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Die Caritas hilft dort, wo das staatliche Sozialsystem nicht greift

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Caritas kämpft gegen Armut und sozialen Ausschluss, indem sie Betroffenen konkrete Hilfe leistet. Im Hinblick auf Sozialleistungen ersetzt sie aber nicht staatliche Stellen oder Sozialversicherungen, sie wirkt ergänzend.

Caroline Vannay, wie sieht die Hilfe von Caritas aus?

Es gibt zwei grosse Bereiche: die Sozialberatung sowie die Schuldenberatung. Kernaufgabe von Caritas Freiburg ist es, alle Personen zu empfangen, zu orientieren und zu informieren, die sich mit Fragen im sozialen Bereich an uns wenden. In der Sozialberatung leisten wir finanzielle Nothilfe in Form von Gutscheinen. Das Ziel ist es, Einzelpersonen und Familien in schwierigen finanziellen und sozialen Situationen zu unterstützen und zu begleiten. Wir beraten die Klienten auch in rechtlichen Fragen und leisten Hilfestellung bei der Budgetverwaltung. Es geht darum, einer Person oder Familie dabei zu helfen, die Probleme anzugehen, und sie soweit und so lange zu begleiten, bis sich ihre Lage stabilisiert hat.

Und bei der Schulden­beratung?

Wir beraten und begleiten verschuldete Personen und helfen ihnen dabei, die Situation zu klären, mit den Gläubigern zu verhandeln und Massnahmen für die Entschuldung einzuleiten. Die Entschuldung ist das oberste Ziel, aber oft befinden sich die Personen in einer dermassen instabilen Lage, dass dies nicht möglich ist.

Und was kann die Caritas in unstabilen Situationen tun?

Es werden Vorkehrungen getroffen, um den Alltag der verschuldeten Personen erträglicher zu gestalten, indem wir sie begleiten und beraten. Die grosse Herausforderung für die Betroffenen besteht darin, sich nicht weiter zu verschulden.

 

Sie arbeiten seit zehn Jahren bei der Caritas als Sozialarbeiterin, seit zwei Jahren sind sie Leiterin des Sozialberatungsdienstes. Wie hat sich die Bedürftigkeit der Menschen in der Zeit verändert?

Die Fälle sind viel komplexer geworden. Früher kamen die Leute mit einer Rechnung, die sie nicht bezahlen konnten. Heute liegen oft schon mehrere Betreibungen vor. Das Sozial­system ist für den Laien zudem sehr schwer verständlich. Die Leute wissen nicht, an wen sie sich wenden müssen. Die Formalitäten bereiten nicht nur Ausländern, sondern auch Schweizern Mühe.

2010 hat die Caritas Freiburg 1500 Personen beraten, heute sind es fast 1000 Personen mehr, worauf ist das zurückzuführen?

Während der letzten zehn Jahre hat es viele Reformen im Bereich der Sozialversicherungen gegeben. Zu denken ist an die Arbeitslosen- und Invalidenversicherung. Die Anforderungen für staatliche Unterstützung sind strenger geworden. Aus diesen und anderen Gründen kommen immer mehr Leute zu uns, die sich an der Armutsgrenze bewegen.

Können Sie ein Beispiel machen?

Nehmen wir das fiktive Beispiel einer vierköpfigen Familie, bei der das Existenzminimum laut Sozialgesetz bei 4000 Franken liegt. Bei einem Einkommen von 3800 Franken gleicht die Sozialhilfe die fehlenden 200 Franken aus. Hinzu kommen einzelne Leistungen, wie etwa für den Kauf einer Brille. Hat die Familie aber ein Einkommen bei 4150 Franken, bekommt sie nichts. Für diese Familie ist es dann viel schwieriger, über die Runden zu kommen. Da springen wir ein.

Was berührt Sie bei Ihrer Arbeit am meisten?

Die Einsicht, dass es niemanden gibt, den die Armut nicht treffen könnte. Entlassung, Krankheit, Scheidung: Das sind Momente, die das soziale Gleichgewicht von jetzt auf gleich erschüttern können.

Beispiel aus der Praxis

Die Fälle im Sozialdienst des Hilfswerks werden komplexer

Sybille und Paul freuen sich auf ihr Kind. Sybille besorgt bei Privatpersonen den Haushalt. Da während der Schwangerschaft gesundheitliche Probleme auftreten, muss sie mehrere Anstellungen aufkündigen. Sie verfügt über keine Versicherung, die die Ausfälle auffängt. Paul arbeitet für einen Arbeitgeber, der ihm seinen Lohn nicht regelmässig auszahlt. Er verlässt die Stelle. Weil er mit dem schweizerischen Sozialsystem nicht vertraut ist, nimmt er zu spät mit der Arbeitslosenkasse Kontakt auf. Die Folge: Mehrere Monatsmieten können nicht beglichen werden. Dem Paar droht die Kündigung. Zudem gibt es erste Betreibungen.

Das Paar geht zu Caritas. Die Hilfsorganisation nimmt Kontakt mit der Hausverwaltung auf, um eine verlängerte Zahlungsfrist auszuhandeln und dadurch Zeit zu haben, eine Lösung zu finden für die Bezahlung der ausstehenden Mietbeträge. Zu diesem Zweck bittet sie mehrere Stiftungen um finanzielle Unterstützung. Die benötigte Summe kann aufgetrieben und die Mieten können bezahlt werden. Die Hausverwaltung sieht von einer Kündigung ab. Inzwischen informiert Caritas das Paar über die Schritte, die bei den Sozial­einrichtungen zu unternehmen sind, und über die Rechte, die Sybille angesichts der Geburt ihres Kindes zustehen. Weiter nimmt sie mit dem Betreibungsamt Kontakt auf, um die Lohnpfändung an die neue familiäre, finanzielle und berufliche Situation anzupassen. Zum heutigen Zeitpunkt ist das Existenzminimum der Familie wieder gesichert.

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Fundraising

Caritas Freiburg intensiviert die Spendensuche

Die Arbeit der Caritas Freiburg wird vornehmlich vom Kanton, der kantonalen kirchlichen Körperschaft, der Loterie Romande sowie durch Spenden finanziert. Während die Spendenerträge 2014 knapp 70 000 Franken betrugen, waren es 2015 gut 174 000 Franken. Grund für die Zunahme ist eine Fundraisingoffensive, welche die Caritas 2015 einleitete. Das Spendenvolumen ist 2016 zwar stabil geblieben, konnte aber nicht weiter gesteigert werden. «Das zeigt: Der Spendenmarkt ist angespannt», kommentiert Petra Del Curto, Geschäftsleiterin von Caritas Freiburg, die Situation. Um mehr Menschen die Tätigkeit der Hilfsorganisation bekannt zu machen, veranstaltet die Caritas darum unter anderem zwei bis drei Mal pro Monat einen solidarischen Mittagstisch im Franziskanerkloster. Dies unter dem Motto «Freude am Teilen». Dazu ist jeder ohne Anmeldung willkommen.

Neue Aktivitäten

Im Jahr 2017 gibt es bei der Caritas verschiedene Neuerungen. So führt die Caritas Ateliers durch zu den Themen: Wie verwalte ich mein Budget, wie kann ich mit Schulden leben, wie vermeide ich, in die Konsumfalle zu geraten, wie kann ich mit wenig Geld gut essen. Caritas Freiburg bietet Pfarreien und kirchlichen Hilfsorganisationen zudem ihre Unterstützung an. Ab Februar nimmt sie schliesslich eine Telefonrufnummer in Betrieb zur Beratung von Freiwilligen und Mitarbeitern der Kirche, die Menschen in Not begleiten.

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