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Die Fledermaus fängt ihre Beute im Dunkeln

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«Blind as a bat»–«Blind wie eine Fledermaus»: Das ist eine Redewendung, die nicht stimmt. «Fledermäuse sehen gut, sie können sogar dreifarbig sehen», sagt Nicolas Fasel. Fasel muss es wissen, denn er befasst sich intensiv mit dem kleinen Säugetieren. Der 29-jährige Freiburger untersucht für seine Doktorarbeit am Institut für Ökologie und Evolution der Universität Bern die Brillenblattnasen. Diese Fledermausart kommt eigentlich in den Tropen vor, im Papiliorama Kerzers lebt aber auch eine Kolonie mit rund 400 Tieren. Beste Voraussetzungen für Fasel also, die Fledermäuse jederzeit beobachten zu können.

 Obschon die Fledermäuse sehen können, schlafen sie tagsüber. Ihre Nachtaktivität ist evolutionsbedingt zu erklären. «Zu Beginn waren alle Säugetiere in der Nacht oder unter der Erde aktiv», sagt der Biologe. Am Tag hätten die Dinosaurier das Territorium beherrscht. Nachdem die Dinosaurier verschwunden waren, haben laut Fasel die Vögel den Platz in der Luft eingenommen.

Am Tag also war die Konkurrenz in der Luft für die Fledermaus zu gross. In der Nacht hingegen hat sie freie Bahn–und frisst, was ihr vor die Nase fliegt. Der Appetit der kleinen Tiere ist beachtlich: Pro Nacht können Fledermäuse bis zur Hälfte ihres Körpergewichtes an Nahrung aufnehmen. Eine Zwergfledermaus, welche rund vier Gramm wiegt, frisst in einer Nacht bis zu 600 Mücken.

 Der Umstand, dass die Fledermaus ein nachtaktives Tier sei, sei mit ein Grund, dass sich die Wissenschaftler bis anhin nicht intensiv mit ihr beschäftigten, so Fasel. Weltweit gebe es rund 1200 Fledermausarten. «Die Vielfalt der Fledermäuse ist riesig, aber wir wissen noch nicht viel über die Tiere.» Auch gäben die Tiere keine Laute von sich und seien für die Forscher lange Zeit also gar nicht hörbar gewesen. Auch der Ruf der Tiere ist nicht fördernd: Wenn von Fledermäusen die Rede ist, liegt der Gedanke an Vampire nicht fern. «Auf weltweit 1200 Fledermausarten sind aber nur drei Arten Blutsauger.» Und nur eine Art ernähre sich von Blut von Säugetieren.

 Obschon die Fledermäuse nicht schlecht sehen, brauchen sie beim Fliegen vor allem ihre Ohren. Die Fledermäuse orientieren sich mit Ultraschall, erklärt Biologe Fasel: Das Echo dieser sehr hohen Töne, die für die Menschen nicht hörbar sind, prallen auf ein Objekt und kommen zurück. Die Fledermaus übersetzt die Töne in ein akustisches Bild und ortet damit ihre Beute.

Rotes Licht stört nicht

Die Papiliorama-Besucher dürfen die Fledermäuse im Papiliorama nur im Dunkeln beobachten. Nicolas Fasel benutzt für seine Arbeit eine Taschenlampe mit rotem Licht. So kann er die Tiere etwa in Ruhe studieren, wenn sie an der Decke in der Höhle hängen. Würde er die kleinen Tiere mit einer normalen Taschenlampe anzünden, fühlten sie sich gestört und flögen weg.

Mit ihremAdventskalenderbringen die FN Licht in die dunkle Adventszeit: Jeden Tag beleuchtet ein Artikel das Thema «Licht» aus einem anderen Blickwinkel.

Kolonien: Fledermaus-Mütter nicht stören

I n der Schweiz leben 30 Fledermausarten, und sie alle sind geschützt. Die Freiburger Gruppe für das Studium und den Schutz der Fledermäuse (Fribat) setzt sich für den Erhalt dieser Säugetiere ein. Fribat macht etwa darauf aufmerksam, dass Fledermäuse nicht vertrieben werden sollen, wenn sie sich in einem Estrich oder in einem Haus einquartieren. Insbesondere werdende Fledermausmütter bilden zwischen April und August Kolonien, um ihre Jungen zu gebären und aufzuziehen. «Eine Mutter gebärt pro Jahr ein Junges», erklärt Biologe Nicolas Fasel, der beim Verein Fribat dabei ist. Die Babys bleiben bis zu drei Monate bei ihren Müttern, bevor diese ausfliegen. In dieser Zeit sei es besonders wichtig, die Fledermauskolonien nicht zu stören, sagt Fasel. Fledermäuse machten auch keine Schäden – störend könnte einzig sein, dass die Tiere Kot hinterlassen. hs

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