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«Die Biene ist eine Überlebenskünstlerin»

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«Die Biene ist eine Überlebenskünstlerin»

Der starke Krankheitsbefall vieler Völker macht menschliche Eingriffe notwendig

Den Fachleuten ist rätselhaft, was im vergangenen, strengen Winter zum Sterben zahlreicher Bienenvölker geführt hat. Ein Faktor war die Schwächung der Völker durch den starken Befall von der Varroa-Milbe. Welchen Einfluss die gegenwärtige milde Witterung hat, lässt sich noch nicht absehen.

Autor: Mit MARIUS SCHNEUWLY* sprach ANTON JUNGO

Manche Bienenzüchter waren im vergangenen Frühjahr mit der Tatsache konfrontiert, dass viele ihrer Bienenvölker sehr geschwächt oder überhaupt nicht mehr aus der Winterruhe erwacht sind. Wo lagen die Gründe?

Der Verlust an Bienenvölkern hatte im vergangenen Winter in manchen Gegenden tatsächlich ein verheerendes Ausmass angenommen. Mancher Bienenhalter verlor die Hälfte und mehr seiner Völker. Glücklicherweise war die Region Deutschfreiburg etwas weniger stark betroffen. Aber auch bei uns traf es einige Imker empfindlich.Die Fachleute standen vor einem Rätsel. In der Zwischenzeit wissen wir, dass dieses Bienensterben kaum auf einen einzigen Faktor zurückzuführen ist, sondern die Folge einer Kombination verschiedener Einflüsse war. Dabei hatte die hohe Varroa-Population einen wesentlichen Einfluss. Die durch diese Milbe geschwächten Völker waren anfälliger auf Parasiten und Folgekrankheiten. So zeigten die Analysen bei diesen Völkern einen höheren Virenbefall. Eine Rolle spielte sicher auch der lange Winter und weitere noch zu wenig bekannte Faktoren.

Welche Massnahmen haben die Imker gegen das Bienensterben ergriffen? Konnten sich die Völker wieder erholen?

Völkerverluste gehören zur Imkerei wie Leben und Sterben. Im vergangenen Winter überstiegen sie aber um das x-fache die gewohnten Einbussen. Trotzdem wagten die meisten betroffenen Imker den Wiederaufbau und konnten dabei auf das Verständnis von Imkerkollegen zählen, welche mit Schwärmen und Jungvölkern aushalfen. Dennoch entstanden natürlich Lücken, welche sich erst in ein paar Jahren wieder schliessen werden. Die konsequente Varroa-Bekämpfung und die regelmässige Volkerneuerung bleiben aber das erklärte Ziel. Damit erhalten wir gesündere und stärkere Völker, welche besser überleben können.

Wie steht es mit dem Einsatz von Chemie in der Bienenzucht?

Der Griff in die «Chemie-Trickkiste» ist bei den Schweizer Imkern verpönt, und zum Grossteil auch verboten. Unser Land geht damit gar einen Schritt weiter als das umliegende Ausland. So ist beispielsweise bei uns jeglicher Antibiotika-Einsatz untersagt. Die Bekämpfung der Varroa-Milbe geschieht auf Basis von Stoffen, welche natürlicherweise im Bienenvolk vorkommen (ätherische Öle, Säuren). Bakterienkrankheiten wie Sauerbrut und Faulbrut werden nicht behandelt, sondern eliminiert, indem man die betroffenen Völker vernichtet.Der zertifizierte Honig wird regelmässig auf Rückstände überprüft. Der Honigkonsument kann ebenfalls dazu beitragen, indem er leere Honiggläser auswäscht, bevor er sie ins Altglas gibt. So kann auch er der Übertragung von Bakterienherden Einhalt gebieten. Am besten gibt er natürlich die gebrauchten Gläser dem Imker zurück.

Welchen Beitrag leisten die Bienen innerhalb des Ökosystems?

Die Biene bevölkert die Erde bereits seit dreissig Millionen Jahren. Im Vergleich dazu ist das Matterhorn erst zwanzig Millionen Jahre alt. Die Biene hat also bewiesen, dass sie eine ausgezeichnete Überlebenskünstlerin ist. Doch seit zwanzig Jahren kann sie nicht mehr ohne die Hilfe des Menschen überleben. Eine erschreckende Tatsache. Wenn wir bedenken, dass ein Drittel der menschlichen Nahrung direkt oder indirekt von der Bestäubungsarbeit der Bienen abhängig ist, wird klar, wie bedeutungsvoll die Bienen für uns sind.

Wie fiel die Honigernte in der vergangenen Saison aus?

Der Schweizer Imker erntet im Mehrjahresdurchschnitt acht Kilogramm Honig pro Volk und Jahr. Der Honigertrag in Deutschfreiburg dürfte sich in diesem Rahmen bewegen, wobei die Ernte von Bienenstand zu Bienenstand sehr stark variiert. Das vergangene Jahr fiel dabei schwächer aus als die vorangegangenen. In unserer Gegend ernten wir im Frühling den Blütenhonig aus Obst-, Löwenzahn- und Rapsnektar. Im Sommer folgt dann der dunklere Blatthonig und alle paar Jahre auch der Waldhonig.

Gegenwärtig sehen sich die Bienen wieder mit einer besonderen Situation konfrontiert. Wie reagieren sie auf die milde Witterung?

Der milde Winter ist sicher nicht nur für uns Menschen ungewöhnlich. Wer an einem Bienenhaus vorbeispaziert, sieht, wie emsig das Treiben ist, obwohl laut Kalender eigentlich Winterruhe herrschen sollte. Welche Auswirkungen dies auf die Bienenvölker hat, können wir erst im Frühjahr sagen. Sicher ist, dass die milde Witterung auch die Varroa-Populationen fördert. Die Winterbehandlung ist deshalb Pflicht. Sicher benötigen die Bienen bei ihren vermehrten Ausflügen auch zusätzliche Energie. Die Futtervorräte sind also im Auge zu behalten. Warten wirs ab!*Marius Schneuwly, Schmitten, ist Medienbeauftragter des Imkervereins Sense.

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