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Die bewegten Jahre des Christoph Catillaz

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Obwohl erst 28-jährig, ist Christoph Catillaz ein Urgestein des SC Düdingen. Er hat nie für einen anderen Verein gespielt, gehörte zehn Saisons lang zur ersten Mannschaft – und will…..

…. künftig kürzertreten. Der Match am Freitag gegen den FC Freiburg wird sein letzter sein.

Als 19-Jähriger hatte Christoph Catillaz beim SC Düdingen in der 1. Liga sein Debüt in der ersten Mannschaft gegeben, am Freitag gibt er gegen den FC Freiburg seine Dernière in der 2. Liga. Dazwischen liegen zehn Meisterschaften, in denen Catillaz manche Hochs und Tiefs erlebt hat, in denen er vom Jungspund zum Captain gereift ist und stets ein Beispiel für Clubtreue war. Im Interview mit den FN blickt der Düdinger auf seine bewegten Jahre zurück.

Christoph Catillaz, nach neuneinhalb Saisons beim Fanionteam des SC Düdingen treten Sie Ende Saison ab. Was bewegt Sie dazu?

Seit 16 Jahren trainiere ich drei- oder viermal pro Woche und bin an den Wochenenden für die Matches unterwegs. Ich möchte mir nun etwas mehr Zeit nehmen für andere Sachen wie Familie, Kollegen, Freundin, Ferien und so weiter. Ich hatte schon vor ein, zwei Jahren gemerkt, dass mir der ganze Aufwand zu viel wird. Durch den Aufstieg wird er nächste Saison noch grösser anstatt kleiner, deshalb ist es ein guter Zeitpunkt, um kürzerzutreten.

Sie haben in Ihrer Karriere stets die Farben des SC Düdingen getragen. Hat es Sie nie gereizt, einmal für einen anderen Verein zu spielen?

Bis zu den U15 habe ich auch für das Team Freiburg und YB gespielt, aber das waren mehr Auswahlen als Vereine. Ich bin in Düdingen aufgewachsen, meine Eltern hatten mehrere Jahre die SCD-Buvette geführt, und das Birchhölzli war für mich immer wie ein zweites Zuhause. Die Infrastruktur und die Ausrüstung des Vereins sind hervorragend, ich hätte nirgends einen Vorteil gehabt gegenüber Düdingen.

Christoph Catillaz.
Bild: Charles Ellena

Eine solche Clubverbundenheit ist heutzutage eher die Ausnahme.

Ich hatte das Glück, in einem Verein gross geworden zu sein, der eine 1.-Liga-Mannschaft hatte. Fussballer von anderen Clubs mussten ihren Stammverein verlassen, wenn sie in die 1. Liga wollten. Spieler wie Fabian Brügger, die dem SCD noch länger treu waren, sind später zurück zu dem Verein, in dem sie aufgewachsen sind. Das ist auch ein Zeichen von Clubverbundenheit. Ich brauchte nicht zurückzukehren, ich musste nie weg. Aber es ist schon so, dass die Jungen heute schneller den Verein wechseln.

Haben Sie eine Erklärung dafür?

Ich habe oft den Eindruck, dass die Generation an Fussballern, die nach mir gekommen ist, vor allem spielen will. Zwar auf möglichst hohem Niveau, aber wenn sie nicht zum Einsatz kommen – aus welchen Gründen auch immer –, nehmen sie den einfachsten Weg und wechseln den Verein. Ich habe noch gelernt, dass man sich durchbeissen muss, wenn man sich durchsetzen will.

Gab es eine Zeit, in der Sie beim SCD durchbeissen mussten?

Ganz am Anfang in meiner ersten Saison in der 1. Liga. Während der Saisonvorbereitung war ich bei den Trainingsmatches viel zum Einsatz gekommen, weil einige Stammspieler in den Ferien waren. Für mich als Junior, der neu zum Team gestossen ist, war es die Chance, mich zu beweisen, und ich habe auch ganz gute Leistungen gezeigt. Ich ging davon aus, dass ich bei den ersten Meisterschaftspartien auflaufen darf, kam dann aber doch nur zu Teileinsätzen. Das war eine grosse Enttäuschung, aber ich habe mich nicht unterkriegen lassen. Ich wusste, dass sich früher oder später weitere Chancen ergeben werden, wenn Stammspieler gesperrt oder verletzt ausfielen. So kam es dann auch. Auch in der Saison 2020/21, als ich wegen muskulären Problemen oft nicht spielen konnte oder durfte, musste ich durchbeissen und mich zurückkämpfen. Da kamen mir aber die ersten Gedanken, wegen meines Körpers aufzuhören. Wenn man ständig etwas hat, macht es weniger Spass.

