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Die Basis für das Spital der Zukunft

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Bisher hat sich die Freiburger Spitalplanung am Bettenangebot der Krankenhäuser ausgerichtet. Dies wird in Zu- kunft nicht mehr möglich sein. Der Bund fordert von den Kantonen auf das kommende Jahr eine neue Spitalplanung, die sich einzig an der Nachfrage nach Spitalleistungen orientiert.

Nun hat Freiburg den ersten Schritt dieses Prozesses gemacht. Die Direktion für Gesundheit und Soziales hat einen 190-seitigen Planungsbericht erstellt, der in Kürze in die Vernehmlassung geht. Diesen Frühling sollen aufgrund des Berichts Leistungsaufträge ausgeschrieben werden, die öffentlichen und privaten Spitäler können offerieren, und aufgrund dieser Rückmeldungen soll auf Beginn 2015 eine neue Spitalliste bereit sein (siehe Kasten unten). Patrice Zurich, Vorsteher des Amtes für Gesundheit, geht allerdings nicht davon aus, dass neue Anbieter auftauchen werden, wie er gestern an einer Pressekonferenz sagte.

Zürcher Modell als Basis

Wie Gesundheitsdirektorin Anne-Claude Demierre erklärte, stützt sich der Planungsbericht auf Zahlen von 2010; diese sollen im Verlauf dieses Jahres durch Zahlen des Jahres 2012 verfeinert werden. Sie stellen die Grundlage dar für eine Spitalplanung 2015 bis 2020; darüber hinaus enthält der Bericht Prognosen bis ins Jahr 2025.

Es ist das erste Mal, dass der Kanton Freiburg den Ist-Zustand und die künftigen Bedürfnisse an Spitalleistungen so umfassend erfasst. Er stützt sich dabei auf ein System, das der Kanton Zürich für seine Spitalplanung ausgearbeitet hat. Gleichzeitig geht Freiburg eine Zusammenarbeit mit dem Walliser Gesundheitsobservatorium ein, welches den Freiburger Prozess begleitet.

Das Zürcher Analyseinstrument unterteilt den Akutbereich im Spitalwesen–die stationäre Behandlung von akuten Krankheiten und Unfällen–in 132 verschiedene Leistungsgruppen. Ein Teil gehört zum Basispaket der Grundversorgung, der andere Teil umfasst die spezialisier- te Versorgung. Der Bedarf in den Bereichen Rehabilitation und Psychiatrie wird sepa- rat ermittelt.

Zur Erarbeitung des Berichts stützte sich die Gesundheitsdirektion auf Daten des Bundesamtes für Statistik, aber auch des kantonalen statistischen Amtes. Dieses wiederum hat eigens einen Mitarbeiter für das Projekt abgestellt.

30 Prozent mehr Fälle

Tatsächlich ist für die Bestimmung des künftigen Bedarfs die Bevölkerungsentwicklung zentral. Der Bericht geht davon aus, dass die Freiburger Bevölkerung von heute 300 000 Einwohnern im Jahr 2020 auf 323 000 und bis 2025 auf 350 000 Personen ansteigt. Zudem wird die Bevölkerung altern. «Zwischen 2010 und 2025 wird die Bevölkerung der 65-Jährigen und älter um 62,9 Prozent zunehmen», prognostiziert der Bericht. Besonders stark dürfte der deutschsprachige Nordosten des Kantons die Alterung der Bevölkerung verspüren.

Nebst der Demografie berücksichtigt die Bedarfsplanung der Spitalleistungen verschiedene Tendenzen auf medizinischem Gebiet. So gilt es, die medizintechnischen Entwicklungen mit neuen Therapie- und Diagnosetechniken einzubeziehen, genauso wie die Häufigkeit im Auftreten von Krankheitsbildern und das Potenzial, stationäre durch ambulante Behandlungen ersetzen zu können. Bei diesen Trends stützt sich der Freiburger Bericht ganz auf das Zürcher Modell.

Kürzere Aufenthalte

Zusammenfassend ist davon auszugehen, dass die Freiburger Spitäler zwischen 2010 und 2020 eine Steigerung der Fälle um 23 Prozent und zwischen 2020 und 2025 um weitere sieben Prozent registrieren werden. Die Zahl der Pflegetage dürfte sich bis 2020 um 18 Prozent und bis 2025 um nochmals fünf Prozent erhöhen.

Diese Steigerung berücksichtigt, dass in Zukunft die Aufenthaltsdauer in den Spitälern weiter sinken wird. Heute verzeichnet Freiburg im interkantonalen Vergleich durchschnittlich lange Spitalaufenthalte. Die Zielsetzung der Gesundheitsdirektion lautet, dass bis 2020 die Freiburger Spitäler punkto Aufenthaltsdauer die besten 40 Prozent erreichen.

Auch wenn das Freiburger Spitalwesen quantitativ eine grosse Entwicklung erfahren wird, so ist Staatsrätin Anne-Claude Demierre überzeugt, dass diese mit der bestehenden Kapazität bewältigt werden kann. «Es braucht eine Anpassung in der Akutsomatik. Aber unsere Spitalplanung ist flexibel, und wir betreiben ein ständiges Monitoring.»

