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Die Forderung nach Gleichstellung, Risotto und rote Fahnen am 1. Mai

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Autor: Pascal Jäggi

Die roten Fahnen flatterten zwar gestern im Wind auf dem Python-Platz, doch handelte es sich dabei um diejenigen der Gewerkschaft Unia, nicht von Vertretern kommunistischer Parteien. Ein grösseres Familienfest veranstalteten die Gewerkschaften an diesem 1. Mai. Einige hundert Personen folgten dem Aufruf und machten es sich auf den Bänken im Sonnenschein gemütlich, die Luft war erfüllt vom Duft des Risottos. Farbtupfer setzten kurdische Splittergruppen maoistischer Provenienz und ein Häufchen Anarchisten, das es gegen Ende des Tages auch noch auf den Python-Platz schaffte. Wenig erinnerte an den Kampftag der Arbeiter.

Weiterhin Lohnunterschiede

Zumindest in ihren Forderungen gaben sich die Rednerinnen und Redner kämpferisch. In einer Debatte zur Gleichstellung von Mann und Frau bei den Löhnen machten die Frauen die Feststellung, dass sich wenig verbessert habe. «Die Frauen verdienen in Freiburg im Schnitt noch immer 19 Prozent weniger als die Männer», sagte Geneviève Beaud Spang, Leiterin des Gleichstellungsbüros. Sie erhielt Unterstützung von Erika Schnyder, Syndique von Villars-sur-Glâne, und Véronique Rebetez, Sekretärin der Gewerkschaft Syna. Auf der anderen Seite fand sich Jean-Jacques Marti als einziger Mann wieder, der, Zufall oder nicht, als Vizedirektor des Freiburger Arbeitgeberverbands auch noch die Position der Patrons vertrat. Er wies darauf hin, dass von seiner Seite einiges getan werde, um diese Unterschiede zu beseitigen. Erika Schnyder nannte die skandinavischen Länder als Vorbilder in der Frage der Lohngleichheit. Ihr fehlt hierzulande der politische Wille zur Verbesserung.

Die Debatte verlagerte sich auch dahin, dass Frauen öfter in schlecht bezahlten Berufen arbeiten. Für Véronique Rebetez Grund genug, auf die gewerkschaftliche Initiative für einen Mindestlohn von 4000 Franken zu verweisen (siehe Kasten).

Für soziale Gerechtigkeit

In den anschliessenden Reden dominierten wieder die Frauen. Die Sensler Nationalrätin Marie-Thérèse Weber-Gobet erzählte von ihren Erlebnissen in Tschernobyl. Es seien die Arbeiter gewesen, welche die Katastrophe hätten ausbaden müssen. «31 Arbeiter sind damals gestorben. Bis heute sind es die Arbeiter, welche die Folgen unter Kontrolle bringen müssen», sagte sie. Weber-Gobet forderte die Anwesenden auch auf, die Initiative «Sechs Wochen Ferien für alle» zu unterstützen.

Staatsrätin Anne-Claude Demierre sprach sich gegen den Abbau bei den Sozialversicherungen und für die Mindestlohninitiative aus. Sie forderte alle Arbeitgeber, ob privat oder öffentlich, auf, sich für die Lohngleichheit der Geschlechter einzusetzen. Fabienne Kuhn, Zentralsekretärin der Unia, geisselte die «Manager-Elite» und die «Casino-Spekulanten». Diese würden immer reicher, während die armen Familien so wenig verdienten, dass sie auch noch auf Sozialhilfe angewiesen seien.

In Freiburg ist die 1.-Mai-Feier eine Familienangelegenheit ohne Berührungsängste, wie Marie-Thérèse Weber-Gobet beweist.Bild Aldo Ellena

Initiativen

Mehr Lohn und zusätzliche Ferien

Die Unterstützung für zwei Initiativen wurde an der 1.-Mai-Feier in Freiburg häufig angesprochen. Die eine, «Sechs Wochen Ferien für alle», wurde vom Parlament abgelehnt und kommt noch in diesem Jahr zur Abstimmung. Für die Initiative «Mindestlohn 4000 Franken» werden noch Unterschriften gesammelt. pj

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