Erinnern Sie sich an Ihr erstes Spiel mit dem Fanionteam?

Natürlich (lacht). Das war am 2. Mai 2015 im 1.-Liga-Match gegen Lancy. Weil einige Stammspieler fehlten, durfte ich als 19-Jähriger mit der Startelf aufs Feld. Ich spielte im Sturm an der Seite des langjährigen Super-League-Spielers Jean-Michel Tchouga, das war schon speziell. Wir haben 7:1 gewonnen, und mir gelang ein Assist. Für mich als ehemaliger Junior, der beim SCD in die Fussballschule ging und jeden Match vom «Iis» gesehen hat, ging ein Traum in Erfüllung.

Jean-Michel Tchouga ist ein gutes Stichwort. Ihre ersten Jahre beim SCD waren geprägt von vielen auswärtigen Spielern, die im Team waren. Wie haben Sie das erlebt?

Ich kam zum SCD im Jahr nach den Aufstiegsspielen zur Promotion League. Da herrschte eine grosse Euphorie, und der Verein wollte seine sportliche Entwicklung vorantreiben. Er wollte unbedingt in die Promotion League aufsteigen, egal wie. Dafür hat er einiges Geld in die Hand genommen und auf viele auswärtige Spieler gesetzt. Doch der sportliche Erfolg ist ausgeblieben, und wenn man dann noch kaum einheimische Spieler im Team hat, ist das eine ganz schlechte Kombination.

Inwiefern?

Die Zuschauer kommen an die Spiele, wenn sie erfolgreichen Fussball zu sehen bekommen, oder wenn sie sich mit dem Verein und den Spielern identifizieren können. Wenn beides nicht gegeben ist, bleiben die Zuschauer weg. Das ist dann auch passiert. Der Verein hat darauf reagiert und versucht, seine regionale Identifikation wiederzufinden. Er hat die erste Mannschaft, die vom Rest des Vereins wie abgesplittert war, in seinen Schoss zurückgeholt.

Die Rückbesinnung auf regionale Werte brachte 2018 den Abstieg in die 2. Liga inter mit sich. Dann hatte die Relegation rückblickend auch etwas Gutes?

Im ersten Moment ist jeder Abstieg schwer, aber rückblickend war es tatsächlich nicht so schlecht. Wir konnten in der 2. Liga interregional zurück zu unserer Identität und mit jungen, regionalen Spielern etwas aufbauen. Das war dann auch ziemlich erfolgreich, 2020 waren wir als Tabellenführer auf Aufstiegskurs, als uns Corona ausbremste und die Saison abgebrochen wurde.

Sie haben mit dem SC Düdingen in der 1. Liga gespielt, in der 2. Liga inter und in dieser Saison in der regionalen 2. Liga. Wo gehört der SCD hin?

Gute Frage… Sicher nicht in die 2. Liga, das haben wir diese Saison mit dem direkten und souveränen Wiederaufstieg gezeigt. Ich denke, dass der SCD in der 2. Liga inter gut mithalten kann, von der Infrastruktur her wäre auch die 1. Liga möglich. Doch ohne auswärtige Verstärkungen wird es da schwierig. Das bringt uns zurück zur Frage: In welchem Mass verträgt es die? Es ist ein schwieriger Spagat.

Sie haben in den knapp zehn Jahren sieben verschiedene Trainer erlebt. Welcher hat Sie am meisten geprägt?

Ich habe von jedem etwas lernen können. Der eine hatte seine Stärken im Taktischen, der andere im Mentalen und der dritte als Mannschaftstyp.

Unter Martin Lengen hatten Sie als Stürmer angefangen, dann wurden Sie Mittelfeldspieler, und diese Saison haben Sie in der Verteidigung gespielt. Was ist Ihre Lieblingsposition?

