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«Die Bronzemedaille macht mich stolz»

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Mit einem 3:2-Heimsieg gegen Schaffhausen haben die Düdinger NLA-Volleyballerinnen am Mittwoch das Duell um Platz drei für sich entschieden. Am Morgen nach dem Gewinn der Bronzemedaille zog Trainer Dario Bettello – leicht übernächtigt und mit sichtbaren Ringen unter den Augen – im Interview Bilanz und blickte voraus auf die nächste Saison.

 

Dario Bettello, haben Sie den Gewinn der Bronzemedaille ausgiebig gefeiert?

Ein guter Trainer hat mir einmal gesagt, dass Gewinner feiern und Verlierer erklären. Insofern habe ich mit Freude lange und ausgiebig gefeiert.

«Wir haben die Medaille nicht mit Glück gewonnen, sondern sie über die ganze Saison gesehen verdient.»

 

Welchen Stellenwert hat diese Bronzemedaille für Sie?

Als Trainer von Männerteams habe ich schon einige Medaillen gewonnen, wurde unter anderem Cupsieger. Es ist aber meine erste Auszeichnung, die ich mit einem Frauenteam gewonnen habe, und deshalb etwas Besonderes. Stolz macht mich insbesondere die Tatsache, dass wir die Medaille nicht mit Glück gewonnen, sondern über die ganze Saison gesehen verdient haben. Nach der Regular Season waren wir klarer Dritter.

Die Spiele gegen Schaffhausen im Kampf um Platz drei hätten auch gut anders ausgehen können. Zweimal hat Düdingen mit 15:13 im Tiebreak gewonnen.

In den Playoffs sind immer viele Emotionen dabei. Zusätzlich noch gegen Kanti mit ehemaligen Düdinger Spielerinnen und dem langjährigen Trainer Nicki Neubauer antreten zu müssen, war für einige nicht so einfach. Sicherlich haben wir nicht unsere besten Leistungen gezeigt. Wenn du aber innerhalb von vier Tagen zweimal im Tiebreak gewinnst, hat das nichts mit Glück zu tun. Dann bist du einfach stärker.

Trauern Sie dem verpassten Playoff-Final nach?

Nein. Wir haben Sm’Aesch-Pfeffingen im Halbfinal gefordert und nur 1:2 verloren. Wir haben alles probiert, aber es war einfach nicht genug. Ich trauere höchstens dem dritten Satz im zweiten Spiel nach, als wir in der Verlängerung 29:31 verloren haben. Hätten wir da gewonnen, was durchaus möglich gewesen wäre, hätten wir das Spiel noch drehen können. Aber insgesamt waren Aesch und Volero Zürich über die ganze Saison gesehen konstanter, das muss man anerkennen. Immerhin konnten wir im Verlauf der Saison gegen beide Teams gewinnen, das ist sehr erfreulich.

Was fehlt Düdingen noch, um künftig auch den besten Teams der Liga regelmässig Paroli bieten zu können?

Das sind genau die Überlegungen, die wir momentan in Hinblick auf nächste Saison machen. Wo können wir etwas verändern? Es gibt vielleicht die eine Position, wo wir im Vergleich zu anderen Teams schwächer besetzt waren und nicht so gute Leistungen gezeigt haben.

Denken Sie dabei an Courtney Felinski, die auf Position 4 spielte?

Wie gesagt, wir müssen erst einmal die Emotionen setzen lassen und dann alles gut analysieren. Wir gewinnen und verlieren immer als Team.

Der Teamgeist bei den Powercats stimmt.

Wo muss sich Ihr Team mit Blick auf nächste Saison noch verbessern?

Den Spielerinnen fehlt noch die Fähigkeit, in den wichtigen Momenten gut zu spielen. Während einer Partie machen sie viele super Sachen, aber eben oftmals nicht in den entscheidenden Phasen. Volero und Aesch waren diesbezüglich etwas besser. Das müssen wir noch lernen, mit dem Erfolg kommt das aber automatisch.

Düdingen hat überdurchschnittlich oft die ersten beiden Sätze gewonnen und dann nach der Zehn-Minuten-Pause den dritten Durchgang verloren. Haben Sie eine Erklärung dafür?

