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Die Chance, etwas Neues aufzubauen genutzt

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Die Chance, etwas Neues aufzubauen genutzt

Silvia Häcki verzichtete auf eine Wiederwahl als Kirchgemeindepräsidentin von Bösingen

Silvia Häcki-Eggimann war die erste Präsidentin der 1999 selbstständig gewordenen Kirchgemeinde Bösingen. Sie hatte die nicht einfache Aufgabe, kirchliche Strukturen zu schaffen, die auf die Bedürfnisse der reformierten Kirchenmitglieder von Bösingen angepasst waren.

Mit SILVIA HÄCKI-EGGIMANN
sprach ANTON JUNGO

Sie waren die erste Präsidentin der 1999 selbstständig gewordenen reformierten Kirchgemeinde Bösingen. Wie haben Sie den Weg zur Eigenständigkeit erlebt?

1994 gehörte Bösingen noch zum Kirchenkreis Düdingen, der seinerseits Teil der Gesamtkirchgemeinde des Sensebezirks war. Von der Zahl der Mitglieder her waren Düdingen und Bösingen fast ausgeglichen.

Die Bösinger hatten das Gefühl, dass sie nirgends richtig dazu gehörten. Zudem brodelte es zwischen den alteingesessenen Reformierten und den neuzugezogenen. Sie hatten nicht die gleichen Bedürfnisse.

Auch die Gesamtkirchgemeinde konnte nicht mehr allen Bedürfnissen gerecht werden und die Frage einer Aufteilung lag in der Luft. Es gab auch Sitzungen mit dem Synodalrat in Freiburg, der sich dieser Probleme ebenfalls bewusst war.

Schliesslich wurde die Kommission «Wie weiter?» eingesetzt. Sie befasste sich mit der Frage, welchen Weg die Kirchgemeinde des Sensebezirks einschlagen sollte, und bereitete auch die Abstimmung von 1998 vor. Anlässlich einer Gesamtkirchgemeindeversammlung entschied sich eine klare Mehrheit für eine Aufteilung in fünf selbstständige Kirchgemeinden.

Zwar hatte Bösingen seit 1994 eine eigene Pfarrerin, doch war alles neu. Es musste eine eigene Infrastruktur aufgebaut werden.

Was hat sich gegenüber der früheren Situation, als der Kirchenkreis Bösingen noch zur Gesamtkirchgemeinde des Sensebezirks gehörte, verändert?

Der Aufbau einer eigenständigen Kirchgemeinde war eine grosse Aufgabe, aber auch eine Chance. Wir konnten alles so einrichten, dass es für Bösingen stimmte.

Besonders wichtig war, dass die Leute nun wussten, an wen sie sich wenden konnten. Das war vorher gerade für die Neuzugezogenen nicht immer einfach. Alles wurde persönlicher. Die Pfarrerin konnte die Konfirmanden vor Ort betreuen und auch Unterricht erteilen.

Das Gleiche gilt für die Seelsorge. Die Wege wurden kürzer und viele taten deshalb den Schritt zu den Gottesdiensten und zu den Kirchgemeindeversammlungen.

Wie hat sich die Kirchgemeinde seither entwickelt? Wurde es einfacher, die potenziellen Kirchgemeindemitglieder anzusprechen?

Es wurde eindeutig einfacher. Vor allem konnte die kirchliche Arbeiten auch den speziellen Bedürfnisse angepasst werden. Es sind vor allem ehemalige Städter, die nach Bösingen gezogen sind. Sie lassen ihre Kinder taufen, schicken sie in den Unterricht und lassen sie konfirmieren. Sie nehmen die kirchlichen Dienste meist nur in besonderen Situationen in Anspruch.

Es ist aber auch eine Kerngruppe entstanden, die regelmässig an den Gottesdiensten teilnimmt. Noch grösser ist die Gruppe, die die Kirchgemeindeversammlungen besucht.

Im Zusammenhang mit einem Pfarrwechsel erlebten wir aber auch eine turbulente Zeit. Andererseits bekam Bösingen die Chance, erstmals eine Pfarrwahlkommission zu bilden und selber einen Pfarrer zu wählen. Vorher wurden die Amtsinhaber von der Gesamtkirchgemeinde gewählt. Ich bin überzeugt, dass wir die richtige Wahl getroffen haben.

