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Die fehlende Sensibilität der Mehrheit

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Die katholische Kirche in Deutschfreiburg ist traditionell eine starke Einheit innerhalb des Westschweizer Bistums von Lausanne-Genf-Freiburg. Dennoch fühlten sich viele deutschsprachige Katholiken und Katholikinnen im Kanton Freiburg zu wenig beachtet und mit ihren Bedürfnissen zu wenig erhört. Diese Sorgen seien legitim, und das Bistum müsse den Deutschfreiburgern entgegenkommen, sagt der zweisprachige Weihbischof Alain de Raemy.

Im Westschweizer Bistum Lausanne-Genf-Freiburg sind die deutschsprachigen Katholiken im Kanton Freiburg eine Minderheit. Sie wünschen mehr Gewicht in der Bistumsleitung. Ist das für Sie nachvollziehbar?

Die deutschsprachigen Katholiken in Freiburg haben mit dem Bischofsvikar für Deutschfreiburg schon heute eine direkte Vertretung im Bischofsrat. Dennoch haben die deutschsprachigen Seelsorger manchmal das Gefühl, nicht genügend vertreten zu sein. Bischofsvikar Nicolas Glasson, der mangels deutschsprachiger Kandidaten vor vier Jahren eingesetzt wurde, hat letztes Jahr andere Aufgaben zugewiesen bekommen, so dass ich vorübergehend seine Funktion übernommen habe. Bei der Neubesetzung wollten wir aber jetzt unbedingt wieder einen Priester deutscher Muttersprache.

Gestaltete sich die Suche nach einem Nachfolger dermassen schwierig, dass der neue Bischofsvikar Pascal Marquard sein Amt erst im September 2017 antreten wird?

Die Suche gestaltete sich nicht einfach, das ist richtig. Der Arbeitsbeginn von Pater Pascal wurde aber auf das Ende der jeweils fünfjährigen Amtsperiode der Bischofsvikare gelegt, weil Pater Pascal, wegen wichtiger laufender Aufgaben in seiner Klostergemeinschaft, sich vorher nicht freistellen konnte. Kommunizieren mussten wir das aber schon vor dem Sommer, da sich seine Gemeinschaft auch neu einrichten muss.

Sie fordern eine höhere Aufmerksamkeit für die sprachliche Minderheit im Bistum. Konkret wurde angeregt, aus dem aktuellen Dekanat Deutschfreiburg eine eigenständige Bistumsregion zu machen. Was halten Sie von diesem Vorschlag?

Die Idee habe ich selber in die Diskussion eingebracht. Ein Dekanat ist ja eine Unterteilung einer Region, eines Kantons zum Beispiel. Mit der Benennung «Bistumsregion» können wir hervorheben, dass die deutschsprachigen Pfarreien im Bistum tatsächlich eine eigenständige Struktur haben und die Deutschsprachigen eine eigene Aufmerksamkeit verdienen.

Genügen eine neue Bezeichnung und ein anderer Rahmen, um dem Gefühl der Vernachlässigung wirklich etwas entgegenzusetzen?

Der Eindruck in Deutschfreiburg, im Bistum nicht immer verstanden oder zu wenig wahrgenommen zu werden, ist nicht von der Hand zu weisen. Das heisst aber nicht, dass wir diesen Bistumsteil und seine Mitglieder vernachlässigen. Es ist wie überall, wo Minderheiten einer Mehrheit gegenüberstehen: Es braucht von den Vertretern der Mehrheit hohe Sensibilität. Das müssen auch wir uns auch immer wieder in Erinnerung rufen.

Die Vereinigung der deutschsprachigen Pfarreien beklagt einen markanten Pfarrermangel und erhofft sich durch die Gründung einer Bistumsregion Veränderungen. Sehen Sie das auch so?

Auch andere Regionen in unserem Bistum beklagen einen deutlichen Priestermangel. Deutschfreiburg ist zum grössten Teil eine ländliche Region, in denen der Priestermangel grundsätzlich stärker ausgeprägt ist. Das ist aber ein Phänomen unserer Zeit, das eine gesamtheitliche Analyse erfordert und nichts mit Deutschfreiburg zu tun hat. Ich stelle jedoch fest, dass aus Deutschfreiburg seit längerer Zeit keine Priesterberufungen mehr kommen. Die Hintergründe kenne ich nicht.

Organisation

Grosses Bistum mit Zentrale in Freiburg

Das katholische Bistum der Kantone Waadt, Genf, Neuenburg und Freiburg mit Sitz in der Lausannegasse in Freiburg zählt rund 700 000 Angehörige in 245 Pfarreien. 20 Pfarreien sind deutschsprachig; sie bilden sechs Seelsorgeeinheiten. Der Kanton Freiburg zählt ein deutsch- und ein französischsprachiges Bischofsvikariat. Weihbischof Alain de Raemy steht Bischof Charles Morerod zur Seite. Der 57-jährige de Raemy ist in Barcelona aufgewachsen und war sieben Jahre Kaplan der Päpstlichen Schweizergarde in Rom. Er wurde 2014 zum Bischof geweiht.

kath.ch

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