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Die digitale Transformation mitgestalten

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Laptop und Telefon: Mehr brauchen viele Schweizer nicht für ihre Arbeit. «Studien zeigen, dass bis zu 50 Prozent der Berufstätigen ortsunabhängig arbeiten könnten», sagt der 44-jährige David Brühlmeier, der in Düdingen wohnt und das Coworking-Netzwerk VillageOffice gegründet hat. Tätigkeitsfelder wie Informatik, Marketing und Kommunikation oder HR eignen sich laut Brühlmeier besonders gut für Coworking. «Trotzdem arbeiten wir heute noch wie zu Zeiten der Industriellen Revolution, als die Menschen begannen, von ihrem Wohnort zur Fabrik zu pendeln.»

15 Minuten Arbeitsweg

Ein grosser Teil dieser Pendlerbewegungen wäre heute unnötig. Moderne Arbeitsstrukturen wie Coworking würden zu mehr Lebensqualität und weniger schädlichen CO2-Emissionen führen, so Brühlmeier. Der Betriebsökonom und Informatiker hat deshalb vor zwei Jahren zusammen mit anderen Interessierten die Genossenschaft Vil­lageOffice gegründet, um sogenannte Coworking Spaces auch in ländlichen Gebieten aufzubauen: Orte, an denen Menschen aus verschiedensten Firmen zusammen arbeiten und sich vernetzen können. Zurzeit gibt es 60 Standorte in der ganzen Schweiz. Der Aufbau wird durch Förderfonds unterstützt. Die Vision: Künftig soll es in der ganzen Schweiz 1000 Vil­lageOffices geben, damit sich der Arbeitsweg für Pendlerinnen und Pendler auf 15 Minuten Fahrt mit dem Velo oder dem öffentlichen Verkehr verkürzt.

David Brühlmeier stammt aus Wettingen im Kanton Aargau. Nach Düdingen verschlug es ihn vor 18 Jahren der Liebe wegen: Seine Frau studierte in Freiburg und wohnte nahe der Stadt. Er arbeitete für den Softwarehersteller SAP bei der Zürcher Kantonalbank, hatte wegen seiner Beratungstätigkeit aber wechselnde Arbeitsorte. Und so wurde Düdingen seine Wahlheimat, dafür bezahlte er aber einen Preis: Er verbrachte täglich vier bis fünf Stunden im Zug. «Ich kann gut im Zug arbeiten, aber das Pendeln frisst viel Lebenszeit.» Er sei jeweils um 5 Uhr aufgestanden und um 19 Uhr nach Hause gekommen. «Da bleibt nicht viel Zeit fürs Privatleben.» Damals habe er das Pendeln aber nie gross infrage gestellt. «Es gehörte zum Job und war normal.»

«Die digitale Transformation bringt ähnliche Umwälzungen wie die Industrielle Revolution mit sich.»

 
 

Erst als er später bei der Swisscom in Freiburg arbeitete und im Rahmen eines Talentförderungsprogramms ein Geschäftsmodell entwickeln konnte, setzte er auf die Idee der VillageOffices: Diese bieten Büro- und Sitzungsräume an, sollen jedoch weiter gehen als die üblichen Coworking Spaces, die es in vielen Städten bereits gibt. Einerseits funktionieren VillageOffices in einem schweizweiten Abo-System, um Unternehmen den Zugang zu erleichtern. Andererseits sind sie in der Nähe des Wohnortes zu finden, beinhalten Dienstleistungen und beleben damit das Dorfleben.

Vertrauenskultur ist notwendig

Brühlmeier sieht in diesen «Dorfbüros» viele Vorteile: Durch die geringeren Pendlerbewegungen würde der ständige Ausbau von Bahn- und Stras­seninfrastruktur überflüssig und der CO2-Ausstoss verringert. Auch die negativen Auswirkungen des Pendelns auf die Gesundheit würden wegfallen und zudem ein firmenübergreifender Erfahrungsaustausch ermöglicht.

Hinzu kommt ein für Brühlmeier weiterer wichtiger Aspekt: «Damit die Menschen unabhängig vom Firmensitz arbeiten können, braucht es eine Vertrauenskultur.» Es sei eine Entwicklung weg von der klassischen hierarchischen Firmenstruktur hin zu Selbstverantwortung und -organisation. Er selbst hat immer in hierarchischen Organisationen gearbeitet, war Abteilungsleiter und Offizier in der Luftwaffe. «In den Führungsfunktionen hatte ich immer das Gefühl, dass irgendetwas nicht stimmt.» Er habe sich gefragt: «Weshalb schaffen wir es nicht, das volle Potenzial der Menschen auszuschöpfen?» David Brühlmeier begann, sich mit moderner Unternehmensführung auseinanderzusetzen, und kam zum Schluss: Je mehr Freiraum Mitarbeiter erhalten, desto grösser ist deren Motivation und Einsatzbereitschaft.

Persönlicher Kontakt hat Wert

In einer einjährigen Pilotphase hat die Genossenschaft nun sechs Firmen begleitet, die ihren Mitarbeitern das Arbeiten in VillageOffices ermöglichen wollen. Die Universität St. Gallen wertet die Resultate aus. «Die meisten Beteiligten sind zufrieden bis sehr zufrieden», so Brühlmeier.

Und was sagt er zu möglichen Nachteilen? Wie sollen sich die Menschen mit einer Firma identifizieren, wenn sie nicht am Arbeitsort anwesend sind? Wie kann ein Team funktionieren, wenn es keine gemeinsamen Kaffeepausen oder Joggingrunden über Mittag gibt? «Der persönliche Kontakt hat einen Wert und bleibt weiterhin wichtig», räumt Brühlmeier ein. So glaube er nicht, dass Mitarbeiter künftig fünf von fünf Tagen in VillageOffices arbeiten werden. «Die Pilotphase zeigt, dass Abos für einen bis zwei Tage pro Woche im VillageOffice gefragt sind.» Für ihn ist jedoch klar, dass die klassischen Strukturen ausgedient haben und Kontakte zunehmend über Telefon, Videokonferenzen und sporadische Sitzungen stattfinden werden. «Die digitale Transformation bringt ähnliche Umwälzungen wie die Industrielle Revolution mit sich. Nichts bleibt, wie es war; diesen Wandel will ich mitgestalten.»

FN-Serie

Eine Stafette mit Porträts

In einer losen Serie stellen die «Freiburger Nachrichten» verschiedenste Menschen aus ihrem Einzugsgebiet vor. Die Artikelserie funktioniert wie eine Stafette: Es ist der jeweils Porträtierte, der das nach­folgende Porträt bestimmt.

mz

 

 

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