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«Die Chinesen steigen nicht auf die Skier»

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Dominique de Buman, haben Sie Ihre Sommerferien in der Schweiz verbracht?

Ich war in Frankreich und im Tessin. Im Tessin wurde ich überall sehr höflich empfangen. Was die Dienstleistung und die Preise angeht, bin ich sehr zufrieden.

 

 Laut einem kürzlich veröffentlichten Bericht des Bundesrates geht es dem Schweizer Tourismus nicht so gut.

Wir leiden unter der Frankenstärke. Aber im Vergleich zu den anderen Ländern sinddie Logiernächte in der Schweizim Jahr 2012 nur um zwei Prozentpunkte zurückgegangen,trotz der sehr schlechten wirtschaftlichen Lage in den europäischen Nachbarländern. Arbeitslose Leute machen nicht Ferien in der Schweiz. Diese Verluste müssen wir kompensieren. Die MarketingagenturSchweiz Tourismus unterstützt hier, indem sie viel in die Bric-Staaten (Brasilien, Russland, Indien und China, Anm. der Red.) investiert. Dadurch gewinnen wir Neukunden.

 

 Wo hapert es sonst?

Es gibt zwei Problemfelder. Erstens müssen die Tourismusbetriebe durch Kooperationen und Innovationen die Kosten senken. Das zweite Problem liegt bei den Beherbergungsbetrieben. Der Bundesrat will die Kreditvergabein Notsituationen verstärken.Unterstützung brauchen insbesondere die Betriebe in den Berggebieten. Dort geht dieAnzahl Logiernächte vergleichsweise stark zurück. Die Situation in den Bergregionen ist heikel, weil Chinesen nicht Ski fahren.

 

 Die Kooperationen in den Regionen fördern: Können Sie dazu ein Beispiel nennen?

In Grächen im Wallis schlossen sich private Hoteliers zueiner Einkaufsgemeinschaft zusammen. Durch die gemeinsame Logistik konnten sie die Kosten enorm senken.

Wie ist die Situation im Kanton Freiburg?

Freiburg ist ein Kanton mit ziemlich bescheidenen absoluten Zahlen, wir sind kein grosser touristischer Kanton. Aber die Tendenz zeigt in eine sehr positive Richtung. Die Zahl der Hotels und die Zahl der Übernachtungen steigen. Es gibt viele neue Hotels in der Stadt Freiburg oder etwa in Greyerz.

 

 Hingegen geht das Vieux-Manoir in Merlach zu. Braucht unser Kanton ein Fünfsterne-Haus?

Absolut. Wir brauchen ein paar Luxuszimmer, wir brauchen ein breites Angebot, um im Kanton wichtige Kongresse durchführen zu können.

 

 Setzt sich Ihr Verband für den Erhalt des Hotels ein?

Nein, das ist nicht unsereAufgabe. Wir machen nichtoperative Politik. Aber ichweiss, dass sich etwa das kantonale Volkswirtschaftsdepartement für das Hotel einsetzt.

 

 Das Volk hat im März 2012 die Zweitwohnungsinitiative angenommen. Werden weniger Ferienwohnungen gebaut, kommen weniger Touristen. Können Sie der Initiative auch Gutes abgewinnen?

Wir müssen aus der Zweitwohnungsinitiative einenTrumpf machen. Wir müssen uns fragen, wie man die Betten am besten bewirtschaftet. Kalte Betten schaden der Gemeinde, den Restaurants und den Seilbahnen. Mit der Annahme der Zweitwohnungsinitiative können wir das Problem nicht mehr umgehen, sondern müssen es anpacken.

Wie wollen Sie das tun?

Indem wir die Zweitwohnungen bewirtschaften. Es liegt im Interesse aller, dass solche Wohnungen bewohnt sind. Für Eigentümer von Zweitwohnungen könnte manmit Steuervergünstigungen Anreize schaffen. Etwa indem sienur einen bestimmten Teilihrer Mieteinnahmen versteuern müssten. So würden sie ihre Wohnungen öfter vermieten, und die Betten wären besser ausgenutzt. Ein Vorzeigebeispiel gibt es in Laax: Die Leute sind Eigentümer ihrer Zweitwohnungen, aber wenn sie nicht vor Ort sind, lassen sie die Wohnung über eine Verwaltung vermieten.

 

 Die Beherbergungsstatistik des ersten Halbjahres 2013 zeigt, dass mehr Chinesen in die Schweiz kommen. Konzentrieren sich die Touristikorte nun auf die Chinesen?

Jein. Wir brauchen neue Kunden. Die Chinesen steigern die Zahl der Logiernächte. Für die Restaurants sind sie weniger interessant, denn sie essen nicht oft und nicht viel dort. Hingegen kaufen sie Schweizer Uhren. Der durchschnittliche Tourist aus China gibt also viel Geld aus. Chinesen verbringen im Schnitt zehn Tage in Europa, davon zweieinhalb in der Schweiz. Sehen wollen sie die Jungfrau,die Luzerner Kapellbrücke,das Schloss Chillon und vielleicht auch Greyerz. Auch die Cailler-Schokoladenfabrik in Broc interessiert sie.

 

 … und warum Nein?

Wir dürfen unsere traditionellen Kunden aus Europa und aus dem Inland nicht vernachlässigen. Das Argument, die Schweizer Hotels seien zu teuer, lasse ich nicht gelten.Wir haben gute Angebote,man muss sie nur finden.

 

 Mit einer Motion im Nationalrat verlangen Sie, dass die Schulen etwa eine obligatorische Skiwoche einführen. Warum wollen Sie die Jungen zurück auf die Pisten holen?

Ende letzte Woche hat der Bundesrat die Motion beantwortet. Er empfiehlt sie aus juristischen Gründen zwar zur Ablehnung, aber inhaltlich unterstützt er sie. Der Bundesrat wird bald erste Massnahmen ankündigen. Die Jungen sind die Skifahrer von morgen. Es macht keinen Sinn, Wintersportanlagen zu renovieren,wenn sie keine Kunden mehrhaben. Denn die Chinesensteigen nicht auf die Skier.

Zum Verband

Nicht verwechseln mit«Schweiz Tourismus»

Die wohl bekannteste Organisation im Schweizer Tourismussektor ist «Schweiz Tourismus». Die Marketingorganisation, die mehr als zur Hälfte vom Bund finanziert wird, ist jedoch nicht zu verwechseln mit dem Schweizer Tourismusverband, dessen Mitglieder sich morgen Mittwoch für ihre Generalversammlung in Murten treffen. Der Schweizer Tourismusverband ist die Dachorganisation der Schweizer Tourismusorganisationen, auf politischer und wirtschaftlicher Ebene vertritt er die Interessen seiner über 600 Mitglieder. Neben der Lobbyarbeit vergibt der Verband Qualitätslabel an Hotels und Restaurants. Er finanziert sich durch Mitgliederbeiträge. Neben dem Präsidium des Schweizer Tourismusverbandes hat der Freiburger CVP-Nationalrat Dominique de Buman auch das Präsidium des Seilbahnverbandes Schweiz inne.hs

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