Spitalaufenthalte: Mehr als ein Viertel der Deutschfreiburger verlassen den Kanton

U m den Bedarf der Freiburger Bevölkerung nach Spitalleistungen bestmöglich zu ermitteln, hat der Kanton den Planungsbericht in mehrere Spitalzonen unterteilt.

Um auf die regionalen Verhaltensmuster einzugehen, haben die Freiburger Gesundheitsbehörden vier kantonale Spitalregionen gebildet: Zentrum, Nordost, Nordwest und Südwest. Ein Kriterium zur Festlegung dieser vier Zonen lag im Anteil der innerkantonalen Spitalaufenthalte. Erstmals liegen so konkrete Zahlen vor, wie häufig Patienten in Spitäler ausserhalb des Kantons abwandern.

Gemäss dieser Erhebung lassen sich 87 Prozent aller Freiburger Patienten im Bereich Grundversorgung Akutbereich in Freiburger Spitä- lern behandeln. Dazu trägt vor allem die Spitalzone Zentrum bei, zu der auch der Obere Sensebezirk gezählt wird. Mehr als doppelt so häufig wie im kantonalen Schnitt, nämlich zu 28,6 Prozent, wählen Patienten aus dem Nordosten des Kantons einen ausserkantonalen Spitalstandort. Zum Nordosten zählen der deutschsprachige Seebezirk und der Wistenlach sowie Düdingen, Tafers und der untere Sensebezirk. Besonders häufig betreffen diese ausserkantonalen Spitalaufenthalte die Chirurgie (45 Prozent) und die Innere Medizin für Erwachsene (39 Prozent).

Das gleiche Bild wie für die Zone Nordost bietet sich im Südwesten des Kantons. Der Anteil waadtländischer Spitalaufenthalte beträgt dort 28,5 Prozent. Der Nordwesten des Kantons (Broyebezirk) verhält sich sehr treu zum Interkantonalen Spital Broye mit den Standorten Payerne und Estavayer-le-Lac.

Der Planungsbericht hält auch fest, dass es Unterschiede in der Länge der Spitalaufenthalte innerhalb und ausserhalb des Kantons gibt. Durchschnittlich befindet sich ein Patient in der Grundversorgung Akutbereich 6,8 Tage in einem Freiburger Spital und 5,9 Tage in einem ausserkantonalen Spital. Den Unterschied macht hauptsächlich der Sektor Chirurgie aus.

Auch bei der Psychiatrie erfasst der Planungsbericht die inner- und ausserkantonalen Aufenthalte. 90,6 Prozent der Klinikaufenthalte im Bereich Psychiatrie finden innerhalb des Kantons statt. Anders das Bild im deutschsprachigen Nordosten des Kantons: Dort sucht rund ein Drittel aller Patienten eine ausserkantonale psychiatrische Klinik auf.

Gemäss Patrice Zurich, Vorsteher des Amtes für Gesundheit, hat diese Unterteilung in Zonen einzig zum Zweck, die Gewohnheiten der Freiburger Patienten besser zu verstehen. Die Unterteilung in Spitalzonen werde aber bei der Zuteilung der Leistungsaufträge an die Spitäler nicht mehr zum Tragen kommen. uh

Zahlen und Fakten

Kosten steigen massiv an

Der Planungsbericht der Gesundheitsdirektion macht deutlich, dass für die Periode von 2015 bis 2020 auf den Kanton deutlich höhere Ausgaben im Spitalwesen zukommen als bisher. Durch die demografische Entwicklung werden über die nächsten sechs Jahre jährliche Zusatzkosten zwischen 3,8 und 4,8 Millionen Franken die Staatskasse belasten. Kumuliert bis 2020 sind das 25,8 Millionen Franken mehr als heute. Dazu steigt bis 2017 der Kostenanteil für den Staat gegenüber den Krankenversicherern um je zwei Prozent. Das sind jährlich zehn Millionen Franken. 2020 dürfte also der Staat rund 56 Millionen Franken oder 23 Prozent mehr an die Kosten für bestellte Spitalleistungen zahlen als 2014. Staatsrätin Anne-Claude Demierre relativierte aber, dass vieles von der Entwicklung der Spitaltarife abhänge.uh

Chronologie

Die Planung 2008 wird ersetzt

Die Freiburger Spitalplanung hat über die letzten 25 Jahre mehrere Veränderungen erfahren. Mit dem Mediplan 89 wurde der Aufbau eines neuen Spitalnetzes in die Wege geleitet. 1996 trat das Bundesgesetz über die Krankenversicherung in Kraft, aufgrund dessen 1998 eine Spitalliste entstand, welche mit Leistungsaufträgen an die Spitäler das Ende der Bezirksspitäler bedeutete. Der Bund forderte Freiburg auf, die Bettenzahl markant zu senken, worauf es zur Spitalplanung 2008 kam. Für 2015 wird eine neue bis 2020 gültige Spitalplanung gefordert. Nach dem Planungsbericht erfolgt die Ausschreibung bis Juni. Die Spitalliste soll im November stehen. Nach der Vernehmlassung und der Ratsdebatte wird der Staatsrat die neue Liste wohl im März 2015 rückwirkend auf den 1. Januar 2015 in Kraft zu setzen.uh

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