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Die «ferme gauloise» wird vorgestellt

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Neue «Freiburger Archäologie» über die Funde in Courgevaux

Autor: Von FADRINA HOFMANN

Von 1991 bis 1993 haben Archäologen auf dem Gemeindegebiet von Courgevaux Ausgrabungen durchgeführt. Das Grabungsareal «Marais 1» befindet sich in der Nähe des Südufers des Murtensees auf einer grossen Terrasse in einer Höhe von etwa 455 Meter über Meer.Im Rahmen des Autobahnbaus der A 1 haben die Archäologen mehr oder weniger deutliche Siedlungs- und Nutzungsspuren von prähistorischer bis römischer Zeit entdeckt. «Diese Funde zeigen die Vorteile der Grossgrabungen in Zusammenhang mit dem Bau von Autobahnen», sagte der Kantonsarchäologe Claus Wolf. Erst dadurch, dass eine breite Fläche ausgehoben wird, seien so umfangreiche Ausgrabungen möglich.

Ausgrabungen auf 12 000 Hektaren

Die Grabungsarbeiten in Courgevaux sind gemäss Claus Wolf bereits deshalb erwähnenswert, weil 12 000 Quadratmeter untersucht wurden. Mit Hilfe von Naturwissenschaftlern aus verschiedenen Fachgebieten ist es den Archäologen gelungen, eine Chronologie mit den verschiedenen Besiedlungsphasen der komplexen Ausgrabungsstelle zu erarbeiten.Prähistorische und bronzezeitliche Überreste gibt es nur wenige. Die wichtigsten Funde gehen auf die Jüngere Eisenzeit zurück, auf die Spät-La-Tène-Zeit (2. bis 1. Jahrhundert v. Chr.). Es handelt sich um eine umfangreiche Anlage, die aus einem Netz von Gräben und einer Reihe von Pfostenbauten besteht. Gemäss den Baustrukturen und den Fundstücken gehörten die Gebäude zu einem grösseren Landgut. Claus Wolf nennt das Anwesen «eine keltische ländliche Siedlung, die wir heute Weiler nennen würden».

Gleiche Strukturen wie in Nordfrankreich

Aus den Gräben konnten die Mitarbeiter des Amtes für Archäologie Keramiken, Metallgegenstände und Eisenschlacke bergen. Die Gräben selber dienten sehr wahrscheinlich als Begrenzung. Die verschiedenen Gebäude lagen verstreut und die Getreidespeicher erhöht. Zeugen der Zeit sind auch Fundstücke, wie eine Eisenfibel, ein Armreif aus blauem Glas und ein Zügelring aus Bronze. Bemerkenswert ist, dass keine Anzeichen von Bemalung auf den Keramiken und keinerlei importierte Waren gefunden wurden.Für diese Epoche ist diese räumliche Organisation des Anwesens typisch gallisch. Die aussergewöhnlichen Dimensionen des Geländes lassen gemäss der Studie auf eine aristokratische Siedlung schliessen. «Die Funde sind an sich nichts Spektakuläres, für die keltische Forschung jedoch wichtig, da es eine solche Entdeckung in der Schweiz bisher noch nicht gegeben hat», erklärte Claus Wolf. Bisher hat man ähnliche Gebäude nur in Nordfrankreich gefunden. «Dank den Ausgrabungsergebnissen in Courgevaux wissen wir jetzt, dass diese Hofsiedlungen auch im Dreiseenland eine wichtige Rolle spielten», so der Kantonsarchäologe.

Ein Gutshof par excellence

Claus Wolf ist überzeugt, dass in archäologischen Arbeiten und Werken über die Kelten die Grabungsstelle im Dreiseenland nicht mehr fehlen darf. «Courgevaux hat einen beispielhaften Charakter» sagte er und präzisierte: «In der Schweiz ist dieser Hof das am besten Dokumentierte aus der SpätLa-Tène-Zeit.»Die Tatsache, dass die «ferme gauloise» erst in diesem Jahr in einer Publikation behandelt wird, hängt damit zusammen, dass die Ausgrabungen rund um den Bau der A 1 erst im Jahr 2000 abgeschlossen wurden und die zwei Hauptautoren der wissenschaftlichen Schrift sich erst seit 2001 der Fundstelle in Courgevaux widmen konnten.Die Publikation «Une ferme gauloise à Courgevaux» ist an alle Universitäten, fachspezifischen Bibliotheken und Museen in ganz Europa verschickt worden.Une ferme gauloise à Courgevaux (Fribourg, Suisse) von Timothy J. Anderson und Daniel Castella. Reihe Freiburger Archäologie, Band 21. Freiburg 2007.

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