Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Die CVP setzt auf die bewährten Kräfte

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: Nicole JEgerlehner

Er ist Vize-Syndic. Und er war einmal Syndic: Jean Bourgknecht. Der Enkel des Bundesrats Jean Bourgknecht sitzt seit zwanzig Jahren für die CVP im Freiburger Gemeinderat; erst zehn Jahre im Nebenamt, seit zehn Jahren im Vollamt. Doch er denkt nicht ans Aufhören: Er tritt bei den Freiburger Gemeinderatswahlen vom 20. März wieder an.

«Erst seit Kurzem hier»

Bourgknecht hat das Gefühl, er sei «erst seit Kurzem hier»: Die ersten zehn Jahre habe er ja auch noch als Anwalt gearbeitet, danach sei die Legislatur mit dem Stadtpräsidium gekommen – und nun stehe er «erst seit fünf Jahren» der Baudirektion vor. «Das ist eine sehr spannende Direktion, alle wichtigen laufenden Geschäfte werden hier behandelt – ausser der Fusion.» Und darum sei er motiviert, noch einmal fünf Jahre anzuhängen, sagt der 49-Jährige. «In der kommenden Legislatur gelangen viele wichtige Geschäfte der Baudirektion zum Abschluss – da möchte ich dabei sein, auch um eine gewisse Kontinuität zu garantieren.»

18 Monate als Syndic

Von 2004 – nach Dominique de Bumans Abgang hin zur nationalen Politik mitten in der Legislatur – bis 2006 war Bourgknecht Syndic. Dann errang die Linke erstmals die Mehrheit im Freiburger Gemeinderat, und Bourgknecht wurde zum Vize-Syndic degradiert. «Am Anfang hatte ich schon Mühe damit», sagt er. Er habe bei einigen Anlässen dem Syndic bei Ansprachen zugeschaut und sich gedacht: «Da könntest jetzt du stehen.» Er habe sich aber schnell an die neue Rollenverteilung gewöhnt, «und der Syndic und ich arbeiten gut zusammen».

Alles andere würde auch erstaunen: Bourgknecht ist ein sehr ruhiger Politiker, der niemandem die Schau stiehlt. «Ich bin ziemlich zurückhaltend – ich fühle mich bei öffentlichen Debatten weniger wohl als andere Politiker.» Er fährt auch nie aus seiner Haut. Fühlt er sich im Generalrat angegriffen, kann er zwar auch einmal mit der Hand leicht aufs Pult schlagen – wirklich laut wird er aber selbst in solchen Momenten nicht.

Das Verhältnis zum Stadtparlament ist für Bourgknecht kein einfaches: «Wir leisten eine grosse Arbeit, stellen diese im Generalrat vor – und dann werden wir von allen Seiten angegriffen.» Dass Vorschläge des Gemeinderats kritisiert würden, sei das Eine – «aber die Art, wie viele Generalräte dies tun, ist unangebracht».

Der Baudirektor sitzt auch im Grossen Rat. Und dabei hat er bemerkt, wie sich seine politischen Ansichten verändert haben: «Früher gehörte ich eher dem rechten Flügel der CVP an, heute stimme ich bei sozialen Fragen wie der linke Flügel.» Als Gemeinderat habe er Einblick in viele Problemfelder, und er sehe, dass es oft keine simplen Lösungen gebe.

Bourgknecht schaut darauf, dass er in seiner Freizeit Sport treibt. Der Langläufer nimmt an den Rennen des Freiburger Cups teil, wann immer es geht. «Dabei geht es nicht um das Resultat, sondern darum, andere Leute zu treffen und auf andere Gedanken zu kommen.» Das sei auch nötig, sagt der verheiratete, aber kinderlose Bourgknecht: Die Tage als Gemeinderat begännen in aller Frühe und endeten oft spät.

De Buman half nach

Auch der zweite amtierende CVP-Gemeinderat ist 2004 dank de Buman in den Gemeinderat und in den Grossen Rat nachgerutscht: Charles de Reyff. Bei seinem Amtsantritt war er 35 Jahre alt. Das Etikett «jung» haftet ihm noch heute an. «Das stört mich nicht, im Gegenteil», sagt der 42-Jährige lachend. Er sei ja auch der Jüngste im Gemeinderat, und dadurch habe er oftmals eine andere Sicht auf die Dinge als die älteren Kollegen. Konflikte gebe es deswegen im Gemeinderat aber keine.

Freiburgs Buhmann

De Reyff ist der Buhmann im Gemeinderat: Wer eine Busse für Falschparken erhält, macht dafür schnell einmal den Polizeidirektor verantwortlich, der die Reglemente strikte anwenden lässt. «Wenn der Parkplatz vor einem Laden den ganzen Tag über vom gleichen Auto besetzt ist, bringt dieser Parkplatz dem Ladenbesitzer keine Kunden», sagt de Reyff; auch darum seien die Polizeikontrollen nötig. «Die Leute schimpfen auch gegen die Kameras bei den Rotlichtern – doch eigentlich müssten sie froh sein, dass wir diejenigen büssen, die bei Rot über die Kreuzung fahren.» Denn dies bedeute jedes Mal eine grosse Gefahr. «Aber irgendwie schaffen wir es nicht, die Bussentätigkeit in ein positives Licht zu rücken.»

Die Einbahnstrasse

Kritisiert wird de Reyff auch, weil er für die Einführung der Einbahnstrasse vor dem Bahnhof steht. Seine politischen Gegner machen ihn für das Verkehrschaos in der Stadt verantwortlich. Fürchtet er deshalb um seine Wiederwahl? «Eine Wahl ist nie sicher, bevor sie nicht gewonnen ist.» Er gehe aber ruhigen Gewissens in die Wahl: «Ich weiss, dass ich meine Arbeit gemacht habe.» Als Verantwortlicher für Verkehrsfragen spricht de Reyff manchmal wie ein grüner Politiker: Er will den Autoverkehr in der Stadt einschränken und den öffentlichen Verkehr fördern. «Das ist doch keine Frage der Parteifarbe», meint er: Eine gewisse Sensibilität für Umweltfragen sei heute unumgänglich. «Zudem sind in Freiburg heute so viele Autos unterwegs, dass sie sich gegenseitig an der freien Fahrt hindern – den Verkehr einschränken zu wollen, ist hier keine Umweltfrage mehr, sondern eine Frage der Mechanik.»

Lockerer Gemeinderat

Sobald de Reyff an Versammlungen auftritt, hat er die Sympathien auf seiner Seite. Mit seiner lockeren Art und seiner Sprachgewandtheit und seinem Sprachwitz sorgt er für eine heitere Stimmung. Wenn es aber nötig ist, kann er zynisch werden – und seine politischen Gegner im Freiburger Generalrat direkt angreifen.

De Reyff haftet nicht nur das Etikett des Jungen an; er wird auch immer wieder als ewiger Junggeselle dargestellt, auch wenn er nun seit drei Jahren eine feste Beziehung hat. «Das Amt des Gemeinderats lässt nicht viel Zeit für das Privatleben», meint er dazu. «Ohne diese Arbeit sähe mein Familienleben heute vielleicht ganz anders aus.» Er habe sich aber für diesen Posten mit den Zwölf-Stunden-Tagen entschieden. «Und mir scheint, ich sei mit meinen eineinhalb Legislaturen noch genügend frisch im Amt, um noch einmal anzutreten.»

Mehr zum Thema