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Die Experten

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Es gibt auf dieser Welt wohl nichts, wofür es nicht auch Experten gibt. Ob Meteore, verhaltensgestörte Hunde, Zugunfälle, Eheknatsch, Kursschwankungen, Entlausungen, Fussgängerstreifen, Verdauungsstörungen, Trauern, Joggen im Winter, egal was, für alles ist sofort ein Experte zur Stelle. Wie einst die Pfaffen im Mittelalter ihre Ablassbriefe verhökerten, verbreiten sie ihre Expertenmeinung und der Glaube daran ist ihnen eigenartigerweise sicher. Wer sind eigentlich diese Experten?

Experten sind Leute, die glauben, von einer Sache mehr zu wissen als andere. Einige von ihnen – zum Beispiel Analysten und Kartenleger–glauben sogar, etwas über die Zukunft zu wissen. Leider wissen sie nicht, dass sie ein bisschen weniger wissen, als sie zu wissen glauben.

Natürlich gibt es Menschen, die über eine Sache mehr wissen als andere. So weiss ein Spezialist für Gallenblasenoperationen nicht selten mehr über Gallenblasen als eine Bauchtänzerin. Er ist ein «Wie»-Experte, im Gegensatz zu den «Was»-Experten.

Diese Unterscheidung ist im Alltag ungemein hilfreich. «Wie»-Experten sind Experten, die tatsächlich öfters Experten sind. Sie wissen, wie etwas ist und wie es funktioniert. Dazu gehören Gutachter für Schlachtvieh, Chirurgen, Schachmeister, Dachdecker, Buchhalter, Piloten, Getreidekontrolleure und Astronomen. Sie können sich in der Regel auf das Wiederholbare verlassen. Deshalb sind ihre Aussagen, Analysen und Handlungen mitunter richtig.

«Was»-Experten sind Experten, die nur äusserst selten Experten sind. Sie glauben zu wissen, was wird. Hierzu gehören Börsenanalysten, Wetterfrösche, Politologen, Wahrsager, Verantwortliche für die Personalauswahl, alle, die irgendwelche Budgets erstellen, Nostradamusanhänger und Parteistrategen. Das Problem dieser Experten ist, dass sie sich mit der Zukunft befassen und dabei ihre Aussagen und Prognosen aus Vergangenem, meist eben nicht Wiederholbarem ableiten.

Sie bestimmen unser Leben mehr, als wir denken, und da fragt sich bestimmt manch einer, wie man trotzdem ein halbwegs sicheres Leben führen und sich selbst und die eigene Firma vom ultimativen Ruin bewahren kann. Dazu einige hilfreiche Tipps:

Wenn ein «Was»-Experte behauptet, dass es keinen Beweis für das Eintreffen eines bestimmten Ereignisses gibt, ist das noch lange kein Beweis, dass dieses Ereignis nicht eintreffen wird. (Wenn Ihr Finanzberater Ihnen sagt, dass es keinen Beweis dafür gibt, dass die Firma, in die Sie gerade investieren wollen, in Schwierigkeiten geraten könnte, ist das noch kein Beweis, dass sie nicht doch Pleite geht.)

 Gehen Sie bei allen Prognosen davon aus, dass immer auch das Gegenteil eintreffen kann.

Vermeiden Sie es bei schwierigen Entscheidungen zwischen Variante A und B, Experten herbeizuziehen. Würfeln Sie lieber mal wieder, zocken Sie. Das ist billiger und ändert am Ergebnis Ihrer Entscheidung nichts.

Wir sollten alle aufhören, nachzudenken, nachdenken bedeutet, denken, was andere bereits gedacht haben. Wir können doch alle selber denken.

 Experten sind nur so lange Experten, wie es Leute gibt, die die Leute, die sich Experten nennen, als Experten anerkennen. Wie sagte doch Saint-Exupéry: Es gibt nur Bewunderte, so lange es Bewunderer gibt.

Beat Brülhartwohnt in Düdingen. Er ist Unternehmensberater und Coach für Führungskräfte sowie Referent am Schweizerischen Institut für Unternehmensschulung. Als Mitglied des Gewerbeverbandes Sense ist er in einem FN-Kolumnistenkollektiv tätig, das in regelmässigem Rhythmus frei gewählte Themen bearbeitet.

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