Nach der Pause beginnt ein neuer Match. Es ist schwierig, mit dem gleichen Feuer auf den Platz zurückzukehren, erst recht, wenn du vorher zwei Sätze deutlich gewonnen hast. Wir haben aber auch hier eine Entwicklung gemacht: In der zweiten Saisonhälfte ist es uns seltener passiert, dass wir den dritten Satz verloren haben. Aber es geschieht noch zu oft. Da müssen wir einen Weg finden, um nach der Pause nicht jedes Mal bei Null anfangen zu müssen. Klar ist aber auch: Aus rein sportlichen Überlegungen macht kein Trainer diese Pause.

Warum macht man sie denn? Der Heimverein kann selber entscheiden, ob er die Zehn-Minuten-Pause nach dem zweiten Satz durchführen will oder nicht. Aesch-Pfeffingen verzichtet neuerdings darauf …

Das hat zwei Gründe. Zum einen muss der Verein jede Möglichkeit nutzen, um Einnahmen zu generieren. Der Buvettenbetrieb während der Pause ist eine Möglichkeit. Zum anderen bietet die Pause den Zuschauern die Möglichkeit, ihre Emotionen zu teilen. Sie können sich untereinander austauschen, über das Spiel diskutieren, sich über Fehler ärgern und über schöne Ballwechsel freuen. Das gehört auch zu einem Event.

«Die Aussicht ist verlockend, aber wir werden ihr widerstehen.»

 

Was sind die positiven Aspekte, die Sie aus Ihrer ersten Saison mit den Power Cats mitnehmen?

Die spielerische Qualität war gut, wir hatten viele gute Volleyballerinnen im Team. Die hervorragende Stimmung in der Equipe war eine weitere grosse Stärke von uns. Ich habe von Anfang an Wert darauf gelegt, eine gute Dynamik im Team aufzubauen. Das hat sich ausgezahlt: Alle haben gerne zusammengearbeitet, und jede hat sich für die andere eingesetzt. Last but not least ist das Umfeld in Düdingen sehr angenehm: Die Spielerinnen fühlen sich zu Hause, und wenn es einmal nicht so läuft, bekommen sie nicht gleich von allen Seiten Druck aufgesetzt.

Düdingen hat in der ganzen Saison nur ein einziges Mal zu Hause verloren (1:3 gegen Schaffhausen). Was macht Ihr Team so heimstark?

Unser Heimvorteil liegt nicht an der Halle, denn wir trainieren nur selten auf dem Feld, auf dem wir die Meisterschaftsspiele austragen. Es ist vielmehr das Publikum, das uns trägt. Es ist oftmals zwar etwas verhalten, und es braucht manchmal einiges, damit der Funke vom Team aufs Publikum überspringt. Wenn es aber darauf ankommt, so wie am Mittwoch im Tiebreak, dann feuern die Fans das Team lautstark an. Bei dieser Stimmung ist es für jeden Gegner schwer, in Düdingen zu spielen.

Volero, der grosse Dominator der letzten Jahre, zieht sich Ende Saison aus der NLA zurück. Beginnt jetzt das grosse Aufrüsten bei den übrigen Teams, um Schweizer Meister zu werden?

Menschen neigen dazu, überambitioniert zu sein, insbesondere im Sport. Es gibt immer wieder Vereine, die auf Teufel komm raus den Erfolg suchen, vielleicht auch gewinnen, aber nach einem Jahr ist dann alles vorbei, und der Club steht vor dem Ruin. Ich befürchte, dass sich in den nächsten zwei Jahren auch einige Volleyballvereine übernehmen könnten.

Düdingen auch?

Die Aussicht ist verlockend, aber wir werden ihr widerstehen. Düdingen hat in den letzten Jahren immer gut gewirtschaftet und nie über seinen Verhältnissen gelebt. Wir werden auch jetzt nicht drei zusätzliche Spielerinnen engagieren, nur um Meister zu werden. Klar, wir wollen unter den besten vier Teams bleiben, das aber im Rahmen unserer Möglichkeiten.

Transfers

Bei den Power Cats sind keine grossen Wechsel zu erwarten

Nach der Saison ist vor der Saison – das gilt auch für Volley Düdingen, das sich seit einiger Zeit mit der Zusammenstellung seines Kaders für die Saison 2018/19 beschäftigt. Offiziell bestätigt hat der Verein bisher einzig die Vertragsverlängerung seiner amerikanischen Topskorerin Danille Harbin. Auch Libera Thays Deprati und Francine Marx, die beide einen weiterlaufenden Vertrag haben, werden nächste Saison das Trikot der Power Cats tragen.

