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«Die Gabe kommt nicht von mir»

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Wer das Glück hat, eine Geburtstagskarte oder einen Brief von Apollonia Buchs zu erhalten, erhält nicht nur etwas zum Lesen, sondern auch viel zum Anschauen. Denn die 81-Jährige gibt jedem ihrer Schreiben eine sehr persönliche Note: Mal ist es ein Veilchen, das als Briefkopf dient, mal ein lachendes Kindergesicht, gezeichnet mit einem feinen Bleistift.

Per Zufall draufgekommen

Apollonia Buchs erzählt mit einer Mischung aus Stolz und Bescheidenheit vom Zeichnen. Sie sei nicht sicher, ob es sich lohne, dass die Zeitung darüber schreibe, meinte sie beim Besuch der FN. Und doch freut sie sich enorm über die vielen Rückmeldungen aus ihrem Umfeld, die sie ermutigen. Sie zeichnet erst seit fünf Jahren. So lange lebt sie nun im Heim Region Ärgera in Giffers. Im Rahmen einer Erlebnisstunde habe die Aktivierungstherapeutin Papier und Stifte auf den Tisch gelegt. So hat Apollonia Buchs die ersten zarten Bleistiftstriche von Kräutern und Blumen gemacht. «Mattehängeli zum Beispiel, die haben mir immer gut gefallen.» Anfangs habe sie immer eine Vorlage abgezeichnet: eine Fotografie, eine Karte oder ein Bild aus einem Buch. Besonders ans Herz gewachsen sind ihr die Zeichnungen aus den Kinderbüchern der späteren Franziskaner-Ordensschwester Berta Hummel: Ein pausbäckiger Engel, eine Schar fröhlicher Kinder oder ein Hund, der einen auf einem Ast sitzenden Buben anbellt. Ein paar ihrer Werke sind nun im Pflegeheim ausgestellt.

Kraft aus der Natur

Viel Inspiration holt sie sich aus der Natur: Sie kennt die Kräuter der Region sehr gut–so gut, dass sie ein ganzes Album mit Zeichnungen von Blüten und Blättern von Schafgarbe, Wachholder, Kümmel, Hagebutte und so weiter angefertigt hat. Sie erzählt, dass ihr zeit ihres Lebens ein kurzer Spaziergang durch den Garten immer wieder die Kraft gegeben habe, den Alltag zu bewältigen.

 Apollonia Buchs ist in Plaffeien auf die Welt gekommen und in die Schule gegangen–nicht gern, wie sie verrät. Bei 60 Kindern in einer Klasse sei es für sie nicht leicht gewesen, mitzukommen. Ihr Weg als Mutter und Hausfrau war schon früh vorgezeichnet. Sie erzählt, dass sie als junges Mädchen in den Ferien und nach der Schule oft bei Familien aushalf, wenn eine Frau kurz vor der Niederkunft stand. «Das hat mir gut gefallen und ich habe viel gelernt.»

Ruhe und Konzentration

Mit ihrem Mann hat sie später in Zumholz gewohnt, wo sie neun Kindern das Leben geschenkt hat. Später zog die Familie nach Plaffeien. Zeit für ein Hobby sei nie da gewesen, erzählt sie, nicht etwa frustriert. «Ich bin zufrieden mit dem Leben, das ich hatte.» Seit sie im Heim lebt, hat sie die Musse zum Zeichnen. «Ich brauche Ruhe und Stille, um mich zu konzentrieren», sagt sie. Deshalb verbringe sie viele Stunden in ihrem Zimmer–und merke oft gar nicht, wie die Zeit vergehe. Nur wenig Bilder entstehen in Farbe, lieber nimmt sie ihre Bleistifte.

Sie zeigt ein kleines Gestell, in dem fein säuberlich verschiedene Karten eingeordnet sind: zum Geburtstag, für die Festtage, aber auch viele Trauerkarten. Mittlerweile bekommt sie sogar Bestellungen von Leuten. Vor allem die Rückmeldungen über die Motive auf Beileidskarten berühren sie sehr: Die Buchenkapelle mit dem heiligen Antonius, Berggipfel und ein Wegkreuz, eine Alpenwiese, die weisse Callalilie, oft kombiniert mit einem tröstenden Spruch. Vom anfänglichen reinen Abzeichnen ist sie längst weggekommen. Je nach Lust, Laune und Fantasie erweitert sie die Sujets, bringt zusätzliche Verzierungen an oder kombiniert mehrere Vorlagen. Sie grämt sich auch nicht, dass sie ihr Talent erst im hohen Alter entdeckt hat. «Solange ich das Leben habe und gesund bleibe, zeichne ich weiter», sagt sie, und: «Es kommt nicht aus mir, sondern von oben.» Zeichnen sei eine Gabe Gottes, für die sie sehr dankbar sei.

Zur Ausstellung

Noch bis zum 15. Januar zu sehen

«Wenn Leute Freude an meinen Zeichnungen haben, dann habe ich auch Freude», sagt Apollonia Buchs. An den Wänden im ersten Stock des Pflegeheims Region Ärgera in Giffers sind derzeit die Zeichnungen von Apollonia Buchs zu sehen. Die Ausstellung läuft noch bis zum 15. Januar 2016 zu den üblichen Öffnungszeiten des Heims.im

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