicht entziehen. «Eine beklemmende und satirische Parabel auf faschistische Systeme, charismatische Anführer, Manipulation und eine Gesellschaft, die sich nicht wehrt.» (Buchkultur)

Gesundheitspartei wird aktiv

In Schweden wird die Bevölkerung scheinbar immer dicker. Das ruft den charismatischen, jungen Ministerpräsidenten Johan Svärd und seine «Gesundheitspartei» auf den Plan. Gemäss ihrer Auffassung ist diese Fettepidemie eine tickende Zeitbombe. Es muss rasch und konsequent gehandelt werden. Ausserdem stehen in einem halben Jahr Wahlen bevor. Der bei der grossen Mehrheit des Volkes populäre Kampf gegen die Fettleibigkeit spielt Johan Svärd und seinen Mitstreitern in die Karten. Sie wenden den Schlankheitswahn der Bevölkerung demagogisch gegen die Übergewichtigen.

Die Parallelen zu heute – Diäten bis zum Ablöschen, Schlankheitswahn in der Mode- und Modelszene, fatale Magersucht – sind offenkundig. Die Kontrolle des Menschen nimmt auch heutzutage beängstigende Formen an. Geben wir nicht auch, vorläufig noch aus freien Stücken und auf digitalem Wege eine Vielzahl von Daten über unseren Körperzustand weiter – beispielsweise an die Krankenversicherungen? Werden wir in vielleicht gar nicht allzu ferner Zukunft auch klassifiziert wie die Menschen im Roman-Schweden nach Körpergewicht und Fettindikator?

Das System Sündenböcke

Und nicht zuletzt war und ist es immer wieder ein erfolgreiches politisches Mittel, Sündenböcke zu definieren, will man Mehrheiten gewinnen. Hierin ist die Gesundheitspartei des Ministerpräsidenten äusserst erfolgreich. Ihre Propaganda lautet, dass die Übergewichtigen dem Land grossen Schaden zufügen. Sie werden in der Folge brutal stigmatisiert und dämonisiert. Ihnen drohen Arbeitsplatz- und Wohnungsverlust, Ausgrenzung, widerliche Gewichtsreduktionsprogramme und gar Magenoperationen, auch schon bei Kleinkindern. Bis zu den Wahlen sollen vor allem die grossen Städte, allen voran die Hauptstadt Stockholm, «fettfrei» sein.

Wie soll das geschehen? Die Programme werden immer drastischer und brutaler, die Spirale der Bekämpfungsmassnahmen dreht sich immer weiter. Johan Svärd, immer noch fest im Sattel, tyrannisiert mithilfe seiner Schergen das Volk immer weiter. Die «Gesundheitspartei» ist eine Ein-Thema-Partei geworden: Gewichtsreduktion. Die Wahlen stehen vor der Tür, und es gibt immer noch Dicke im Land. Nun greift die Partei zu unglaublichen Massnahmen und verlässt den Pfad der Zivilisation…

Hoffnungsschimmer Wissenschaft

Gibt es denn nirgends Widerstand? Die einzige Hoffnung liegt auf Landon, einem jungen Wissenschaftler mit guten Kontakten zu einem amerikanischen Starjournalisten. Gelingt es den beiden, das Treiben der Gesundheitspartei zu beenden? Der Inhalt dieses Buches lässt einen nicht so schnell los und hinterlässt einen bleibenden Eindruck. Erschütternd, schonungslos, ja furchterregend!

Åsa Ericsdotter. «Epidemie»: Roman (aus dem Schwedischen von Ulla Ackermann), Dt. Erstausgabe, 1. Auflage. – Zürich: Arctis, 2017, 376 S.

Aldo Fasel ist Leiter der Volksbibliothek Plaffeien-Oberschrot-Zumholz.

«Die Parallelen zu heute – Diäten bis zum Ablöschen, Schlankheitswahn, fatale Magersucht – sind offenkundig.»

Aldo Fasel

Leiter Volksbibliothek Plaffeien

Zur Person

Ericdotters erster Roman

Ericsdotter, Åsa, geb. 1981 in Uppsala und aufgewachsen in Schweden, lebt heute mit ihrer Familie an der Ostküste der USA. Mit «Epidemie» legt sie ihren ersten Roman vor.

af

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