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Die Fusion im Mittelland ist beschlossen

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«Erleichtert», «zufrieden» und «entspannt»: Das antworten die Syndics von Alterswil, St. Antoni und Tafers auf die Frage, wie sie sich an diesem Abstimmungssonntag fühlen. Hubert Schibli, Ernst Leiser und Gaston Waeber sitzen am Sonntagnachmittag im Saal des Gasthofs St. Martin in Tafers; auf den Tischen stehen bereits die Weingläser zum Anstossen. «Wir werden als die letzten Syndics unserer Gemeinden in die Geschichte eingehen», witzelt der Alterswiler Hubert Schibli mit seinem Amtskollegen aus St. Antoni, Ernst Leiser.

Schibli, Leiser und Waeber haben sich in den letzten Jahren starkgemacht für eine Fusion ihrer drei Gemeinden. Es hat sich ausgezahlt: Die Bürgerinnen und Bürger sagten am Sonntag deutlich Ja zur Fusion, und dies bei einer Stimmbeteiligung von über 50 Prozent (siehe Tabelle). «Wir wollten mehr als die Hälfte der Bevölkerung an die Urnen bringen, dieses Ziel haben wir erreicht», sagt der Taferser Gaston Waeber.

Knapperes Resultat erwartet

Der Alterswiler Hubert Schib­li ist überrascht über die hohe Beteiligung von 63,9 Prozent in seiner Gemeinde und über das mit 57 Prozent doch deutliche Ja. «Ich hatte ein weniger klares Resultat erwartet.» Dennoch ist Alterswil jene Gemeinde, in der das Resultat am knappsten ausfiel. «Wir haben bisher immer genug Leute für den Gemeinderat gefunden, und wir haben keine Schulden.» Der Druck für eine Fu­sion sei weniger gross gewesen. Umso besser, dass die Alterswiler die Zeichen der Zeit erkannt hätten. «Das spricht für die Bevölkerung von Alterswil», sagt auch Ernst Leiser.

Er ist Syndic von St. Antoni, wo das Ja mit 73 Prozent der Stimmen und einer Stimmbeteiligung von 65,2 Prozent am deutlichsten ausfiel. «Wir hatten bei den vergangenen Wahlen Mühe, Kandidaten für den Gemeinderat zu finden», sagt er. «Die Bevölkerung hat erkannt, dass wir handeln müssen.» Der Druck zur Fusion sei in St. Antoni klar höher gewesen.

Gaston Waeber fügt hinzu: «Wir haben aufgezeigt, dass es eine Professionalisierung braucht und wir diese mit der Fusion erreichen können.» Er glaubt, dass das den Ausschlag für das Ja gegeben habe. Tafers als Hauptort habe sich einmal mehr offen gezeigt; auch hier war das Ja mit 69 Prozent der Stimmen deutlich. Mit 51,2 Prozent war dort die Stimmbeteiligung am tiefsten. Waeber ist trotzdem zufrieden und fügt als Erklärung an: «Für die Taferser ändert sich am wenigsten: Der Name der Gemeinde bleibt gleich, und die Gemeindeverwaltung bleibt am gleichen Ort.»

Stärkerer Hauptort

Alle drei Gemeindepräsidenten glauben, dass mit der Fusion der Hauptort des Sensebezirks gestärkt wird – das hätten die Leute erkannt. «Mit dem Ja zur Fusion haben wir jetzt eine ganz andere Ausgangslage, es gibt ein neues starkes Zentrum», sagt Ernst Leiser. «Wenn es um Grossprojekte im Bezirk geht, wird man nicht mehr da­rum herumkommen, mit uns zu reden», sagt Waeber. Und er hat ein ganz konkretes Projekt vor Augen: den seit langem geplanten Bau eines Schwimmbads im Bezirk. Derzeit laufen Abklärungen zum Standort (die FN berichteten). «Wir hoffen, nein, wir erwarten, dass das Schwimmbad nach Tafers kommt», sagt Waeber bestimmt.

Ernst Leiser glaubt, dass der Entscheid zur Fusion Signalwirkung auf andere Gemeinden haben werde, zum Beispiel auf die Nachbargemeinden St.  Ursen und Heitenried: «Sie werden nun wohl von selber auf uns zukommen.» Gespräche zu einer grossen Fusion im Mittelland gab es bereits: St. Antoni und Tafers hatten Ende 2016, rund ein Jahr nach dem Start ihrer Fusionsgespräche, Heitenried, St. Ursen und Alterswil für eine Fusion angefragt. Heitenried und St.  Ursen sagten Nein – Alterswil machte mit.