Aber auch alle andern Stellen innerhalb der Kirchgemeinde (Sekretariat, Sigrist, Organist usw.) sind sehr gut besetzt.

Gibt es auch Beziehungen zur katholischen Schwesterkirche?

Für Bösingen ist die Ökumene sehr wichtig. Es gibt sehr viele konfessionell gemischte Paare. Bei den Kindern müssen sie sich dann entscheiden, in welcher Kirche sie mitmachen. Es gibt dabei die unterschiedlichsten Varianten.

Wichtig ist, dass die Kirchen das Gespräch miteinander suchen. Das geschieht in Bösingen auch. Es gibt regelmässig gemeinsame Sitzungen und es werden auch Veranstaltungen gemeinsam organisiert.

Der Kirchgemeinde fehlt immer noch ein eigenes kirchliches Zentrum? Was läuft in dieser Beziehung?

Mit der Miete und dem späteren Kauf des Gebäudes der ehemaligen Spar- und Leihkasse stehen uns eigene Räumlichkeiten für das Pfarramt und die Administration zur Verfügung. Wir haben uns damit auch einen Standort im Dorfzentrum gesichert.

Was uns fehlt, ist ein eigener sakraler Raum. Wir haben zwar die Aula im Schulhaus zur Verfügung, doch nach jeder Feier muss alles wieder abgeräumt werden. Die Arbeitsgruppe «Vision» befasst sich mit dieser Frage. Wir möchten einen Neubau erstellen mit einem sakralen Raum und Büroräumen. Dafür steht uns zurzeit aber nicht genügend Land zur Verfügung.

Es gibt aber auch Leute, die eine eigentliche Kirche erstellen möchten. Ich denke, dass wir mittelfristig eine Lösung finden.

Können Sie sich noch erinnern, was Sie 1994 bewogen hat, sich in der Kirchgemeinde zu engagieren? Haben sich Ihre Erwartungen erfüllt?

Ich habe das Amt nicht gesucht, sondern bin hineingewachsen. Ich war ab 1994 als Vertreterin von Bösingen Vizepräsidentin des Kreisrates Düdingen/Bösingen. Wir hatten schon damals Sitzungen, in welchen wir Fragen besprochen haben, die nur Bösingen betrafen.

Als es darum ging, eine eigene Kirchgemeinde aufzubauen, konnte ich für amtliche und juristische Fragen auf die Unterstützung der Umsetzungkommission zählen. Wir bildeten als Kirchgemeinderat ein sehr motiviertes Team, dessen Mitglieder ihre Ressorts eigenständig betreuten.

Geholfen hat mir aber auch meine Ausbildung als Erwachsenenbildnerin. Ohne diese Voraussetzungen hätte ich es wohl nicht gewagt, das Amt zu übernehmen.

Hat Ihnen der Einsatz in der Kirchgemeinde auch persönlich etwas gebracht?

Rückblickend kann ich sagen, dass es eine aufwändige, aber schöne und interessante Aufgabe war. Ich lernte sehr viele Leute kennen und habe Kontakte geknüpft. Das Engagement hat sich auf jeden Fall gelohnt. Man wächst persönlich an der Aufgabe.

Was hat Sie bewogen, auf eine Wiederwahl zu verzichten?

Ich habe mir überlegt, ob ich eine weitere Amtsperiode anhängen solle, und kam zur Überzeugung, dass zehn Jahre eine lange Zeit sind. Ich wollte Zeit für Neues und neue Herausforderungen. Ich wollte aber auch Verantwortung abgeben.

Es war nicht so einfach, die Nachfolge zu regeln, doch der Übergang verlief problemlos. Auch der Zeitpunkt für die Ablösung war günstig. Es sind zwar nicht alle Probleme gelöst, aber die Kirchgemeinde steht gut da.
Es schadet auch nichts, wenn neue Leute kommen, die Situation überdenken und eventuell neue Schwerpunkte setzen. Ich hoffe jedenfalls, dass meine Nachfolgerin ebenso Freude hat an ihrer Aufgabe und sie viele positive Rückmeldungen erhält.

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