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«Die Feuerwehr wird professioneller»

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Die Gemeinden Alterswil, Bösingen, Düdingen, Heitenried, Rechthalten, St. Antoni, St. Ursen und Tafers haben ihre Feuerwehren zusammengelegt. Die Interkommunale Feuerwehr Sense-Nord wird offiziell am 1. Januar umgesetzt – die Vorbereitungen dafür laufen schon seit rund vier Jahren. Damals haben Bösingen, Tafers und Düdingen eine Arbeitsgruppe gebildet, da sie alle mit dem gleichen Problem zu kämpfen haben: Es fehlt an Feuerwehrmitgliedern, die tagsüber verfügbar sind, um den Pikettdienst zu gewährleisten. Mit der Zeit kamen weitere Gemeinden dazu (siehe Kasten).

Sie einigten sich, nicht einen neuen Verband zu gründen, sondern die Zusammenarbeit in Form einer interkommunalen Vereinbarung zu regeln. An den Gemeindeversammlungen beziehungsweise im Generalrat haben alle Beteiligten dem neuen Feuerwehrreglement zugestimmt – der politischen Grundlage für den Zusammenschluss. Diese Art von Übereinkunft erlaubt es den Mitgliedern, ihre bisherige Praxis in Bezug auf die Feuerwehrpflichtersatzabgabe beizubehalten. Einige Gemeinden erheben diese auf Basis des steuerbaren Einkommens, andere berechnen gar nichts.

Einsatz bleibt gleich

«Der Bürger wird vordergründig nicht merken, dass sich die Strukturen geändert haben», sagt Reto Zahnd. Er ist bisheriger Kommandant der Stützpunktfeuerwehr Düdingen und ab 1. Januar 2020 Kommandant der Feuerwehr Sense-Nord. «An der Kernaufgabe der Feuerwehr ändert sich gar nichts. Die Interventionen laufen vorläufig weiter wie bisher.» Das heisst, die Feuerwehren in den Dörfern werden bei einem Alarm via Einsatz- und Alarmzentrale aufgeboten. Diese Zentrale habe verschiedene Dispositive, nach denen sie entscheide, in welchem Fall wer aufgeboten werde. So wird der Stützpunkt Düdingen zum Beispiel dann aufgeboten, wenn ein Brand in einer Gemeinde ohne Tanklöschfahrzeug ausbricht.

Neu kann es sein, dass Feuerwehrmitglieder von anderen Korps ihren Kollegen bei Ablösungen oder für Wachdienste zur Seite stehen. «Der Bezirk profitiert, weil mehr Leute zur Verfügung stehen», sagt Reto Zahnd. Dies könne zum Beispiel bei Extremereignissen wie Unwettern mit Überschwemmungen hilfreich sein. «Nicht die Nachbargemeinde, deren Feuerwehr vielleicht auch betroffen ist, wird zur Unterstützung angefordert, sondern die Feuerwehr einer nicht betroffenen Gemeinde.»

Neue Struktur im Hintergrund

Auch wenn die Bürger wenig merken, so ändert sich doch für die Feuerwehrleute einiges. Nach einem Einsatz oder einer Übung haben sie ihr Material bis jetzt jeweils in ihren Lokalen gereinigt und kontrolliert. Neu gibt es in der Person von Lukas Ackermann einen zentralen Materialwart, der im Stützpunkt Düdingen stationiert ist. Seine Aufgabe ist die sogenannte Retablierung, also die Reinigung und Wartung von sämtlichem Material wie Atemschutzgeräten, Schläuchen, Seilwerken oder auch der Ausrüstung, die zum Einsatz kommt, wenn Feuerwehrleute beispielsweise auf Hausdächer klettern müssen. «Es gibt immer mehr Vorschriften, die besagen, dass diese Arbeiten von Fachpersonal ausgeführt werden müssen», sagt Reto Zahnd.

Die einzelnen Korps profitieren mit der neuen Lösung: Weder müssen sie nach dem Einsatz Zeit für diese Arbeiten aufwenden, noch müssen sie Feuerwehrangehörige in Materialpflege ausbilden. «Der Stützpunkt wird so zu einem Dienstleistungsbetrieb. Wir sorgen dafür, dass jeder Feuerwehrmann stets sauberes Material zur Verfügung hat.» So sei auch gewährleistet, dass das Material immer in gutem Zustand sei. «Die Materialkontrolle und damit die ganze Feuerwehr werden professionalisiert.»

Klar ist, dass auch die Ausbildung aller Feuerwehrleute künftig gemeinsam organisiert wird. Reto Zahnd hat ein gemeinsames Jahreskursprogramm erstellt. Es sei gar nicht so einfach gewesen. Denn nicht jede der Feuerwehren sei auf dem gleichen Stand in Sachen Aus- und Weiterbildung. «Zudem hatten wir aus der Vergangenheit acht verschiedene Ausbildungsprogramme, die harmonisiert werden mussten.»

Organisatorisch sind alle Feuerwehrkorps mit insgesamt 382 Feuerwehrangehörigen nun Reto Zahnd unterstellt. Die Ortskommandanten bleiben aber im Amt und bilden die Kommandantenkonferenz. Sie geben jedoch die administrative Verantwortung ab, zum Beispiel für die Abrechnungen der Einsatzrapporte und für den Materialverkauf, die Details zum Materialunterhalt oder die Organisation der Weiterbildungskurse. Für diese administrativen Aufgaben ist eine 80-Prozent-Stelle geschaffen worden, diese wird von Anja Zbinden besetzt. Die Gemeinden sind in den neuen Strukturen weiterhin eingebunden, indem sie mit den Führungsoffizieren den interkommunalen Rat bilden.

