Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Die Flamme soll nicht erlöschen

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Zwölf Meter hoch, 500 Kilogramm schwer: Die Erlöserstatue Cristo Redentor am Freiburger Dominopark hat acht Monate lang die Passanten an die Gründung der Kolonie Nova Friburgo in Brasilien erinnert. Heute Morgen wird die Statue demontiert. Sie verschwindet wieder in einem Hangar der Airline Edelweiss, welche die Statue zur Verfügung gestellt hat.

«Die Leute im Quartier haben eine enge Bindung zur Statue. Viele wollen, dass sie bleibt», sagt Raphaël Fessler, Präsident des Unterstützungsvereins Freiburg – Nova Friburgo. Doch die Statue kann nicht bleiben. Das Nutzungsrecht für die vier Quadratmeter der Gemeinde läuft ab, und auch die Jubiläumsfeierlichkeiten sind mit einem DJ-Abend am 1. Dezember zu Ende gegangen. Das Mandat von Fessler als Koordinator der Jubiläumsfeierlichkeiten läuft Ende Dezember aus. Gestern fand am Fuss der Statue ein Abschiedsapéro statt.

Alle Anlässe fanden statt

Fessler zieht eine positive Bilanz des Jubiläumsjahrs mit dem Besuch einer 150-köpfigen Freiburger Delegation an den offiziellen Gründungsfeierlichkeiten in Nova Friburgo als Höhepunkt (siehe Kasten).

Alle Anlässe fanden wie geplant statt, wenn auch oft im letzten Moment noch improvisiert werden musste. Nicht überall war das Echo gleich gut. So stiess beispielsweise der Caipirinha-Bus beim Schwarzsee-Schwinget auf geringes Interesse. Auch beim Besuch des brasilianischen DJs strömten eher wenige Besucher ins Fri-Son. Erfolge waren dafür beispielsweise die Gastauftritte an der Bolzenfasnacht oder in Saignelégier.

Im Budget

«Wir haben das Budget respektiert», so Fessler. 175  000 Franken hat der Kanton Freiburg für die Jubiläumsfeierlichkeiten zur Verfügung gestellt, und noch einmal fast gleich viel Geld kam von Privaten zusammen. Fessler selber hatte als Koordinator ein 20-Prozent-Pensum, er meint aber: «Zu gewissen Zeiten waren es gegen 120 Prozent.» Das Hauptziel ist gemäss Fessler aber erreicht worden: «Wir haben das Jubiläum zur Gründung der Freiburger Kolonie in Brasilien sichtbar machen können.»

Der Abreise gedenken

Doch für Fessler blickt weiter: «Auch 2019 ist ein wichtiges Jahr: Da haben die Schweizer Auswanderer sich auf die Reise gemacht. Um diesem Anlass zu gedenken, wird am 4.  Juli 2019 in Estavayer-le-Lac ein Gedenkanlass stattfinden. An diesem Datum vor 200 Jahren fuhren 850 Freiburger in Schiffen los. Erneut dürften dann einige Gäste aus Brasilien in die Schweiz reisen. Eine Privatgruppe von ihnen wird wie ihre Vorfahren per Schiff von Estavayer bis nach Rotterdam reisen.

«Wir können sicher nicht wieder so ein Programm wie 2018 machen», so Fessler. Er hält es aber für möglich, dass auch im Herbst 2019 nochmals eine Freiburger Gruppe nach Nova Friburgo reist und dort an die Ankunft der Siedler vor 200 Jahren gedenkt. Fessler blickt auch auf das Jahr 2020: 200 Jahre zuvor wurde Nova Friburgo physisch als Siedlung eingeweiht.

«Es darf nicht sein, dass 2018 ein Feuer entfacht wurde, und dann nichts mehr kommt», so Fessler. Er setzt dabei grosse Hoffnungen in den Schweizer Konsul in Rio de Janeiro, Rudolf Wyss. Dieser hat die Jubiläumsfeierlichkeiten vor Ort miterlebte und seither Nova Friburgo wiederholt besucht. Insbesondere der Betrieb des Schweizer Hauses in der Nähe von Nova Friburgo solle langfristig gesichert werden.

Auch die Schweizerische Philanthropische Gesellschaft von Rio de Janeiro, die gegründet wurde, um den Schweizer Siedlern bei ihrer Ankunft zu helfen, wird 2020 ihr 200-Jahr-Jubiläum feiern. Sie finanziert mit den Zinsen aus ihren Immobilien vor Ort Entwicklungsprojekte.

Ein Café Nova Friburgo?

Ein Umbruch erfolgt gemäss Fessler bei der Vereinigung Freiburg – Nova Friburgo. Es gibt da Wechsel im Vorstand: Jüngere Personen zum Teil mit Wurzeln in Nova Friburgo übernehmen das Ruder. Fessler will als Präsident noch bleiben, bis der Übergang vollzogen ist. Er denkt auch daran, die Vereinigung umzugestalten, möglicherweise in eine Stiftung. Eine Idee ist, dass diese Stiftung in Freiburg eine Gaststätte führen könnte. «Eventuell ein Café Nova Friburgo in der Nähe des Platzes Nova Friburgo im Burgquartier.»

Möglicherweise wird bereits im nächsten Jahr Cristo Redentor den Hangar in Zürich wieder verlassen. Wie Fessler verrät, hat der Kanton Jura sein Interesse bekundet, die Statue bei sich aufzustellen. Nebst den Freiburgern nahmen 1819 vor allem Jurassier die beschwer­liche Reise nach Brasilien in Angriff und prägten die neue Kolonie.

Chronologie

Anlässe über das ganze Jahr

Die 200-Jahr-Feierlichkeiten zur Gründung Nova Friburgos begannen im Dezember 2017 mit einer Ausstellung im Greyerzer Museum. Im Februar war das Thema mit einem Wagen und einer Gruppe an der Bolzenfasnacht präsent. Im Frühling widmete sich das Filmfestival der Freiburger Kolonie, dann besuchte ein brasilianischer Künstler Freiburg, und im April führte das Kollegium St. Michael ein Spektakel über die Kolonisierung auf. Im Mai fand die grosse Reise der Freiburger Delegation nach Nova Friburgo statt. Anschliessend waren das Schwarzsee-Schwinget und das Festival Les Georges brasilianisch geprägt. Gäste aus Nova Friburgo kamen an die Bundesfeier nach Estavayer und anschliessend an den Marché-Concours in Saignelégier. Freiburger Vertreter wurden im September zum brasilianischen Nationalfeiertag in die Botschaft nach Bern eingeladen. Auch das Freiburger Folkloretreffen, die Nacht der Genüsse in Murten, die 20 Stunden Musik in Romont, der Alpabzug und die Sankt-Nikolaus-Feier standen im Zeichen von Nova Friburgo. Den Abschluss bildete ein Abend mit einem DJ aus Rio de Janeiro im Fri-Son.

uh

Mehr zum Thema