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«Die Bank muss Bodenhaftung wahren»

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Autor: karin aebischer

Daniel Perler, seit Sie Präsident der Raiffeisenbank Sensetal sind, hat sich deren Anzahl Mitarbeiter auf heute 56 mehr als verzehnfacht, die Bilanzsumme fast verneunfacht. Ist die Arbeit als Verwaltungsratspräsident dadurch eine andere geworden?

Die Verantwortung ist grösser und die Arbeit ist komplexer geworden. Der persönliche Kontakt zu den Mitarbeitenden ist anders. Mit fünf Mitarbeitern war alles viel familiärer. Zuletzt hatte ich mehr Kontakt mit den Führungspersonen der Bank. Es war mir jedoch immer sehr wichtig, den Kontakt zu allen Mitarbeitenden zu pflegen.

1998 erfolgte die Geschäftskreiserweiterung durch die Raiffeisenbank Wünnewil-Flamatt nach Neuenegg, 2002 die Fusion mit Schmitten und 2009 jene mit der Raiffeisenbank Bösingen-Laupen. Ist die Raiffeisenbank Sensetal im richtigen Tempo gewachsen?

Für mich stimmt diese Entwicklung. Sie hatte sich jeweils aus der Situation heraus ergeben. Bei Bösingen-Laupen führte eine enge Zusammenarbeit in eine Fusion über.

Im November 2011 konnte das neue Bankgebäude in Flamatt eingeweiht werden: War dies der Höhepunkt Ihrer Amtszeit?

Als Höhepunkt würde ich es nicht bezeichnen, aber als einen sehr schönen Moment. Jede Vergrösserung bedarf einer Anpassung: Mit diesem Neubau konnten wir die zentralen Dienste zusammenfassen. Die Bank ist organisatorisch und in Bezug auf die Infrastrukturen gut gestellt, deshalb kann ich auch mit gutem Gewissen zurücktreten.

Sie gehören dem Verwaltungsrat seit 23 Jahren an. 19 Jahre waren Sie Präsident. Was hat Sie motiviert, sich für Raiffeisen einzusetzen?

Raiffeisen gefällt mir und wirtschaftliche Fragen haben mich schon immer interessiert. Die Raiffeisenbanken sind wirtschaftlich autonom und so selber für ihr Geschäftsergebnis verantwortlich, das macht die Arbeit besonders interessant. Für mich sind auch die Verbundenheit zum Lokalen und die Werte, die Raiffeisen vertritt, wichtig.

Welche waren die grössten Herausforderungen, mit denen Sie konfrontiert wurden?

Nebst den Fusionen und der Erweiterung in das raiffeisenlose Gebiet nach Neuenegg, waren die Anpassung der Führungsstrukturen sowie die Vorschriften der Behörden, namentlich der Finanzmarktaufsicht, eine ständige Herausforderung.

Hat die Übernahme der Notenstein Privatbank AG durch Raiffeisen Schweiz bei Ihren Genossenschaftern Reaktionen ausgelöst?

Ja, es hat einzelne Reaktionen gegeben von Genossenschaftern, die diese Übernahme infrage stellen oder Bedenken haben in Bezug auf die Haftung. Die Haftungs-Frage ist jedoch eine von der Sonntagspresse völlig aufgebauschte Sache: Kein Genossenschafter muss Angst haben, dass er haften muss. Die Notenstein Privatbank AG ist eine 100-Prozent-Tochtergesellschaft von Raiffeisen Schweiz, weshalb einzig Raiffeisen Schweiz mit ihrem Kaufpreis für allfällige Probleme haften würde.

Sie übergeben das Präsidium an Fritz Schwegler, langjähriges Verwaltungsratsmitglied aus Laupen. Welche sind die Ziele und Herausforderungen für die Raiffeisenbank Sensetal, die Sie ihm damit anvertrauen?

Die Ziele und Herausforderungen bleiben dieselben und beziehen sich vor allem auf die sich verändernden Rahmenbedingungen. Die Bank wird weiter wachsen, aber sie muss qualitativ wachsen.

Was bedeutet qualitativ wachsen?

Die Bank darf nicht zu viel Risiko eingehen, nur um wachsen zu können. Die Weiterentwicklung von Raiffeisen ist eine Gratwanderung zwischen Traditionen treu bleiben, dem wirtschaftlichen Umfeld sowie Veränderungen der Gesellschaft Rechnung tragen. Um sich zu entwickeln, muss die Bank auch Ertragsquellen der reichen Bürger nutzen, gleichzeitig muss sie die Bank des einfachen Bürgers bleiben. Eine gewisse Bescheidenheit und Bodenhaftung muss sie wahren, sonst ist sie nicht mehr Raiffeisen.

Daniel Perler (M.) hat das Präsidium an Fritz Schwegler (l.) abgegeben. Vorsitzender der Bankleitung ist Jürg Stähli (r.).Bild Corinne Aeberhard

RB Sensetal: Dem heiklen Umfeld getrotzt

Am Freitag und Samstag lud die Raiffeisenbank (RB) Sensetal zur bereits 107. Generalversammlung. Mit rund 1500 Mitgliedern waren die in Schmitten abgehaltenen Veranstaltungen derart gut besucht, dass Verwaltungsratspräsident Daniel Perler über die hohe Zahl der Genossenschafter nur erfreut sein konnte. Obwohl das vergangene Jahr im Zeichen schwieriger wirtschaftlicher Bedingungen und grosser Turbulenzen an den Finanzmärkten stand, konnten die Verantwortlichen der RB Sensetal einmal mehr von einem erfolgreichen Geschäftsgang berichten.

Die Bilanzsumme stieg um 7,1 Prozent auf 1,142 Milliarden Franken. Auch die Erfolgsrechnung fiel mit einem Bruttogewinn von 7,1 Millionen ähnlich wie im Vorjahr aus. Die Eigenkapitalbasis bleibt solide: Die Eigenmittel betragen neu 31,2 Millionen Franken. «Sie sehen, Ihrer Raiffeisenbank geht es wirklich gut; sie kann aus einer Position der Stärke in die Zukunft blicken», hielt Daniel Perler fest. Jürg Stähli, Vorsitzender der Bankleitung, hob ausserdem den regen Mitgliederzuwachs hervor. Kürzlich ist der 12000. Genossenschafter begrüsst worden.

Präsidentenwechsel

Das Jahr 2011 war auch durch die Fertigstellung des neuen, knapp 15 Millionen teuren und im Minergie-Standard erstellten Verwaltungsgebäudes in Flamatt geprägt. In Sachen Infrastruktur sei man bereit für die Zukunft, erklärte Daniel Perler und fügte an: «So ist es leicht für mich, den Rücktritt aus dem Amt bekannt zu geben.» Perler, während 19 Jahren als Präsident (siehe Interview), und Verwaltungsrat Thomas Reidy traten zurück.

Als neuer Präsident wurde der langjährige Verwaltungsrat Fritz Schwegler gewählt. Der Notar und Anwalt aus Laupen freute sich auf die bevorstehenden Herausforderungen. Verabschiedet wurde Daniel Perler auch von Überraschungsgast Christoph Blocher, gespielt von Walter Andreas Müller, der die Teilnehmer mit Witz und Schalk entzückte. mz

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