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«Die Arbeitsmoral ist sehr hoch»

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Autor: frank stettler

Er hat schon bessere Zeiten hinter sich, der Kraftraum im Bauch des St.-Leonhard-Stadions. Man spürt richtig den Mief, der in den alten Gemäuern hängt. Eine Lüftung? Fehlanzeige. «Im Herbst ist die Hitze kaum auszuhalten», sagt Bruno Knutti. «Das vorhandene Equipement ist gut, aber der Raum ist um die Hälfte zu klein. Insbesondere wenn alle Spieler trainieren können.» Und dies ist in dieser Saison öfters der Fall als auch schon.

Der Sorgenonkel

Dies liege nicht zuletzt an den Spielern selbst, so der langjährige Konditionstrainer. «Die Arbeitsmoral in der Mannschaft ist sehr hoch.» Für Knutti ist der Kraftraum sein zweites Wohnzimmer, das Team wie eine Familie. «Mein Job ist es, dass sich jeder Spieler möglichst wohlfühlt, damit er die Leistung bringen kann.» Nebst der Arbeit im physischen Bereich gehört für den Düdinger deshalb auch das persönliche Gespräch zu seinen Hauptaufgaben. Knutti hat stets ein offenes Ohr, auch für Alltagsprobleme neben dem Sport. «Das ist ein dankbarer Teil meines Jobs.» Sein Engagement bei Gottéron sei pure Leidenschaft. So hat sich Bruno Knutti über die Jahre zu einer Vertrauensperson für die Spieler entwickelt.

Ohne Empathie geht nichts

«Jeder Einzelne funktioniert anders. Man muss spüren, auf wen du zugehen musst.» Die Empathie, die Fähigkeit die Gedanken oder Emotionen eines Menschen zu erkennen, sei zentral. «Das ist die grosse Kunst eines Trainers. Entweder du hast die Fähigkeit, oder du hast sie nicht.» So spielt auch eine ganze Menge Psychologie in der täglichen Arbeit Knuttis eine grosse Rolle. «Oft geht es darum, einen Spieler aus dem Loch zu holen. Dann ist es wichtig, Ziele zu setzten und für Lichtblicke zu sorgen.» Der Russe Dimitri Afanasenkow beispielsweise, der sich gleich in seinem ersten Einsatz für die Freiburger schwer am Fussgelenk verletzt hatte, konnte während sieben Wochen nichts für die Beine tun. «Das war eine monotone Arbeit, bei welcher er nicht den Mut verlieren durfte.»

Intensität vor Quantität

In der Arbeit Bruno Knuttis ist letzten Endes vieles darauf ausgerichtet, dass sich die Spieler für die Playoffs körperlich auf Top-Niveau befinden. «Je näher die Playoffs rücken, umso höher wird im Training die Intensität und umso geringer die Quantität.» Klare Strukturen – für jeden Tag liegt ein spezielles Programm auf – sorgen dafür, dass konsequent daran gearbeitet wird. «Jeden Morgen vor dem Eistraining wird bereits eine Stunde im Kraftraum gearbeitet», erklärt Knutti. Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit, Explosivität und Regeneration stehen auf dem Plan. «So ist gewährleistet, dass Trainer Hans Kossmann auf dem Eis gleich eine höhere Gangart anschlagen kann. Die Spieler sind bereits konzentriert, wenn sie auf das Eis gehen.» Auch nach dem Training stehen noch einmal diverse Übungen, etwa Treppenlaufen, auf dem Programm.

Genesung beansprucht Zeit

Den einen oder anderen verletzten Spieler gibt es natürlich dennoch. Gestern kümmerte sich Bruno Knutti während dem Eistraining um Lukas Gerber, Marc Abplanalp und Pavel Rosa. Die beiden Letzteren schlagen sich mit Adduktoren-Problemen, eine der wohl typischsten Verletzungen bei Eishockey-Spielern, herum. «Auf dem Eis zu laufen ist keine normale Bewegung. Deshalb ist die Muskulatur in diesem Bereich anfällig.» Es brauche sehr viel Disziplin, um diese hartnäckige Verletzung auszuheilen. «Wenn der Spieler zu schnell zurückkehrt, nachdem sich die Fasern wieder gebildet haben, können sie gleich wieder reissen», so Knutti. Eine Erfahrung, welche jüngst Rosa machen musste.

Jetzt wieder Teamwork

«Die Biologie kann man eben nicht betrügen. Deshalb ist es wichtig, dass das Zusammenspiel zwischen Spieler, Trainer, Physio und mir stimmt und die Rückkehr nicht forciert wird.» Insofern sei die Situation mit der guten Klassierung in diesem Jahr eine andere als früher. «Wir stehen nicht so unter Druck und können uns Zeit nehmen», hält Knutti fest und führt die Beispiele von Andrei Bykow und Michal Barinka an, welche genug Zeit hatten, um sich auszukurieren.

«Ziel muss es sein, dass die Spieler eine komplette Woche Eistraining hinter sich haben, bevor sie in die Mannschaft zurückkehren. Sie sollen bei ihrem Comeback Energie ins Team bringen.»

Nur lobende Worte findet Bruno Knutti für Trainer Hans Kossmann. «Er hat sehr viel Disziplin mitgebracht. Zudem herrscht wieder Teamwork unter den verschiedenen Staff-Mitgliedern.» Er könne ein Team führen, das durch Solidarität und zwischenmenschliche Qualitäten besteche. «Diese Mannschaft verfügt über Charisma, hat eine Seele», sagt Knutti. «Von Jahr zu Jahr wurde die Einstellung der Spieler professioneller. Im heutigen Eishockey kann man sich auch gar keine Exzesse mehr leisten.» Auch diesbezüglich leiste Kossmann seinen Anteil, ist Knutti überzeugt. «Hans setzt die jungen Spieler ein und spricht nicht nur davon. So macht er Druck auf die gestandenen Spieler, die ans Limit gehen müssen.»

Unter den wachsamen Augen von Bruno Knutti schuften Marc Abplanalp (l.) und Lukas Gerber für ihr Comeback.Bild Aldo Ellena

Der heutige Gegner

Die Fakten zum EHC Biel

• Dass die Bieler noch im Rennen um einen Playoff-Platz sind, haben sie zu einem grossen Teil Goalie Reto Berra zu verdanken. Mit sieben Shutouts führt er diese Statistik zusammen mit Klotens Ronnie Rüeger an.

• Die Seeländer sind in der Torproduktion von ihren Ausländern abhängig. Knapp 40 Prozent der Treffer werden von Ahren Spylo und Co. erzielt. Nur bei Davos ist die Quote der Ausländertore höher (50 Prozent).

• Adrien Lauper, neben Alain Miéville einer von zwei Freiburgern in Diensten des EHC Biel, hat bisher vier Saisontore geschossen. Sein letzter Treffer liegt allerdings schon eine halbe Ewigkeit zurück – 637 Minuten, um genau zu sein.

• Den letzten Sieg in Freiburg feierte die Mannschaft von Trainer Kevin Schläpfer am 23. November 2010.

• Mit dem Tschechen Martin Chabada verpflichtete Biel vor zwei Wochen einen sechsten Ausländer. fs

«Mein Job ist es, dass sich jeder Spieler möglichst wohlfühlt, damit er die Leistung bringen kann.»

«Diese Mannschaft verfügt über Charisma, hat eine Seele.»

«Je näher die Playoffs rücken, umso höher wird im Training die Intensität und umso geringer die Quantität.»

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