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Die erneuerbaren Energien anzapfen

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Was hat Energie mit Raumplanung zu tun? Viel, wie der neue kantonale Richtplan aufzeigt. Denn diesem liegt der 220-seitige Sachplan Energie zugrunde, den das Amt für Energie im Juni 2017 fertiggestellt hat. Der Sachplan Energie legt einen Rahmen und messbare Grundsätze für die angestrebte Entwicklung der verschiedenen Energien fest und berücksichtigt dabei die Eigenheiten des Kantons Freiburg. Die Version aus dem Jahr 2002 hat der Kanton vollständig überarbeitet. Wie der Freiburger Volkswirtschafts- und Energiedirektor Olivier Curty (CVP) erklärt, zeigt der neue Sachplan Energie auf, wie der Staat seine Energiestrategie aus dem Jahr 2009 umsetzen und die einheimischen und erneuerbaren Energiequellen vermehrt nutzen will. Die Ziele sind ambitioniert: Bis 2030 soll der Kanton Freiburg mit erneuerbaren statt fossilen Energien und der Reduktion des Energiekonsums die 4000-Watt-Gesellschaft erreichen. Den Atomausstieg inbegriffen, sind diese Ziele dieselben wie auf Bundesebene.

Fernwärmenetze fördern

Um es von der heutigen 6000-Watt-Gesellschaft zur 4000-Watt-Gesellschaft zu schaffen, hat der Kanton vier Ziele in Zahlen formuliert: 400 Gigawattstunden in der Wärmeproduktion einsparen, 350 Gigawattstunden Strom einsparen, 600 Gigawattstunden Wärme aus erneuerbaren Energien produzieren sowie 300 Gigawattstunden grünen Strom produzieren. Die Entwicklung und der Ausbau des Gasnetzes sollen zugunsten der erneuerbaren Energien eingeschränkt werden. «Gas ist einfach nicht zukunftsträchtig und nicht nachhaltig», sagt Curty. Stattdessen will der Kanton Fernwärmenetze fördern, wie sie zum Beispiel im Sensebezirk schon zahlreich vorhanden sind.

Das Potenzial der erneuerbaren Energien aus Holz, Biomasse/Biogas, Solarwärme/ Solarstrom, Geothermie, Wasser und Wind ist im Sachplan Energie festgehalten. Ebenso die Kriterien für die Realisierung konkreter Projekte, darunter auch umstrittene Vorhaben wie die unterirdische Verbindung zwischen dem Schiffenen- und dem Murtensee oder Windkraftanlagen. Das Thema Windkraft hat das Amt für Energie besonders in Atem gehalten. Vier Jahre hat der Kanton am neuen Windenergieplan gearbeitet und schliesslich sieben potenzielle Windkraft-Projektstandorte ausgewählt. Der Schwyberg gehört wie beim vorherigen Richtplan immer noch dazu (siehe Text unten).

Die 4000-Watt-Gesellschaft zu erreichen, sei eine grosse Herausforderung, sagt Olivier Curty. Obwohl Einsparungen das Ziel seien, nehme der Stromverbrauch tendenziell zu. Zurzeit stammen 70 Prozent des gesamten Freiburger Energieverbrauchs aus nicht erneuerbaren Energien, wie Serge Boschung, Dienstchef des Amts für Energie, erklärt. Dies koste den Kanton eine Milliarde Franken pro Jahr. Freiburg müsse nämlich Wärmeenergie im Wert von jährlich rund einer Milliarde Franken von aus­serhalb des Kantons beziehen. Dies soll sich mit der neuen Strategie ändern: «Freiburger Produzenten, die vor Ort erneuerbare Energien produzieren, sollen zum Zug kommen, damit das Geld im Kanton bleibt», betont Curty. Ein weiterer wichtiger Aspekt sei das kantonale Gebäudeprogramm, das Subventionen und steuerliche Abzüge für Gebäudesanierungen vorsieht (die FN berichteten). 50 Prozent des gesamten Energieverbrauchs gehen auf den Gebäudebereich zurück, so Boschung. Von den 60 000 Wohnhäusern, die es im Kanton Freiburg gibt, sei pro Jahr bei 3500 eine Erneuerung des Heizsystems fällig. «Wichtig ist, dass wir die Hausbesitzer überzeugen, auf erneuerbare Energien umzurüsten.» Um ihnen die Entscheidung zu erleichtern, hat das Amt für Energie eine elektronische Vergleichstabelle erstellt, mit der sie online die Wärmekosten berechnen können. Von der Energiewende solle nicht nur die Umwelt, sondern auch der Konsument profitieren können, so Olivier Curty. «Die Energiewende muss auch aus ökonomischen Gründen Sinn machen.»

Serie

Ein Blick in die Zukunft des Kantons

Am 8. November hat der Staatsrat den kantonalen Richtplan vorgestellt. Dieser ist bis zum 10. Januar in der öffentlichen Vernehmlassung. Die Bevölkerung kann sämtliche Dokumente des Richtplans einsehen und dazu Stellung beziehen. In einer Serie beleuchten die FN die wichtigsten Punkte dieses zentralen Instruments der kantonalen Entwicklung.

uh

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