«Alle am gleichen Strick»

«Wir sind eine gute Truppe», sagt Reto Zahnd. «Das ist das Schöne an der Feuerwehr: Man kennt sich untereinander und hilft sich. Es ist wie eine grosse Familie.» Der 41-Jährige ist guten Mutes, dass die Umsetzung der Feuerwehr Sense-Nord nach viel theoretischer Vorarbeit auch in der Praxis gut laufen wird. «Ich bin froh, dass es losgeht. Wir ziehen alle am gleichen Strick.» Von den meisten Offizieren sei die Neuerung gut aufgenommen worden. Es sei klar, dass es eine gewisse Zeit brauche, bis sich alle Abläufe eingependelt hätten. «Jetzt starten wir einmal, optimieren können wir dann in einem zweiten Schritt immer noch.»

Video

«Für die Bürger ändert sich nichts

Aus den Feuerwehren in acht Sensler Gemeinden entsteht eine neue Feuerwehrstruktur. Die FN haben mit Reto Zahnd, dem bisherigen Kommandanten der Stützpunktfeuerwehr Düdingen und ab Neujahr auch Kommandant der neuen Feuerwehr Sense Nord über die langjährigen Vorbereitungen für den Zusammenschluss und die anstehenden Veränderungen gesprochen.

as/im

www.freiburger-nachrichten.ch/ videos

Finanzen

Kosten werden besser verteilt

Erstmals haben die beteiligten Gemeinden ein gemeinsames Budget mit einem Gesamtaufwand von 931 000 Franken verabschiedet. Pro Einwohner kostet die Feuerwehr 41,49 Franken. Ausgenommen sind die Einsatzkosten auf dem jeweiligen Einsatzgebiet sowie die Kosten für Lokalitäten und deren Unterhalt. Nach der Restrukturierung müssen die ­beteiligten Gemeinden mehr bezahlen als bisher. Dies, weil ein Dienstleistungszentrum für Administration und Material entstanden ist, aber auch, weil die Kosten für den Betrieb des Stützpunktes künftig besser verteilt werden. Bisher hat die Gemeinde Düdingen die Hauptlast dafür getragen. Sie übernahm etwa die Kosten, damit zwischen 12 und 15 Gemeindeangestellte den Pikettdienst sicherstellten: Sie gehörten zum Tagesdienst des Stützpunkts, stellten also rund die Hälfte der erforderlichen Tagesequipe.

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Neuordnung

Noch fünf Feuerwehrstrukturen im Bezirk

In der Interkommunalen Feuerwehr Sense Nord sind die Gemeinden Alterswil, Bösingen, Düdingen, Heitenried, Rechthalten, St. Antoni, St. Ursen und Tafers vertreten. Die bisherigen Ortsfeuerwehren werden zu acht Kompanien umfunktioniert. Bereits auf den 1. Januar 2009 haben sich die Feuerwehren von Brünisried, Oberschrot, Plaffeien, Plasselb und Zumholz zur Interkommunalen Feuerwehr Sense-Süd zusammengeschlossen. Daneben gibt es im Bezirk drei weitere Feuerwehrstrukturen: Giffers, Tentlingen und St. Silvester arbeiten eng zusammen. Wünnewil-Flamatt hat sich vor einigen Jahren mit Ueberstorf zur Feuerwehr Untere Sense zusammengeschlossen.

Einzig Schmitten macht in Sachen Feuerwehr vorläufig alleine weiter. Die Gemeinde war zwar anfangs bei den Gesprächen für die Interkommunale Feuerwehr Sense Nord dabei, hat sich dann aber zurückgezogen. Der Gemeinderat begründete dies damals damit, dass Schmitten momentan strukturmässig gut aufgestellt sei und alle Vorgaben der Gebäudeversicherung erfülle. Auch ein Personalproblem hat die Feuerwehr Schmitten momentan nicht. Wie Gemeinderat Hans Schnell gegenüber den FN sagte, hätten bei den Überlegungen auch die Kosten eine Rolle gespielt, da die neue Struktur mehr koste als die bisherige. Der Gemeinderat schliesse aber nicht aus, sich in einem späteren Schritt doch noch einer Struktur anzuschliessen.

Wann es die nächste Änderung im Feuerwehrwesen gibt, ist unklar. So sind zum Beispiel die Auswirkungen des neuen Feuerwehrgesetzes, das derzeit in Vernehmlassung ist, noch nicht bekannt. In ersten Entwürfen war die Rede davon, dass es weniger Ausrückstandorte pro Bezirk geben wird. So ist denn bis jetzt noch nicht offiziell kommuniziert worden, wo diese Ausrückstandorte im Sensebezirk vorgesehen sind. Dies ist auch unter anderem für die Material- und Fahrzeugdotation wichtig: Wo wird eine Drehleiter stationiert, wo ein Tanklöschfahrzeug und wo das Material für eine Chemiewehr.

Andere Ideen gehen gar davon aus, dass in absehbarer Zeit nur noch eine Feuerwehrstruktur pro Bezirk besteht. Gemäss der kantonalen Justizdirektion soll der Entwurf des Gesetzes über die Brandbekämpfung und die Rettungsdienste dem Grossen Rat im Juni 2020 überwiesen werden.

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