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«Die Arbeit ist noch nicht zu Ende»

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«Die Arbeit ist noch nicht zu Ende»

Fünf Jahre nach dem Sturm Lothar – Der Kanton zieht eine Bilanz

Am 26. Dezember jährt sich der Tag des Sturms Lothar zum fünften Mal. Was die Aufräum- und Aufforstarbeiten anbelangt, zieht der Kanton eine positive Bilanz. Hingegen hat sich der Holzmarkt noch nicht erholt.

Von CORINNE AEBERHARD

Was man bereits von anderen Kantonen hörte, wird auch im Kanton Freiburg bestätigt: «Ökologisch war Lothar keine Katastrophe, ökonomisch hingegen schon», sagte Walter Schwab, Vorsteher des Amts für Wald, Wild und Fischerei anlässlich einer Medienkonferenz. Sowohl er wie Pascal Corminboeuf, Vorsteher der Institutionen und der Land- und Forstwirtschaft, zeigten sich aber nicht erfreut darüber, wie das Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft kürzlich über Lothar informiert hatte. Man habe zu wenig differenziert, bemängelten sie.

Der Kanton Freiburg legte seine Sicht gestern an einem Ort des Geschehens dar: im Murtenholz. «Inmitten von Lotharskulpturen», wie Staatsrat Pascal Corminboeuf die wenigen Bäume nannte, die zum Teil wie abgebrochene Zahnstocher in den Himmel ragen.
Das Murtenholz wurde von Lothar sehr stark geschädigt. Da auf gewissen Flächen alles platt gewalzt wurde, hatte man plötzlich eine Aussicht, wie man sie bisher nicht kannte. Manche Leute hatten kurz nach dem Sturm im Wald gar Orientierungsschwierigkeiten.

Erst der Sturm …

Im ersten Moment habe man gar nicht begriffen, was passiert sei, erzählte Forstwart Walter Helfer. Später sei der Schock gekommen. Es habe ausgesehen «als hätte eine Bombe eingeschlagen». Das, was man jahrelang gepflegt habe, sei zerstört worden.

Gemäss Stadtpräsidentin Christiane Feldmann wurden im Murtenholz zwischen 50 000 bis 60 000 Kubikmeter Holz gefällt. Für Murten bedeutete dies 15 Jahresnutzungen. Im ganzen Kanton Freiburg wurden 1,39 Mio. Kubikmeter gefällt, was sieben Jahresnutzungen entspricht.

«Dank dem grossen Einsatz der Forstequipen und der schnellen Intervention der verschiedenen Berufsgruppen konnten rasch Nothilfemassnahmen getroffen und mit der Behebung der Schäden und der Wiederherstellung begonnen werden», heisst es im eben erschienenen 22-seitigen Lothar-Schlussbericht vom Amt für Wald, Wild und Fischerei. Dieser wurde vom Staatsrat bereits genehmigt und wird nächstes Jahr dem Grossen Rat vorgelegt, wie Staatsrat Pascal Corminboeuf an der Pressekonferenz sagte.

Das Kapitel sei aber noch nicht abgeschlossen, sagte Kreisförster Dominique Schaller: «Die Arbeit ist noch nicht zu Ende.» Es werde noch Jahre dauern bis sich alles erholt habe und das werde sich auch finanziell niederschlagen. Man dürfe das aber nicht als Ausgaben sehen, sondern als Investition für künftige Generationen.

Für die Lothar-Schäden hatte der Kanton Zusatzkredite von über 16 Mio. Franken bewilligt.

Murten habe es in einem schlechten Moment getroffen, sagte Christiane Feldmann. Man habe gerade schwarze Zahlen geschrieben und sei durch das Ereignis wieder auf den Boden der Realität zurückgeholt worden.

Lothar habe aber auch dazu geführt, dass man die Restrukturierung bei der Waldbewirtschaftung vorangetrieben habe.

… dann der Borkenkäfer

Der Sturm brachte viele Waldbesitzer im Kanton in wirtschaftliche Schwierigkeiten und der Holzmarkt hat sich bis heute nicht erholt, bestätigte Corminboeuf. Das könne noch zwanzig, dreissig Jahre dauern. Hinzu kam die Verbreitung des Borkenkäfers ab dem Jahr 2001. Dies geschah erst im Flachland, später auch in den Bergwäldern. Verschlimmert hatte sich die Situation im trockenen Sommer 2003. Wiederum musste viel Holz gschlagen werden. Im Sensebezirk wurden gar gewisse Borkenkäferherde aufgegeben.

«Ein Wildschweinparadies»

Keine Katastrophe war Lothar aus der Sicht des Wildhüters Elmar Bürgy. Nach dem Sturm finde das Wild sowohl mehr zu fressen, als auch besseren Schutz und Lebensraum. Der Wald sei ein «Wildschweinparadies» geworden, bestätigte Walter Schwab. Der Sturm habe auch die Artenvielfalt gefördert, aber «das Waldbild kaputt gemacht», lenkte er ein.

Gemäss Dominique Schaller wird es mindestens 60 Jahre dauern, bis die Bäume wieder so hoch sind, wie sie vor dem Sturm waren.

Waldwirtschaft gewappnet für Krise

«Die Krise, die der Orkan Lothar auslöste, hat gezeigt, dass die Waldwirtschaft in der Lage ist, zu reagieren und eine Katastrophe grossen Ausmasses zu bewältigen», wird im Schlussbericht festgehalten. «Das kantonale Konzept hat sich als sinnvoll erwiesen», bestätigte Pascal Corminboeuf.

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