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«Die Entwicklung macht uns Sorgen»

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Die Zahl der Neuansteckungen mit Covid-19 nimmt derzeit in der Schweiz stark zu. Gestern meldete das Bundesamt für Gesundheit 2823 neue Fälle. Im Kanton Freiburg waren es am Mittwoch 141 Fälle, am Dienstag 111 und am Montag 91. Vergangene Woche gab es in Freiburg total 434 Neuinfektionen, in der Woche davor waren es noch 133 gewesen. Pro 100 000 Einwohner haben sich gemäss Claudia Lauper, Generalsekretärin der Direktion für Gesundheit und Soziales, in den letzten sieben Tagen 182 Personen neu angesteckt (Stand Dienstag).

Wo die Leute sich ansteckten, sei nicht eindeutig zu sagen, da es an vielen Orten zu Übertragungen kommen könne, so Lauper. Viele Ansteckungen gebe es innerhalb der Familie und an privaten Feiern, aber auch am Arbeitsplatz.

Mehr Personen im Spital

Klar ist, dass die Zahl der neuen Fälle aktuell deutlich höher liegt, als es während der ersten Welle im Frühling jemals der Fall war. Die Zahlen sind jedoch nicht zu vergleichen, da heute wesentlich mehr getestet wird als damals. Vergangene Woche etwa wurden 3136 Tests gemacht; knapp 14 Prozent davon waren positiv. In Spitalpflege befinden sich derzeit nicht annähernd so viele Erkrankte wie noch im Frühling, doch auch diese Zahl steigt an: Laut Claudia Lauper sind aktuell siebzehn Personen mit Covid-19 im Spital, davon drei auf der Intensivstation.

«Die Entwicklung macht uns grosse Sorgen», sagt Kantonsarzt Thomas Plattner gegenüber den FN. Besonders beunruhigend sei die Zunahme der Hospitalisierungen. Vor einer Woche waren elf Personen im Spital, davon eine in Intensivpflege. «Der Anstieg zeigt, dass nun auch wieder mehr Risikopersonen betroffen sind.» Es sei jetzt wichtig, den Trend umzukehren, um eine Überlastung der Spitäler zu vermeiden. Derzeit sei die Situation dort unter Kontrolle: Das Freiburger Spital HFR sei gerüstet, um seine Kapazitäten schnell zu erhöhen und Platz für Covid-Patienten zu schaffen. Es gelte der gleiche Eskalationsplan, der sich bereits im Frühling bewährt habe.

Ein besonderes Augenmerk richtet der Kantonsarzt auf Institutionen wie Alters- und Pflegeheime. Mit ihnen stehe das Kantonsarztamt in intensivem Kontakt, etwa in Bezug auf die Schutzkonzepte. «Die Heime sind vorbereitet und können im Fall von Ansteckungen Isolationen und Quarantänen durchführen.» Insgesamt seien es aber nicht einzelne Institutionen oder spezielle Situationen, die ihn beunruhigten, sondern die allgemeine Lage, so Plattner. «Aktuell sind alle Schichten und Kontexte betroffen. Umso wichtiger ist es, dass wir die Ansteckungen in den Griff bekommen.»

Mehr Contact-Tracer im Einsatz

Eine bedeutende Rolle spielt dabei das Contact-Tracing. Noch sei die Situation unter Kontrolle, sagt Thomas Plattner, räumt aber ein: «Mit dem aktuellen Personal und den Infrastrukturen laufen wir mit Vollgas.» Die Gesundheitsdirektion ist darum daran, das Personal aufzustocken, wie Claudia Lauper bestätigt. Derzeit verfüge man über 21,5 Vollzeitstellen, dazu 8 Vollzeitstellen bei der Lungenliga. Eine Erhöhung bis auf 42 Vollzeitstellen sei möglich. Prioritär sei bei der Kontaktverfolgung, erkrankte Personen sofort zu isolieren, erklärt Thomas Plattner. Danach gehe es darum, mit ihnen zusammen eine Liste der Kontakte zu erstellen. Laut Claudia Lauper befinden sich im Kanton derzeit 662 Personen in Isolation. Rund 2200 Personen sind in Quarantäne, 1600 davon wegen eines Kontakts mit einem Infizierten, 600 nach der Rückkehr aus einem Risikogebiet.

Angesichts der angespannten Lage sei eine Verschärfung der Massnahmen im Kanton in Diskussion, sagt Plattner. Er könne dazu im Moment nicht mehr sagen. Der Staatsrat wird am Freitag genauer darüber informieren.

Interview

«Die Bevölkerung muss mitmachen»

Kantonsarzt Thomas Plattner ruft die Menschen zur Vernunft auf.

Thomas Plattner, wie kann die Bevölkerung dazu beitragen, die Situation in den Griff zu bekommen?

Die Menschen sollen die soziale Distanz einhalten, auf die Handhygiene achten, Masken tragen und zu Hause bleiben, wenn sie sich krank fühlen. Nur so lassen sich Ansteckungen vermeiden. Massnahmen wie die Kontaktverfolgung sind wichtig, aber noch wichtiger ist, dass die Leute gar nicht erst krank werden.

Haben die Menschen die Verhaltensregeln zuletzt zu wenig befolgt?

Das ist schwer zu sagen. Es kann sein, dass eine gewisse Corona-Müdigkeit herrscht. Darum rufe ich die Regeln immer wieder in Erinnerung; sie sind das wichtigste Element im Kampf gegen das Virus. Gleichzeitig müssen wir akzeptieren, dass es kein Nullrisiko gibt, wenn wir ein gewisses soziales und kulturelles Leben wollen.

Wie kann diese Abwägung gelingen?

Die Bevölkerung muss mitmachen; niemand will zurück in den Lockdown. Wir müssen alle vernünftig sein. Ich denke da etwa an den Schutz der Risikopersonen. Man sollte sich gut überlegen, ob man wirklich ein Weihnachtsessen mit den Grosseltern organisieren will. Ich will nicht dramatisieren, doch bei Risikopersonen geht es darum, schwere Verläufe und allenfalls sogar Todesfälle zu vermeiden.

cs

 

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