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Die frisch geerntete Spielwiese

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

In «Asterix bei den Briten» pflegt ein klischeehafter Engländer seinen «englischen» Rasen und schneidet jeden einzelnen Grashalm mit seiner Sichel exakt auf dieselbe Länge wie alle anderen. Heute und in der Realität würde er sich anders behelfen: Er würde ein paar Rollen frisch geernteten Rasen kaufen.

Roland Zahnd hat hinter seinem Hof an der Grenze zwischen Bösingen und Wünnewil ein grosses Feld – seine Roll­rasenfarm, wie er es nennt. Mit einem sogenannten Sodenschneider rasiert er die Grasnarbe in einer Tiefe von 15 Millimetern ab. Daraus entsteht eine Art 40 Zentimeter breite und ausgebreitet zwei Meter lange Teppichrolle. Diese standardisierten Rasenrollen verkauft er erfolgreich in die ganze Schweiz. Es sind verschiedene Mischungen aus unterschiedlichen Sorten. Die gängigsten Mischungen im Sortiment sind Park- und Schattenrasen sowie der günstigere Haus- und Sportrasen. Seine Hausmischung besteht aus Wiesenrispengras, Englischem Raygras und Rotschwingel.

Starke Zunahme der Fläche

Früher besass Zahnd Freilandschweine. 2006 stieg er mit einem Feld von 5000 Quadratmetern in die Rollrasenkultur ein, heute bepflanzt er fünf Hektaren – 50 000 Quadratmeter – mit dem saftigen Grün. Die Menge entspreche der Nachfrage, sagt Zahnd. Er verkauft vor allem an Gartenbauer. Für Schweizer Verhältnisse ist Zahnd ein mittelgrosser Produzent, aber er bietet als einer der wenigen die ganze Breite von der Aussaat bis zur Beratung des Kunden vor und nach dem Einbau an.

Ein Feld, das Zahnd im Herbst aussät, wird zwischen April und Mai des nächsten Jahres geerntet. Er schneidet mit seiner Maschine die Wurzeln an. Die Rollen werden dann auf einem frisch planierten und mit nährstoffreichem Dünger angereicherten Boden ausgelegt. Das hungrige Gras schlägt sofort Wurzeln und verbindet sich so mit dem Untergrund. Je länger die Wurzeln sind, desto widerstandsfähiger sind sie.

Regionale Produktion

Sein Rollrasen entspreche dem immer wichtiger werdenden Anliegen sowohl der Schweizer Bauern als auch der Konsumenten nach der Vermarktung von Produkten aus der Region. Ausserdem seien die Rasenmischungen immer auf das Mikroklima der Region ausgerichtet. Einen Rollrasen aus den Niederlanden könne man nicht einfach im Sense-­Oberland auslegen, weiss Zahnd: «Das Klima und die Meereshöhe führen zu unterschiedlichen Bedingungen für den Rasen.»

Der Rollrasen hat sich in der Schweiz erst in den letzten Jahren durchgesetzt – zuerst in den Städten, neu auch auf dem Land. Ältere Gartenbauer hätten ihn in ihrer Ausbildung noch gar nicht kennengelernt, sagt Zahnd. Die jüngeren aber lernten heute den Umgang mit dem praktischen Produkt. Rollrasen wird insbesondere bei der Ausrüstung von Sportplätzen, aber auch für öffentliche Grünflächen und Privatanwesen verwendet.

Roland Zahnd kann gut von seinem Rollrasen leben.

Der Rollrasen ist trendy – er kommt bei Neubauten, aber auch bei der Sanierung von alten Rasenflächen immer häufiger zum Zug. Die klassische Aussaat dauere für die Kunden häufig zu lang, sagt Zahnd. «Sie wollen so rasch wie möglich einen schönen, trittfesten, grünen und sauberen Rasen haben.» Doch auch für die Gartenbauer sei Eile geboten. Sie seien froh, wenn sie einen Auftrag so schnell wie möglich zu Ende führen könnten. Zudem sei der Gartenbau eine Wachstumsbranche. «Die Privaten können oder wollen sich immer weniger Zeit für die Gartenpflege und den alltäglichen Unterhalt nehmen.» Dabei sei es auch für Private gar nicht so schwierig, einen Rollrasen auszulegen, zum Beispiel mit einem gemieteten Sodenschneider. «Wer mal ein Laminat ausgelegt hat, kann das», ist Zahnd überzeugt. Es reiche, wenn man ein paar Kollegen einlade, «man kann es zu einem Happening machen, wie bei einem Umzug». Er stelle fest, dass das Bedürfnis steige, inmitten der leblosen Grautöne der wachsenden Siedlungen etwas Farbe zu verbreiten. Sogar auf Balkons werde immer mehr Rasen ausgelegt – zum Beispiel als Auslaufraum für Hunde.

Wetter spielt eine Rolle

Wetterschwankungen sind für den Rollrasen nicht optimal. Bei Trockenheit und Hitze verlieren die Bahnen bald einmal Feuchtigkeit, und sie werden braun. Sie müssen deshalb rasch installiert und dann genetzt werden. Im Sommer, bei Bodentemperaturen von 25 Grad und mehr, müsse man sich besonders beeilen. Seien die Rollen bei der Ernte jedoch zu nass, würden sie schnell zu faulen beginnen, und sie würden schwer. Zum Vergleich: Eine Standardladung Rollrasen auf einer Palette umfasse 50 Rollen und könne rasch einmal eine Tonne und mehr wiegen. Deshalb seien das Wetter und die Temperaturen vor und während der Auslieferung immer ein Thema.

Sommerserie

«Die FN hören das Gras wachsen»

Gras ist nicht gleich Gras: Wie lebt der Grashüpfer? Welche Gräser mag die Kuh am liebsten? Wer lebte einst in der Grasburg, weshalb gibt es Menschen mit einer Grasallergie, und wie viele Stunden widmet der Greenkeeper dem Golfrasen? – Diesen und anderen Fragen gehen die FN in der Sommerserie «Wir hören das Gras wachsen» nach.

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