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Die Elternwerkstatt leistet Orientierungshilfe

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: irmgard Lehmann

FreiburgHeute setzt die Gesellschaft kaum mehr Regeln, wie ein Kind zu erziehen sei. Familien bestimmen selber, welche Werte sie durchsetzen wollen. Damit aber sind die Eltern oft überfordert. Die Kehrseite der Freiheit ist Unsicherheit. Und so suchen Eltern Anhaltspunkte in der Ratgeberliteratur oder auch in modernen Medien. Diese gelten gar oft als die geheimen Miterzieher.

Um sich über Werte und Regeln klar zu werden, bietet die Universität Freiburg eine Elternwerkstatt an. An fünf Abenden haben Eltern die Möglichkeit, Gedanken auszutauschen und Lösungen für Erziehungsschwierigkeiten zu finden.

Themen wie «Ab welchem Alter kann man einem Kind ein Handy anvertrauen» oder «Ich weiss einfach nicht, was ich tun soll, wenn mein Kind seine Wutausbrüche hat» bringen Eltern immer wieder zur Sprache, wie Meinrad Perrez, Professor an der Universität Freiburg und Leiter des Kurses, sagt. Auch mit dem Grenzensetzen haben Eltern gemäss Perrez immer wieder ihre Müh und Not. «Wie bringe ich meine Kinder dazu, dieses zu respektieren», ist eine Frage, die immer wieder auftaucht.

Das Departement für Psychologie hat den Kurs bereits zwei Mal (Bern und Freiburg) durchgeführt. Im Interview spricht Meinrad Perrez über die Elternwerkstatt.

Meinrad Perrez – was will die Elternwerkstatt?

Mit der Elternwerkstatt möchte das Departement für Psychologie Eltern die Möglichkeit geben, sich mit den wichtigsten Grundlagen guter Erziehung vertraut zu machen, für sich selbst zu definieren, was gute Erziehung bedeutet, und wie kleinere und grössere Schwierigkeiten bewältigt werden können.

Dass die Erfahrungen aus der Werkstatt für Eltern nicht nur wichtig sind, sondern auch schön sein können, zeigen die Rückmeldungen bisheriger Teilnehmer: «Es war toll, sich einmal mit Experten und anderen Eltern austauschen zu können. Man gewinnt wieder mehr Distanz und kann sich mit der Gruppe über Lösungsmöglichkeiten für einzelne Schwierigkeiten austauschen», hiess es von Seiten der Eltern.

Erziehen ist heute ganz anders als noch vor 30 Jahren – inwiefern?

Vor dreissig Jahren, als ich meine ersten Erziehungskurse anbot, waren vorwiegend starre Grenzen, ein Zuviel an Regeln und zu harte Strafen das Problem. Heute ist es das Gegenteil. Viele Kinder kennen gar keine Grenzen mehr und tyrannisieren ihre Eltern. Hier eine gesunde Mitte zu finden zwischen Freiheiten und Grenzen ist eine schwierige, aber äusserst wichtige Erziehungsaufgabe.

Hat die antiautoritäre Erziehung ausgedient?

Tatsächlich hat die Forschung der letzten Jahre klar gezeigt, dass für Kinder beides wichtig ist: Liebe und Wertschätzung genauso wie Grenzen und Regeln, die Kindern Orientierung und Halt geben. Weder die autoritäre Erziehung der 1950er-Jahre noch das antiautoritäre Gegenstück helfen Kindern, zu verantwortungsbewussten, leistungsfähigen und selbstbewussten Erwachsenen heranzureifen. Die einfachen Rezepte versagen, wenn es darum geht, Kinder auf die anspruchsvolle, sich ständig verändernde und von Unsicherheiten geprägte Welt von morgen vorzubereiten.

Einfache Rezepte – was meinen Sie damit?

Die Anpassungsleistungen in der schnell sich verändernden modernen Welt, die heute von Kindern und Erwachsenen gefordert werden, sind deutlich anspruchsvoller als vor 30 oder 50 Jahren. Kinder müssen deshalb lernen, nicht nur starre Regeln zu befolgen, sondern altersgemäss selbstverantwortlich und verantwortlich für andere in vielfältigen Situationen zu handeln.

Eltern leiden aber auch, wenn ihre Kinder zu schüchtern und unsicher sind. Was können sie tun?

Neue Erkenntnisse zeigen, dass unsichere, ängstliche Kinder durch Veranlagung und Lerngeschichte zur Schüchternheit neigen. Eltern können durch ihr eigenes Vorbild, durch Stärkung des Selbstvertrauens des Kindes und durch sukzessives Üben dem Kind mehr Selbstsicherheit vermitteln.

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