Und wer noch? «Ein Team zusammenzustellen ist wie ein Puzzle zu machen: Viele Teile müssen ineinanderpassen, und manche Teile kann man erst legen, wenn andere klar sind», sagt Düdingens Vereinspräsident Christian Marbach. Es seien Gespräche mit verschiedenen Spielerinnen am Laufen, und einige Verträge stünden kurz vor der Unterschrift. «Offiziell kommunizieren werden wir aber erst, wenn die Tinte auf dem Papier getrocknet ist.»

Bleibt Kristel Marbach?

Ein wichtiges Puzzleteil im Düdinger Kader stellt die Passeuse dar. Auf dieser Position waren die Power Cats in den letzten Jahren verwöhnt, hatten mit Kristel Marbach nicht nur eine der besten Zuspielerinnen der Liga in ihren Reihen, sondern auch eine mit Schweizer Pass. Damit hatte man stets eine der zwei lokal ausgebildeten Spielerinnen (LAS), die gemäss Reglement auf dem Feld stehen müssen, unter Vertrag. «Ob Kristel bei uns bleibt oder nicht, ist ein entscheidender Faktor», sagt Präsident und Vater Christian Marbach. «Wenn sie mit ihrem Arbeitgeber einen Weg findet, um Beruf und Sport aneinander vorbeizubringen, wird sie bleiben. Sobald Kristels Zukunft geklärt ist, können wir um sie herum das Team bilden. Dann wissen wir, ob wir eine ausländische Zuspielerin holen müssen oder ob wir die Ausländerinnen auf anderen Positionen einplanen können.»

Zweite LAS in der Düdinger Starting Six war jeweils Inès Granvorka. Die Aussenangreiferin hat bereits vor einiger Zeit durchblicken lassen, dass sie ihren Vertrag verlängern wird. Gleiches gilt für die zweite Passeuse Zora Widmer, die bei den Power Cats ihre dritte Spielzeit in Angriff nehmen wird. Mona Rottaris, die bisher zwischen NLA und NLB (VBC Freiburg) pendelte, wechselt ganz ins Kader von Düdingen. Deprati, Marx, Marbach, Granvorka, Widmer und Rottaris – diese sechs Schweizerinnen dürften auch nächste Saison den Dress der Power Cats tragen.

Fragezeichen hinter Felinski

Nicht mehr im Team sein wird Pamela Gfeller, die nach sechs Jahren in Düdingen ihre NLA-Volleyballkarriere beendet. Flavia Knutti plant ein Auslandsjahr in den USA. Klappt alles mit der Aufenthaltsbewilligung und den Papieren – und davon ist auszugehen –, wird die Libera kommende Saison ebenfalls nicht mehr in der Leimackerhalle anzutreffen sein.

Von den Ausländerinnen bleibt Topskorerin Harbin den Power Cats treu. Nur noch Formsache ist die Vertragsverlängerung von Mittelblockerin Sabel Moffett. Obwohl die Amerikanerin schon länger darüber nachdenkt, in ihre Heimat zurückzukehren und eine Familie zu gründen, hängt sie noch ein Jahr in Düdingen an. Eine gute Nachricht für das Team von Dario Bettello, in dem das Energiebündel Moffett eine tragende Rolle einnimmt.

Moffett und Kerley Becker bildeten in dieser Saison das wohl stärkste Mittelblockerduo der NLA. Sportlich gibt es keinen Grund, das Duo auseinanderzureissen. Da Becker bereits im Dezember ihren Wunsch kundgetan hat, in Düdingen zu bleiben, deutet alles darauf hin, dass das Duo Moffett/Becker auch nächste Saison die gegnerischen Angreiferinnen zum Verzweifeln bringen wird.

Ein Fragezeichen steht hinter Courtney Felinski. Die amerikanerische Aussenangreiferin konnte insgesamt die Erwartungen nicht ganz erfüllen. Gestern trafen sich Präsident Marbach, Trainer Bettello und Felinski zu einem weiteren Gespräch. Was ist dabei herausgekommen? «Wir kommunizieren, sobald alles geregelt ist», sagt Marbach. «Mitte nächste Wochen wissen wir mehr.»

Auch wenn vieles noch inoffiziell ist, so zeichnet sich schon jetzt ab, dass es bei den Power Cats nur wenige Wechsel geben wird – warum auch, nach einer so erfolgreichen Saison…ms

 

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