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Die Alkoholprävention geht aus

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: Yannick Schaller

Wer wenig oder keinen Alkohol trinkt, wird belohnt, so das Konzept von Poinzz. An Veranstaltungen, bei denen Poinzz anwesend ist, können Jugendliche ab 16 Jahren beim Verlassen der Party einen Alkoholtest machen. Wenn der Wert unter 0,3 Promille liegt, erhalten die Getesteten einen Code, mit dem sie auf ihrem Internetkonto Punkte erhalten. Diese Punkte können dann gegen Preise wie DVDs, CDs oder Kinogutscheine eingetauscht werden. Ein Punkt entspricht einem Schweizer Franken, wobei man zehn Punkte bei einem Test erhalten kann.

Alkoholtests

Durchgeführt werden die Tests von Teams, die aus Leuten zwischen 18 und 25 Jahren bestehen. Die Teammitglieder werden nicht zufällig ausgewählt: «Wir achten darauf, Leute an Events zu schicken, die sie sonst auch besuchen würden. Wir würden zum Beispiel keinen Hip-Hoper an eine Houseparty schicken», sagt Beat Drittenbass, Mitbegründer von Poinzz. Bei den Tests werden dabei gezielt Gruppen angesprochen, in denen verschiedene Trinktypen zu finden sind. «Wir wollen nicht nur Kampftrinker zur Mässigung motivieren, sondern eben auch diejenigen belohnen und bestärken, die wenig oder nichts trinken», so Drittenbass. Er fügt hinzu: «Bejubelt werden dann diejenigen, die den Test bestehen und nicht die übermässigen Trinker.» Abstinenz soll also cool werden.

Partner in Freiburg gesucht

Ins Leben gerufen wurde Poinzz 2007 von der Firma DiCo Consulting in St. Gallen. Seither wurde sie in mehr als 14 Kantonen umgesetzt. Die Initianten von Poinzz haben früher in anderen Präventionskampagnen mitgewirkt. Wann Poinzz im Kanton Freiburg umgesetzt wird, ist noch unklar. Zurzeit werden noch Partner gesucht.

Beat Drittenbass, der auch als DJ tätig ist, meint: «Klassische Kampagnen von staatlich finanzierten Präventionsstellen bringen nicht viel.» Für ihn liegt die Stärke von Poinzz auf der Hand: «Anstatt Unsummen in Seminare und Workshops zu stecken, investieren wir das Geld direkt in die Jugendlichen, am Freitagabend im Ausgang.»

Nüchterne Schutzengel

Doch auch andere Projekte setzen auf Prävention vor Ort. «Be my Angel tonight» (Sei heute Nacht mein Schutzengel) appelliert an das Verantwortungsbewusstsein. Nach dem Motto «Wer trinkt, fährt nicht – wer fährt, trinkt nicht» wird zu Beginn des Abends ein Engel bestimmt. Dieser verzichtet den ganzen Abend auf Alkohol und andere Drogen, um seine Freunde sicher nach Hause fahren zu können.

Dafür erhält er vergünstigte, nichtalkoholische Getränke. Diese Kampagne wird auch bereits in Freiburg genutzt. Monique Helfer, Medienverantwortliche der Schweizerischen Fachstelle für Alkohol- und Drogenprobleme (SFA), findet die Kampagne gelungen: «Wenn ein Verhalten gefördert wird, das bewirkt, dass man nicht schlecht dasteht, wenn man nicht mittrinkt, ist das eine gute Sache.»

Bei Jugendlichen ansetzen

Was sagen Event-Veranstalter und Barbetreiber zu den Präventionskampagnen? «Entgegen den üblichen Annahmen profitieren wir nicht von Kampftrinkern, im Gegenteil. Wir erleiden Imageschäden und müssen uns mit den Behörden auseinandersetzen», meint Thomas Jungi, Geschäftsführer der G.U.S. Productions GMBH, Betreiber des Outside-Clubs und Veranstalter zahlreicher Events. Er unterstützt Kampagnen wie «Be my Angel tonight».

Seitens des Gesetzgebers wünscht sich Jungi allerdings ein Umdenken. Er kritisiert vor allem die Einschränkungen im Verkauf: «Nach 20 Jahren Erfahrung bin ich zum Schluss gekommen, dass man am falschen Hebel zieht. Anstatt nur beim Verkäufer und Vertreiber anzusetzen, sollte man sich mit dem Verursacher, also dem Jugendlichen selbst, auseinandersetzen.»

Laut der repräsentativen Umfrage unter Schweizer Schüler und Schülerinnen (HBSC) ist der durchschnittliche Alkoholkonsum seit 2002 gesunken. Von einer Trendwende könne allerdings nicht gesprochen werden, relativiert das Bundesamt für Gesundheit (BAG). Die Gründe sieht man von offizieller Seite her vor allem in einer verstärkten Sensibilisierung. Durch den öffentlichen Diskurs in den Medien sind betroffene Personen wie Verkäufer, Eltern, Lehrer und auch die Jugendlichen selbst aufmerksamer geworden.

Kaum messbar

Der Erfolg von Präventionskampagnen ist generell kaum messbar. Es lässt sich allerdings sagen, dass Poinzz genutzt wird, und Punkte verteilt werden. So wurden bisher gemäss eigenen Angaben an mehr als 450 Veranstaltungen 40 000 Mal Punkte verteilt.

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