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Die Entflechtung von Strasse und Bahn

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«Das Projekt ist zentral für die Mobilität der Agglomeration Freiburg, ja sogar für das Wachstum und die Entwicklung des Kantons.» Dies sagte der Freiburger Baudirektor Maurice Ropraz (FDP) gestern bei der Präsentation des Vorhabens einer Strassenbrücke über die Bahnlinie sowie eines neuen Bahnhofs in Givisiez. Die Pläne der Brücke werden Ende nächster Woche öffentlich aufgelegt, diejenigen des Bahnhofs dagegen Anfang 2016 dem Bundesamt für Transport unterbreitet; die Baukosten dürften sich insgesamt auf 80 Millionen Franken belaufen (siehe Kasten). Die beiden Projekte zusammen sollen den Verkehrsfluss wesentlich verbessern.

Der Bahnübergang bei Givisiez ist ein bekanntes Nadelöhr sowohl für den Strassen- wie auch für den Bahnverkehr. Rund 17 Minuten ist die Bahnschranke stündlich geschlossen und unterbricht so den Verkehrsfluss von 15 000 bis 20 000 Fahrzeugen pro Tag. Auch kommen dort zwei Bahnlinien zusammen: die TPF-Linie Freiburg–Murten–Neuenburg sowie die SBB-Linie Freiburg–Payerne. Heute halten in Givisiez 50 Züge am Tag, bis 2020 werden es 140 sein.

Wenn alles nach Plan verläuft, soll die Tiguelet-Brücke über die Bahnlinie im Herbst 2018 in Betrieb genommen, und der Bahnübergang gleichzeitig aufgehoben werden. Kantonsingenieur André Magnin präsentierte gestern das Strassenprojekt im Detail. Die Kantonsstrasse zwischen Belfaux und Givisiez soll in Zukunft da geradeaus weiterführen, wo sie jetzt eine Linkskurve macht und der Bahnlinie folgt. Da die Bahnlinie in der Böschung liegt, kann die geplante Tigueletbrücke direkt die Bahnlinie überqueren, ohne dass die Fahrbahn angehoben werden muss.

Keine Volksabstimmung

 Die Brücke wird eine Länge von rund 300 Metern aufweisen. Auf einer Breite von 10,8 Metern haben zwei Fahrstreifen, zwei Radstreifen und ein Trottoir Platz. Die Tigueletbrücke mündet dann bei der Industriezone unmittelbar neben dem geplanten TPF-Zentrum in die Jo-Siffert-Strasse und führt von dort Richtung Escale-Kreisel. Der Kantonsingenieur bezeichnete das Brückenprojekte als schnörkellos. Er sagte: «Wir wollen das Gelände nicht zu stark markieren.»

Die Gesamtkosten für die Brücke werden zum jetzigen Zeitpunkt auf rund 25 Millionen Franken geschätzt. Sie liegen somit unter dem Wert, der eine Volksabstimmung notwendig machen würde. Eine genauere Kostenschätzung sei erst nach der Eingabe von Offerten von Bauunternehmen möglich, erklärte Staatsrat Ropraz. Aufgrund dieser Offerten wird dann der Staatsrat dem Grossen Rat ein Kreditbegehren unterbreiten.

Verschiebung des Bahnhofs

Mit rund 55 Millionen Franken bedeutend teurer wird der Bau eines neuen Bahnhofs werden. «Der heutige Bahnhof Givisiez entspricht nicht mehr den geltenden Normen», sagte Sébastien Richard, Projektleiter der SBB. «Der Neubau ermöglicht eine Erweiterung des Bahnbetriebs auf stündlich vier Züge in beide Richtungen. Er garantiert auch eine bessere Stabilität des Fahrplans.»

Vorgesehen sind die Einführung des Halbstundentakts auf der TPF-Linie nach Murten im Dezember 2017 sowie die Einführung von Zughalten der SBB-Linie aus Payerne in Givisiez.

Der Standort des Bahnhofs wird rund 300 Meter Richtung Freiburg verschoben. Während die beiden Gleise bisher auf der Seite Belfaux in eines münden, wird dieses in Zukunft auf Seite Freiburg der Fall sein. So hat der zukünftige Bahnhof also zwei Perrons, ein Mittelquai sowie eine Passerelle für Fussgänger über die Bahnlinie. Ropraz betonte, dass für dieses Projekt in Bern einiges an Überzeugungsarbeit nötig gewesen sei.

Neues Zentrum für Givisiez

Die gesamthaft rund 80 Millionen Franken an Investitionen auf dem Gebiet von Givisiez werden auch für das zukünftige Ortsbild Folgen haben. Wie Syndic Georges Baechler an der Pressekonferenz sagte, wolle die Gemeinde den Dorfkern in der künftigen Ortsplanung Richtung Bahnhof verschieben. Nahe des Bahnhofs könnten bis 2000 Einwohner Wohnraum finden; auch die Gemeindeverwaltung soll in dieses Gebiet umgesiedelt werden.

Zahlen und Fakten

Gemeinde und Agglo beteiligen sich

Der Bahnübergang Givisiez gehört zur Priorität 1 der kantonalen Projekte für eine Strassenumfahrung. Die Kombination von 17 Minuten geschlossener Bahnschranke pro Stunde mit bis zu 20000 Fahrzeugen am Tag ist ein Spitzenwert. Künftig soll eine 300 Meter lange und elf Meter breite Brücke den Bahnübergang ersetzen. Die Kosten werden auf 25 Millionen Franken geschätzt, davon beträgt der Gemeindeanteil 750000 Franken für städtebauliche Arbeiten.

Für den geplanten neuen Bahnhof Givisiez tritt die SBB als Bauherrin auf. Sie rechnet mit 55 Millionen Franken Investitionen, wovon vier Millionen Franken aus dem Agglomerationsfonds fliessen sollen. Heute halten in Givisiez täglich 50 Züge, 350 Passagiere steigen ein und aus. Im Jahr 2020 sollen es 140 Zughalte sein mit geschätzten 2800 zu- oder aussteigenden Passagieren.uh

Chronologie

2018 die Brücke, 2019 der Bahnhof

Eine erste Studie zur Aufhebung des Bahnübergangs Givisiez lag bereits 1970 vor. 2010 forderten zwei Grossräte in einem Postulat Lösungen, 2013 fand das Nadelöhr Aufnahme in einer Studie für Umfahrungsstrassen und im November 2013 genehmigte der Grosse Rat einen Studienkredit. Nach einem Ingenieurwettbewerb ist das Projekt nun zur Auflage bereit. Das Kreditbegehren soll dem Grossen Rat Ende Sommer 2016 unterbreitet werden, der Baubeginn für die Tigueletbrücke ist auf Herbst 2016 vorgesehen und die Inbetriebnahme auf 2018. Das Projekt eines neuen Bahnhofs wird im Januar 2016 dem Bundesamt für Transport vorgelegt und möglichst im Juli 2016 genehmigt. Die Arbeiten zum Bahnhof sollen im September 2017 beginnen, die neuen Gleise im Dezember 2018 benutzt und der Bahnhof im Dezember 2019 eingeweiht werden.uh

 

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