«Arbeit fängt 2021 an»

Der nächste grosse Schritt für die fusionierte Gemeinde werden die vorgezogenen Gemeinderatswahlen im Herbst 2020 sein. Dafür werden zwei Wahlkreise gebildet, einer mit Tafers und einer mit Alterswil und St. Antoni. Der Wahlkreis Tafers wird im neuen Gemeinderat vier Sitze erhalten, Alterswil und St. Antoni zusammen fünf. Ob sie bei den Wahlen wieder antreten werden, wissen die jetzigen Syndics noch nicht.

Klar ist, dass auf den neuen Gemeinderat einige Herausforderungen zukommen werden, wie es Schibli formuliert: «Die Arbeit fängt 2021 an. Dann müssen die neuen Reglemente ausgearbeitet werden – wobei wir hier schon etwas vorgespurt haben.» Ernst Leiser glaubt, dass es auch am neuen Gemeinderat liege, dass die Bürgerinnen und Bürger so wenig wie möglich merken von der Fusion. «Klar, der Name und das Wappen werden sich ändern und die Gemeindeverwaltung wird in Tafers sein. Aber die Identität der Ortsteile wird bestehen bleiben», sagt er.

Und er fügt an: «Ich möchte den Bürgerinnen und Bürgern zu diesem weitsichtigen Entscheid gratulieren.» Zu den Fusionsgegnern sagt Hubert Schibli: «Wir müssen mit einer guten Struktur zeigen, dass die Fusion der richtige Weg ist.» Zum Schluss lacht Waeber und fragt, fast ungläubig: «Wer hätte vor drei Jahren gedacht, dass wir mit Alterswil fusionieren?»

 

«Bei dieser Fusion gibt es nur Gewinner»

von Imelda Ruffieux

Der Zusammenschluss im Sense-Mittelland hat Signalwirkung. Davon ist Oberamtmann Manfred Raemy überzeugt. Die Fusion wirke sich auf den Sensebezirk und den Kanton aus, sei aber auch Anstoss für weitere Fusionsgespräche im Bezirk.

«Ich bin glücklich über die hohe Stimmbeteiligung und selbstverständlich auch über den Ausgang der Abstimmung.» Das sagte Oberamtmann Manfred Raemy gestern Mittag, kurz nachdem das Resultat der Fusionsabstimmung in Alterswil, Tafers und St. Antoni bekannt geworden war (siehe Text oben). Er habe zwar vor dem Abstimmungssonntag ein gutes Gefühl gehabt, «aber wirklich sicher war ich nicht, denn es ist ein emotionales Thema.» Trotzdem ist er überzeugt, dass bei den Stimmbürgern der drei Gemeinden sachliche und nicht emotionale Argumente den Ausschlag gegeben haben. Erst kurz vor der Abstimmung hatten sich einige Gegner der Fusion zu Wort gemeldet. «Es gehört zum demokratischen Prozess, dass auch sie ihre Befürchtungen äussern dürfen.» Man müsse sie ernst nehmen, denn es sei klar, dass eine Fusion nicht nur Vorteile, sondern auch Nachteile habe. «Ich bin aber der Meinung, dass es heute nur Gewinner gibt.» Jeder Bürger gewinne, wenn die neue Gemeinde mehr Möglichkeiten habe, professionellere Dienstleistungen anzubieten. Es sei auch ein Gewinn, dass sich das neue Tafers besser im Bezirk positionieren könne. «Und der Sensebezirk erhält gegenüber dem Kanton mehr Gewicht als Hauptort der achtgrössten Gemeinde im Kanton.» Für ihn sei das Resultat deshalb auch ein wichtiges Zeichen für den Zusammenhalt des Sensebezirks.

