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Die Doppelfunktion des Oberamtmanns

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Nicolas Bürgisser und Daniel Lehmann über ihr Rollenselbstbild

Autor: Von MATTHIAS FASEL

«Solange die politische Willensbildung noch in Gang ist, bin ich das Sprachrohr der Bevölkerung. Ist der Entscheid einmal gefällt, bin ich das ausführende Organ der Regierung.» Für Daniel Lehmann, FDP-Oberamtmann des Seebezirks, ist die Rolle des Préfet grundsätzlich klar definiert.

In der Praxis nicht immer so leicht

Er gibt aber zu, dass es in der Praxis nicht immer so einfach ist einzuschätzen, wann der Prozess der Entscheidungsfindung vorbei ist. Ist das nun zum Beispiel wenn der Staatsrat etwas beschlossen, wenn der Grosse Rat darüber befunden oder gar erst, wenn das Volk das letzte Wort gesprochen hat? In einzelnen Fällen sei das immer auch Ansichtssache. So sei es deshalb vor Jahren zu Spannungen zwischen ihm und dem Staatsrat gekommen im Zusammenhang mit dem Spital Merlach.An der Notwendigkeit seines Amtes zweifelt der Oberamtmann indes nicht: «Es ist eine sehr sinnvolle Funktion. Sie hilft, viele Probleme im Verhältnis zwischen Bürgern und Staat bürgernah zu lösen. Damit leisten wir auch einen Beitrag gegen die politische Entfremdung.» Für Änderungen ist er trotzdem offen. «Dass das Amt sinnvoll ist, bedeutet nicht, dass alle Aufgaben sinnvoll sind.»Die Meinung von FDP-Präsident Charly Haenni, der am Donnerstag gegenüber den FN den Posten des Oberamtmannes als Relikt aus der Zeit Napoleons bezeichnete und lieber drei bis vier Präsidenten von Regierungskreisen als sieben Oberamtmänner hätte, teilt er aber nicht. Oder zumindest ist es für ihn nicht der entscheidende Lösungsansatz. «Nur, weil etwas alt ist, muss es nicht unbedingt schlecht sein. Man sollte nicht einfach etwas ändern, damit es geändert ist. Bevor man sich damit auseinandersetzt, ob sieben, fünf oder drei Regierungskreise sinnvoll sind, muss man darüber diskutieren, welche kantonalen Aufgaben dezentralisiert werden sollen. Das ist die wirklich wichtige Frage.»

Mediator zwischen den Fronten

«Ich habe kein Problem damit, gleichzeitig dem Volk und dem Staatsrat verpflichtet zu sein», sagt auch Nicolas Bürgisser, Oberamtmann des Sensebezirks. Da er erst ein Jahr im Amt ist, sei er aber auch kaum mit Situationen konfrontiert worden, in denen dies schwierig zu vereinbaren ist.Als einziges Beispiel nannte er den Baustopp bei der Kantonalstrasse zwischen Plasselb und Oberschrot. «Damals musste ich den Entscheid des Staatsrats verteidigen und gleichzeitig die Interessen der Gemeinden vertreten. Ich sah mich damals aber als eine Art Mediator, der zwischen den Fronten vermittelt.»Bürgisser ist denn auch der Meinung, dass die Funktion des Oberamtmannes immer noch wichtig ist. «Wir nehmen der Kantonsverwaltung sehr viel Arbeit ab und sind auch wichtige Bezugspersonen für die Gemeinden. Oberamtmänner sind Macher.»Sein Verhältnis zum Staatsrat bezeichnet Bürgisser übrigens als «exzellent». Kein Ärger also darüber, dass ihm die Regierung einige Regeln in Erinnerung rufen will, wie dies Pascal Corminboeuf im Zusammenhang mit Bürgissers Wahlinserat für Ruedi Vonlanthen diese Woche in der «Liberté» formulierte? «Ehrlich gesagt habe ich noch nichts vom Staatsrat gehört und habe das auch aus der Zeitung erfahren. Deshalb kann ich nichts dazu sagen.»

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