Anfangs spielte ich im offensiven Mittelfeld, da war ich jung und konditionell ganz gut zwäg (lacht). Später kamen Neue ins Team, die besser in die Rolle des Spielmachers passten, und ich rutschte etwas nach hinten. Als 8er im Zentralen Mittelfeld oder als 6er im Zentral-Defensiven-Mittelfeld fühle ich mich am wohlsten. In der Verteidigung spiele ich diese Saison nur als Notnagel, weil sich einige verletzt haben.

Gab es einen Spieler, der Sie in Ihrer Zeit im «Iis» des SCD besonders beeindruckt hat?

Fabian Suter und Freddy Piller. Mit ihnen habe ich am längsten zusammengespielt, und sie haben mich auf menschlicher Ebene geprägt. Vom Charakter her sind wir ähnlich, wir geben immer alles für die Mannschaft. Spielerisch beeindruckt hatte mich Juan Manuel Parapar, obwohl er nur eine halbe Saison bei uns war. Dass er heute in der vierthöchsten spanischen Liga spielt, sagt einiges über seine Qualitäten aus.

Christoph Catillaz im März 2016.
Bild: Alain Wicht

Wenn Sie die Zeit zurückdrehen könnten: Welches Spiel würden Sie gerne noch einmal erleben?

Ein Match, der mir immer wieder in den Sinn kommt, war jener im April 2016 gegen den FC Signal. Das Spiel fand an meinem 20. Geburtstag statt, auf dem Birchhölzli vor unseren Fans, wir haben 4:0 gewonnen, und ich habe zwei Tore erzielt. An dem Tag sind einige schöne Sachen zusammengekommen.

Und an welche Partie erinnern Sie sich nicht so gerne zurück?

An den Cup-Match diese Saison gegen Marly. Da hatte ich als 6er eine ganz solide erste Halbzeit gezeigt, bin dann nach dem Seitenwechsel in die Innenverteidigung gerutscht und stand da komplett neben den Schuhen. Da ging einiges von der Niederlage auf meine Kappe.

Sie waren die letzten zwei Jahre Captain der ersten Mannschaft. Was hat Ihnen das bedeutet?

Für meinen Club als Captain auf dem Feld stehen zu dürfen, macht mich stolz. Ich erinnere mich an meine ersten Spiele mit der Captainbinde, die waren sehr speziell. Ich bin eigentlich nicht der Typ, der auf dem Platz viel spricht und laut wird. Ich habe immer versucht, mit Leistung mein Team mitzureissen. In die Rolle des Captains musste ich mich erst einleben, inzwischen kann ich mit dem Team besser kommunizieren und reden.

Nach fast zehn Jahren in der ersten Mannschaft des SCD treten Sie ins zweite Glied zurück. Was sind Ihre Ambitionen in der 3. Liga?

Die 3. Liga ist nicht bloss eine Plauschliga, ich habe durchaus noch Ambitionen. Ich möchte möglichst oft spielen und wenn möglich gewinnen. Wenn es gewünscht wird, gehe ich gerne etwas als Leader voran und versuche den jungen Mitspielern etwas von meiner Erfahrung als alter Hase mitzugeben.

Mit Ihren 28 Jahren sind Sie eigentlich noch kein alter Hase – und trotzdem kann man Sie als SCD-Urgestein bezeichnen…

Stimmt (lacht). Mit 28 bin ich eigentlich im besten Fussballalter, trotzdem habe ich beim SCD doppelt so viele oder noch mehr Jahre auf dem Buckel als alle anderen der ersten Mannschaft.

Am Freitag laufen Sie gegen den FC Freiburg ein letztes Mal mit Ihrem Team auf. Wie steht es um Ihre Gefühlslage?

Ich versuche, nicht gross daran zu denken. Aber klar, es geht ein Kapitel zu Ende, es wird sicherlich etwas emotional. Am vergangenen Wochenende bin ich vom Verein beim letzten Heimspiel offiziell verabschiedet worden, da hatte ich meine Gefühle überraschend gut im Griff. Mal schauen, wie es am Freitag sein wird.

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