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Die «Geheime» lüftet ihre Geheimnisse

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Wenn sich früher irgendwo in einem Freiburger Dorf ein Verbrechen ereignete, dann hiess es, «die Geheimen» kümmerten sich darum. Was heute als Kriminalpolizei bekannt ist, das war damals die «Geheimpolizei». Sie hiess so, weil sie sich für ihre Ermittlungen in Zivilkleidern unter die Bevölkerung mischte.

Dies erzählte Marc Andrey, Chef der Freiburger Kriminalpolizei, gestern bei der offiziellen Vorstellung des Jubiläumsjahrs seines Korps. Als die Freiburger Kriminalpolizei 1920 gegründet wurde, da stützte sie sich auf das Modell der Pariser Polizei vom Ende des 19. Jahrhunderts, erklärte Andrey.

Hintercher bis Sonnentempler

Wie die «Geheimpolizei» früher aussah und funktionierte, das kann die Freiburger Bevölkerung ab sofort im Comic «Mémoires de la Secrète» entdecken. Die Publikation des Comics bildet den Auftakt der Jubiläumsfeierlichkeiten.

Sechs Freiburger Zeichner stellten sechs grosse Freiburger Kriminalfälle der letzten 100 Jahre dar: die Hintercher-Bande, der Doppelmord von Maracon, die Banditen von Matran, das Drogen-Labor in Les Paccots, die Fassleichen aus dem Lungernsee und die Toten der Sonnentempler-Sekte.

Fünf der sechs Geschichten sind auf Französisch, diejenige der Hintercher-Bande auf Senslerdeutsch. Sie decken die verschiedenen Epochen der Kriminalpolizei, die Regionen des Kantons, aber auch die Vielfalt der Tätigkeiten von Diebstählen über Drogendelikte bis zum Mord ab.

Die Idee eines Comics sei der Arbeitsgruppe für das Jubiläum durch einen Comic-Fan in den Reihen der Polizei gekommen, so Marc Andrey.

Beauftragt für den Comic wurden die beiden Herausgeber Fabien Page und Florian Cuennet der Freiburger Edi­tions Fleurs Bleues.

«Anders als sonst bei Comics ging es hier nicht um Fiktion», sagte Page. «Wir wollten aber auch nicht simple Erzählungen.» Sie hätten viele Gespräche mit aktiven und pensionierten Inspektoren geführt und sich auch aufgrund von Dossiers ihre «Storyboards» erstellen können. Wichtig sei ihnen gewesen, dass die verschiedenen Epochen bildlich gut dargestellt wurden.

«Aus der Komfortzone»

«Es war für uns ein ganz neues Projekt, wie es wohl nie mehr wiederkommt», sagte Florian Cuennet. «Beide Seiten, wir und auch die Polizei, mussten ihre Komfortzone verlassen.» Bei der Erarbeitung habe auch der Datenschutz berücksichtigt werden müssen. «Für die Beteiligten der Kriminalfälle gilt das Recht auf Vergessen», so Kripo-Chef Andrey. Das sei aber im Fall des Comics kein Problem gewesen. Mit Ausnahme des Sonnentempler-Falls seien in den Comic-Geschichten die Vornamen der Akteure geändert worden.

«Es ist ein schöner Auftakt in das Jubiläumsjahr», sagte Philippe Allain, Kommandant der Kantonspolizei. «Wir hoffen, die Publikation gefällt dem Publikum, nämlich der Freiburger Bevölkerung.»

Die im Comic dargestellte Geschichte der Kriminalpolizei durch die 100 Jahre habe einen roten Faden, so Allain, nämlich «am Puls der Zeit bleiben». Wie er sagte, sei bei der Gründung 1920 bereits der Auftrag im Vordergrund gestanden, sich ständig zu entwickeln und sich nach den Bedürfnissen der Zeit zu richten. «Die Herausforderung ist heute immer noch die gleiche», betonte Allain. «Die Kriminalpolizei stellt einen Spiegel dessen dar, was in der Gesellschaft passiert.»

Wie Allain sagte, habe sich die Polizei stets an diese Entwicklung angepasst. Etwas sei bei der Kriminalpolizei aber immer gleich geblieben: «Es herrschte immer dieser Geist des Suchenden und Forschenden.»

Comic «Mémoires de la Secrète». Editions Fleurs Bleues. 64 Seiten. Auflage 1500 Exemplare. Erhältlich in Freiburger Buchhandlungen und über Internet für 25 Franken.

Geschichte

Alles begann mit einem Seitenwagen

Die Gründung der Kriminalpolizei Freiburg fand am 12. Mai 1920 im Grossen Rat statt: Das Parlament verabschiedete ein Gesetz, das Beamte bei der Kriminalpolizei vorsah. Diese eröffnete je einen Posten an der Freiburger Reichengasse und in Bulle. Den sieben Inspektoren stand ein Seitenwagen zur Verfügung. Ein Banküberfall in Romont sowie der Tod eines Beamten bei einem Gefangenentransport waren markante Fälle aus der Anfangszeit.

Zu Beginn der 1940er-Jahre stieg der Bestand auf neun In­spektoren an; ein Motorfahrzeug wurde beantragt, um Täter zu verfolgen. 1942 baute die Polizei einen Dienst für Spurensicherung, Erkennung und Profiling auf. Dies half jedoch 1949 nicht, den Doppelmord von Maracon aufzuklären.

Bis 1960 verdoppelte sich der Bestand, und es fand eine Internationalisierung der Kriminalität durch Banden statt, wie Kommandant Philippe Allain gestern erklärte. Das war die Zeit, als die Bande von Matran Freiburg unsicher machte. Ab 1970 gingen erste Anzeigen zu Delikten gegen das Betäubungsmittelgesetz ein. Die Drogenkriminalität erreichte mit der Aushebung des Labors in Les Paccots 1985 ihren Höhepunkt. Die erste Polizei-Assistentin wurde 1970 eingestellt, die «Feminisierung» des Korps fand aber erst in den 1990er-Jahren statt, so Allain. 1982 erhielt die Kantonspolizei ihre heutige Struktur mit Gendarmerie und Kriminalpolizei. Die letzte grosse Entwicklung stellte die Digitalisierung bei den Kriminellen und der Polizei dar.

Zum Jubiläum

Gutenbergmuseum und BédéMania

Die Publikation des Comics stellt den Auftakt zum Jubiläum der Kriminalpolizei dar. Der offizielle Festakt wird am 12. Mai, am Datum der Gründung, im Gutenbergmuseum stattfinden. Dabei wird eine Ausstellung zur Kriminalpolizei eröffnet. Sie wird auch in der Nacht der Museen zu sehen sein. Eine zweite Ausstellung eröffnet im Herbst. Die Vernissage des Comics ist ebenfalls am 12.  Mai. Dazu wird er vom 6.  bis 8. November am Festival BédéMania vorgestellt.

 

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