Geschlossen aufgetreten

Was denn schliesslich den Ausschlag gegeben habe, konnte Manfred Raemy nicht aufschlüsseln. Grossen Einfluss habe sicher die Tatsache gehabt, dass die drei Gemeinde­räte geschlossen eine klare Position vertreten hätten. «Und dass sie es verstanden haben, die Leute zu motivieren, sich an der Abstimmung zu beteiligen.» Er nimmt an, dass die hohe Stimmbeteiligung auf ein reges Mitmachen der jungen Bevölkerung zurückgehe. «Ich gehe generell davon aus, dass die Jüngeren eher offen sind für eine Fusion.» In Alterswil war das Ja mit 56,6 Prozent am knappsten von allen drei Gemeinden. Möglicherweise habe die Diskussion um das Mehrzweckhallenprojekt eine Rolle gespielt, vermutet er. «Ich denke aber auch, dass in dieser Gemeinde der Druck, eine Fusion anzugehen, weniger gross war als etwa in St. Antoni, wo es immer wieder Probleme gab, den Gemeinderat zu bestellen.»

Signal für weitere Fusionen

Auf den 1. Januar 2017 haben Plaffeien, Oberschrot und Zumholz fusioniert, auf den 1. Januar 2021 wird es nun die neue Gemeinde Tafers mit rund 7500 Einwohnern geben. Das sei auch ein Signal für die übrigen Sensler Gemeinden, sagt der Oberamtmann. «Es wird sicher weitere Diskussionen zum Thema Fusion geben.» Im Mittelland werden sich St. Ursen und Heitenried Gedanken machen müssen, wie es für sie weitergehen soll. Im Oberland seien es Brünisried und Plasselb, die mit dem Plaffeier Gemeinderat das Gespräch für eine künftige Zusammenarbeit suchen müssten, und auch fürs Unterland schliesst er Änderungen nicht aus. «Wichtig ist, dass es die heutigen Gemeinderäte sind, die das Thema aktiv angehen, auch wenn der Entscheid erst in der nächsten Legislatur fällt.»

 

Zahlen und Fakten

Neue Gemeinde heisst Tafers

Mit dem Ja zur Fusion entsteht am 1. Januar 2021 die zweitgrösste Gemeinde des Sensebezirks mit rund 7500 Einwohnern. Sie wird Tafers heissen und auch das Wappen von Tafers tragen. Der Steuersatz der neuen Gemeinde wird 75 Rappen pro Franken Staatssteuer betragen.

nas

 

Kommentar von Christoph Nussbaumer

 

Wichtiges Signal für Fribourg-Freiburg

 

 

Unaufgeregt, aber umso beharrlicher haben die Gemeinderäte von Alterswil, Tafers und St. Antoni auf die Fusion ihrer Gemeinden hingearbeitet. Sie leisteten Überzeugungsarbeit verbunden mit der Botschaft, dass eine möglichst hohe Stimmbeteiligung das Wichtigste sei. Jetzt zeigt sich: Es war die richtige Strategie. Zwar schienen Zweifler und Kritiker in den letzten Wochen Aufwind zu spüren – das zeigte sich nicht zuletzt auch in den Leserbriefspalten der «Freiburger Nachrichten». Es war aber bloss ein laues Lüftchen des Aufbegehrens. In allen drei Gemeinden lassen sich die Ja-Mehrheiten und auch die Stimmbeteiligung sehen. Die Mehrheit der Stimmenden hat die Zeichen der Zeit erkannt. Angesichts stetig steigender Anforderungen an Verwaltungsstellen und Exekutivbehörden ist es ein Gebot der Stunde, dass auch mittelgrosse Gemeinden ihre Ressourcen und Kompetenzen bündeln und so den Gemeindebetrieb auf lange Sicht gewährleisten. Wichtig ist der Zusammenschluss von drei Sensler Gemeinden aber auch in Bezug auf die Entwicklung im Gross­raum Freiburg, wo eine Grossfusion mit neun Gemeinden Gestalt annimmt. Denn genauso wie der Kanton ein starkes Zentrum braucht, braucht es um dieses Zentrum herum ein starkes Umland. Nur so ist es möglich, das Risiko eines noch stärkeren Stadt-Land-Grabens zwischen dem Sensebezirk und der fusionierten Kantonshauptstadt zu mindern und gleichzeitig das Profil eines zweisprachigen Kantons zu stärken. Mit dem Wirtschaftszentrum Düdingen und den fusionierten Gemeinden im Sense-Mittelland sind nun gewichtige Mosaiksteine vorhanden für die Neugestaltung der heutigen Agglo Freiburg, die nach der Fusion im Kantonszentrum eine neue Form annehmen wird. Auch wenn es heute noch Zukunftsmusik ist, steht fest, dass Alterswil, Tafers und St. Antoni auch in dieser Hinsicht ihre Hausaufgaben gemacht haben.

 

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