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«Die Auftragsbücher sind wieder voll»

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: Marc Kipfer

Peter Lack, vor einem Jahr traten Sie das Amt des GIME-Präsidenten an. Damals machte sich die Wirtschaftskrise auch im Seebezirk und in der Broyeregion bemerkbar. Hat sich die Lage in den Industriebetrieben ihrer Mitglieder inzwischen erholt?

Weitgehend ja. Nach rund einem Jahr der Krise ging im Herbst 2009 plötzlich alles sehr schnell, sozusagen von null zurück auf hundert. Diese positive Entwicklung hält bis heute an. Wir befinden uns schon wieder auf dem hohen Niveau von Anfang 2008. Damals war ja bekanntlich noch alles in Butter.

Dann kam eine Phase, in der viele Betriebe auf Kurzarbeit umstellen mussten. Welche Rolle spielte da das GIME?

Wir haben uns innerhalb der Gruppierung laufend ausgetauscht. Rückblickend darf man erwähnen, dass die angeschlossenen Betriebe diese schwierige Zeit praktisch ohne Entlassungen überstanden haben. Es war unser erklärtes Ziel, diese zu verhindern.

Welche Eindrücke bleiben Ihnen aus dieser Zeit?

Ich denke, dass die ganze Situation heilsam war. Im Laufe der Krise merkten die Mitarbeiter, was es bedeutet, eine Arbeit zu haben. Auf die Krisenmassnahmen haben die meisten sehr flexibel reagiert und sind jetzt froh, dass wieder Normalbetrieb herrscht.

Gibt es noch Nachwehen?

Momentan ist die Nachfrage nach Rohstoffen sehr hoch, da alle produzieren wollen. Die Auftragsbücher sind wieder voll. Jedoch sind Kunststoff, Stahl oder Kupfer nur begrenzt verfügbar. Wir müssen zurzeit darum kämpfen, dass wir das Material erhalten, mit dem wir arbeiten. Ebenfalls zu schaffen macht uns der gegenüber dem Euro hohe Franken .

Wie viel macht der ungünstige Wechselkurs aus?

In manchen Betrieben sehr viel, da gehen die Verluste in Millionenhöhe.

Was bedeutet dies für die Unternehmer?

Wir müssen uns der Lage anpassen. Niemand weiss, wie es weitergeht. Schon wie die Situation nach den Sommerferien aussehen wird, wagt niemand vorherzusagen. «I don’t know*, sagen unsere Kunden. Für uns bedeutet dies, dass wir die Organisation schlank behalten müssen, um kurzfristig reagieren zu können. Es wird mit Wochenendschichten und Temporärpersonal gearbeitet. Bei solchen Modellen sprechen sich die GIME-Unternehmen oft untereinander ab.

Also scheinen diese Kontakte gut zu funktionieren?

Ja, und wir möchten sie weiter intensivieren. Auch gegen den Beitritt von ein, zwei weiteren Unternehmen hätte ich nichts einzuwenden. Im vergangenen Jahr sind zwei Betriebe dazugestossen.

Welche externen Projekte verfolgt das GIME zurzeit?

Eines unserer grossen Anliegen ist die Lehrlingsausbildung. Unser duales Ausbildungssystem ist ein Vorteil gegenüber der Konkurrenz, beispielsweise jener aus China. Dort findet sich qualifizierter Nachwuchs für Industriebetriebe nur unter Hochschulabgängern. Diese haben aber keinen Beruf gelernt und können zu Beginn keine Maschine bedienen. Das ist unsere Chance.

Finden die GIME-Betriebe genügend Nachwuchs?

Ja, aber das ist mit zeitlichem Aufwand verbunden. Man muss die Schul- und Lehrabgänger oft persönlich anschreiben und ihnen die Möglichkeiten zeigen. Der Beruf des Mechanikers ist heute zum Beispiel nicht mehr der gleiche wie vor 30 Jahren.

Wie attraktiv sind die Regionen Murten und Broye für Arbeitnehmer?

Sehr attraktiv. Aber auch in diesem Bereich braucht es viel Arbeit. Viele Menschen in Bern oder Freiburg wissen nicht, dass sie unsere Region zum Teil schneller erreichen, als wenn sie auf der anderen Seite ihrer Stadt arbeiten.

Und auf Unternehmensseite, wie gut steht es da um den Standort?

Leider gibt es da des Öftern politische Probleme. Die Ansiedlung interessanter Betriebe kann am Zwist zwischen kleinen Gemeinden oder an der Anhäufung von Einzelinteressen scheitern. Manchmal denke ich, dass es doch nicht wahr sein darf, dass sich da keine Einigung erzielen lässt.

Was lässt sich dagegen tun?

Man sollte gewisse Probleme in einem grösseren Zusammenhang betrachten. Die Politik ist da ein wesentlicher Faktor. Wenn sich ein Unternehmen in der Region niederlassen will, ist die Geschwindigkeit oft massgebend. Ich weiss, dass dies in anderen Gemeinden weniger mühevoll über die Bühne geht. Aber auch unsere Region kann nicht vom Tourismus allein leben.

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